1. #1
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    Novemberdepression und Grippewetter

    Wenn im November Nebelschwadenwellen,
    auf Straßen schwappen, deine Waden schwellen,
    die Bronchien rasseln, Menschen schnüffeln, triefen,
    als würden sie an Edeltrüffeln schniefen,
    nur welke Blätter lustig tanzen wollen,
    auf denen schnupfend Pflanzenwanzen tollen,
    in scharfen Winden Kopfperücken kreisen,
    die Vögel flüchten, selbst mit Krücken reisen,
    dann greife flugs zur Kuschelwärmedecke,
    damit sie dir die Dünngedärme wecke.
    Wie Frosch und Lurch im Herbst ermüden solche,
    drum strolchen nur im warmen Süden Molche.
    Auch könntest du im Alkohol noch weiter
    dich tränken und du riefst: „Zum Wohl!“ noch heiter.
    Doch willst du nicht wie all die Armen winseln,
    dann bräune dich auf tropisch warmen Inseln!
    Bist du ernst, mit flachen Lippen,
    solltest du mal lachen, flippen.

  2. #2
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    Moin
    Dem Herrn der Schüttelreime mal wieder meine Hochachtung,
    denn sie klingen wie aus dem Ärmel geschüttelt und Sinn hat das Dings auch noch. Immer wieder bin ich fasziniert von deinr unbeschwerten Art, die deutsche Sprache nach deinem Willen so zu verbiegen, dass ein famoses Dings entsteht, dass dem momentan verherbstlichten Ich sein griesgrämiges Antlitz zum Lachen bewegen kann. Frei nach dem Motto: Lach mal wieder.

    Prädikat:
    Wortakrobatik und salto mortale, lustige Streiche: lesenswert.

    Beste lyr. Grüße
    mechellion

  3. #3
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    Hallo diechallenger und mechellion,
    ich danke euch für eure tollen Kommentare
    @diechallenger: Ich glaube, wir hatten noch nicht die Ehre, deshalb freue ich mich um so mehr Aber das Wetter gestern passte doch wirklioch wie die Faust aufs Auge, um so ein Gedicht zu schreiben.... Na dann, frohes Schniefen
    @mechellion: Oh, welch Lