Thema: *meine Welt*

  1. #1
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    *meine Welt*


    Meine Welt
    *
    Sanft verdrängt der Morgen die Nacht
    Träume dem Hellen entflieh’n
    Luftschlösser gebaut in voller Pracht
    nun aus dem Raume zieh’n
    *
    Erster Sonnenstrahl Wünsche verbrennt
    bittere Realität meinen Atem stiehlt
    Wahrheit, welche kein Erbarmen kennt
    Ins Herz meiner Fantasien zielt
    *
    Ängstlich durch den Tag schleichen
    zitternd um die Dämmerung bitten
    bis Lichter Schatten weichen
    unter brennender Sonne so gelitten
    *
    Endlich die Zeit den Tag verdrängt
    zurück kehrt meine Welt
    warte bis er wieder oben hängt
    Der Mond am Himmelszelt

    *

    Danke für's lesen!
    freue mich über eure Meinung!
    Geändert von ang.90 (06.11.2006 um 19:47 Uhr)

  2. #2
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    hey ang.90
    also mir gefällt dein gedicht wirklich gut
    also wenn ich das richtig verstehe, dann beschreibst du hier deine welt, die nur nachst bzw. im traume existieren kann.
    ich finde die idee echt schön.
    man spürt deutlich die angst des LI, die es am Tage durchstehen muss und die erleichterung, wenn die nacht endlich anbricht.
    meiner meinung nach ein wirklich gelungenes werk
    allerdings erscheint mir die spalte, in die du es gestellt hast nicht ganz so passend.

    lg
    rose
    Zum Schwarzen Rosengarten (Werkeverzeichnis)


    frisch aus meiner Feder Seelenbrand im Stundenschlaf, Göttertanz, Seelenduett,
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben
    Hermann Hesse

    *schwarzeRose*

  3. #3
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    Hallo, ang.90
    lass das mal ruhig unter Romantik stehen. Die Romantiker hatten ja durchaus so einen Hang nach dem Mond, der Dämmerung, der Nacht. Ich finde es romantisch-traurig. In der dritten Strophe hast Du, wohl um den unreinen Reim zu retten, einen seltsamen Vers gebaut: "bis Dunkelheit den Abend zeichnen". Da würde ich noch einmal rangehen. Die Umschreibung "bis Dunkelheit den Abend zeichnet", ist von der Idee sehr schön, in der Ausführung mit einem leichten Makel besetzt. Insgesamt: Sehr lesenswert, wenn die Grundstimmung auch nicht zu meinem sonnigen Gemüt passt.
    Liebe Grüße, heinzi
    Geändert von Festival (01.11.2006 um 21:04 Uhr)

  4. #4
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    guten morgen zusammen!

    @schwarzeRose: erst mal vielen Dank für deine Meinung und Lob!
    du verstehst dies völlig richtig!
    Ob ich es bei Liebe und Romantik einfügen sollte, habe ich mir auch
    noch Gedanken gemacht! Das Problem ist, der Leser verseht nicht den ganzen Hintergrund von meinem Gedicht. Es geht um Liebe, die aber nur in meinen
    Träumen oder besser gesagt in der Nacht existiert! ich lasse es darum in dieser Spalte! aber danke, für die anregung!

    @heinzi: ebenfalls vielen Dank für deine Meinung!
    habe mir sofort Gedanken gemacht, und verstehe dich! ich werde mir dies noch einmal durch den Kopf gehen lassen!
    momentan habe ich leider keine Idee... wer eine hat darf sich gerne melden

    danke euch beiden!
    liebe Grüsse ang!

  5. #5
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    so, hab mir mal Gedanken gemacht und bin auf 2 mehr oder weniger
    gute Lösungen gekommen:

    Ängstlich durch den Tag schleichen
    zitternd um die Dämmerung bitten
    bis Schatten den Abend zeichnen
    hab unter der Sonne so gelitten

    oder

    Ängslich durch den Tag schleichen
    Zitternd um die Dämmerung bitten
    bis Lichter dem Schatten weichen
    unter brennender Sonne so gelitten

    wäre dies besser ?!

    Liebe Grüsse ang!

  6. #6
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    Hi Ang.

    Nun weiß ichs, da wollt ich heute schon mal was dazuschreiben, weils mir gefällt...

    Also erstmal, die 2. Änderung, die du machen willst gefällt mir.

    Sanft verdrängt der Morgen die Nacht
    Träume dem Hellen entflieh’n
    Luftschlösser gebaut in voller Pracht
    nun aus dem Raume zieh’n

    XxXxXxxX
    XxxXxxX
    XxXxXxXxX
    xXxXxX

    Erster Sonnenstrahl Wünsche verbrennt
    bittere Realität mein Atem stiehlt...............meinen
    Wahrheit, welche kein Erbarmen kennt
    Ins Herz meiner Fantasien zielt

    XxXxXXxxX
    XxXxXxXxXxX
    XxXxXxXxX
    xXxxXxXxX

    Ängstlich durch den Tag schleichen
    zitternd um die Dämmerung bitten
    bis Lichter dem Schatten weichen
    unter brennender Sonne so gelitten

    XxXxXXx
    XxXxXxxXx
    xXxxXxXx
    XxXxxXxXxXx

    Endlich die Zeit den Tag verdrängt
    zurück kehrt meine Welt
    warte bis er wieder oben hängt
    Der Mond am Himmelszelt

    XxxXxXxX
    xXxXxX
    XxXxXxXxX
    xXxXxX

    Du siehst, auch hier ist deine Metrik durcheinander, was ein wenig den Lesefluss
    hemmt. Aber mir gefällt auch hier die Idee, das Gedicht an und für sich.
    Ich denke, wenn du in Zukunft ein wenig darauf achtest, wirst du immer besser
    werden
    Ach ja und nochwas, du darfst nicht selbst zweimal hintereinander posten, damit
    dein Werk hochpushen, obwohl ich denke, dass du nicht diese Absicht damit verfolgt hast.


    liebe Grüße

    Shadow...
    Geändert von Shadowlady (01.11.2006 um 16:53 Uhr)
    neu: Düsteres Tal
    Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt den Augen verborgen.
    ( Der kleine Prinz, Saint Exupéry )


  7. #7
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    Hallo Shadowlady!

    Danke, dass du dir so Mühe mit meinem Gedicht gemacht hasst
    ja... Metrik- davon weiss ich nicht sehr viel... bin noch ganz neu hier!
    Ich versuche beim nächsten Gedicht mehr darauf zu achten!
    aber wie funktioniert dass den mit diesen X?!
    ich wäre sehr froh, wenn mir dies jemand erklären würde!

    Ich wollte natürlich mein Gedicht nicht hochpushen! sorry!

    liebe grüsse ang.

  8. #8
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    Hi Ang.

    Schön, dass du dich dafür interessierst. Ich bin sicher auch kein Profi darinnen, aber
    hier http://www.gedichte.com/showthread.php?t=16649 findest du schon mal
    interessante Informationen dazu, so wie ich dir überhaupt nur empfehlen kann, sehr
    viel hier zu lesen und dich auch zu getrauen bei anderen deine Kritik anzubringen,
    versuchen durchzuxen... wenns mal nicht richtig sein sollte, wirst du sicher drauf hingewiesen werden

    Freu mich auf Weiteres von dir

    lg... Shadow...
    neu: Düsteres Tal
    Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt den Augen verborgen.
    ( Der kleine Prinz, Saint Exupéry )


  9. #9
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    n`Abend, Angi,
    jetzt kommt Kurt, nee, heinzi.
    Da ist schon soviel Kluges gesagt worden, da möchte ich nicht abseits stehen. Es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir nicht in gemeinsamer Anstrengung Dein Gedicht optimieren könnten (und das so, dass Deine Idee und Sprachfarbe nicht untergehen).
    Also: 3. Strophe. Da nisten sich bei der Zwangsjacke Metrik (nein, Shadow, Metrik ist keine Zwangsjacke, aber Anfängern mag sie so erscheinen) Sachen ein, die mein zartes Gemüt schlicht zermürben.
    Da steht:"Bis Lichter dem Schatten weichen." Unsere Lady merkt zu Recht an, dass da eine Senkung zuviel drin ist. Also, was tun? Da es mich sowieso stört (das ist eben mein zartes Seelchen), dass Lichter (Plural) dem Schatten (Singular) weichen. Umstellung wäre: "Bis Lichter den Schatten weichen." Haben wir zwar alles passgenau, aber die Senkung ist immer noch überzählig. Schmeiß sie raus, der Sinn bleibt erhalten: "Bis Lichter Schatten weichen."
    Letzte Strophe: Auch wieder das Problem mit der überzähligen Senkung. Man könnte ja nun sagen, Du hättest da aus guten Grund einen Daktylus eingebaut, aber den guten Grund gibt es nicht. Ich versuche mal, die beiden ersten Verse in Jamben zu schreiben, dann hast Du zwar in V1 vier Hebungen und im zweiten nur drei (aber der Dreiheber wiederholt sich im ruhigen, ausklingenden "der Mond am Himmelszelt"), hast den dritten Vers trochäisch mit fünf Hebungen und einer durchaus berechtigten fehlenden Senkung am Ende, aber ich denke, damit könnten wir alle leben. Also: 4. Strophe
    Zuletzt die Zeit den Tag verdrängt, (xXxXxXxX)
    zurück kehrt meine Welt, (xXxXxX)
    warte bis er wieder oben hängt, (XxXxXxXxX-) fehlende Senkung, ist aber o.k.
    der Mond am Himmelszelt. (xXxXxX)
    Zu den Ratschlägen unserer Lady will ich noch etwas hinzufügen. Der Begriff der "Hebungen" und "Senkungen" wird manchmal auf das Anheben der Sprache bzw. auf das Absenken derselben bezogen. Nette, aber falsche Erklärung. Die ollen Griechen ließen ihre Schauspieler auf Stelzen gehen. Die Theater fassten ja an die 15 - 20000 Zuschauer. Und damit die Schauspieler einigermaßen zu sehen waren, musste man sie größer machen. Wenn die nun mit dem Fuß aufstampften, ihn also senkten, war damit eine Betonung verbunden. Irgend ein Dussel hat das in den falschen Hals gekriegt und aus der Hebung die Betonung gemacht. Beim Aufsagen von Kinderreimen klatscht man bei den betonten Silben in die Hände "Backe, backe Kuchen" XxXxXx. Ein großes X steht also für eine Betonung, ein kleines x für die nichtbetonte Silbe. So, genug des "Unterrichts". Ich denke, Dein Gedicht gewinnt, wenn der Redefluss durch sanfte Gleichmäßigkeit - bei Deinem Thema! - gefördert wird. Zu den Daktylen und Anapästen ein andermal. Letzte Bemerkung: Wenn ein Vers (eine Zeile) mit einer unbetonten Silbe (Auftakt) beginnt und regelmäßig eine Hebung folgt (xXxXxXxX), dann benutzt man den Versfuß Jambus. Das ganze viermal = 4hebiger Jambus. Fängst Du mit einer betonten Silbe an (XxXxXx), dann verwendest Du den Trochäus, hier einen ehebigen. Alles klar?
    Liebe Grüße,
    heinzi
    Geändert von Festival (01.11.2006 um 21:51 Uhr)

  10. #10
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    Hallo zusammen!!! vielen vielen Dank für eure Hilfe, ich hoffe
    ich kann sie auch anwenden!
    habe gerade bei einem alten Gedicht versucht die Metrik zu verbessern...
    Naja... schwer im Nachhinein!

    Danke für alle Tips, ich lerne gerne

    liebe grüsse, ang!!!

  11. #11
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    Meine Welt

    Zitat Zitat von ang.90

    Meine Welt
    *
    Sanft verdrängt der Morgen die Nacht (XxXxXxxX) hört sich trotzdem noch schön an
    Träume dem Hellen entflieh’n (XxxXxxX) Versmaßwechsel
    Luftschlösser gebaut in voller Pracht (XXxxXxXxX) hier wirds problematisch
    nun aus dem Raume zieh’n (XxxXxX) hier auch
    *
    Erster Sonnenstrahl Wünsche verbrennt (XxXxxXxxX) hier auch
    bittere Realität meinen Atem stiehlt (XxxXxxX) schwer in diesem Maß zu lesen
    Wahrheit, welche kein Erbarmen kennt (XxXxXxXxX) Versmaßwechsel
    Ins Herz meiner Fantasien zielt (xXXxxXxxX) aua, den rest musst Du Dir selber anschauen.
    *
    Ängstlich durch den Tag schleichen (XxXxXXx)
    zitternd um die Dämmerung bitten (XxXxXxxXx)
    bis Lichter Schatten weichen (xXxXxXx)
    unter brennender Sonne so gelitten (XxXxxXxXxXx)
    *
    Endlich die Zeit den Tag verdrängt (XxxXxXxX)
    zurück kehrt meine Welt (xXxXxX)
    warte bis er wieder oben hängt (XxXxXxXxX)
    Der Mond am Himmelszelt (xXxXxX)

    *

    Danke für's lesen!
    freue mich über eure Meinung!
    Ich finde es immer gut, wenn jemand wie Du bereit ist dazu zu lernen. Da, wo ich denke, dass noch Verbesserungen möglich sind, habe ich die Stellen rot gemarkt.
    Liebe Grüße, heinzi

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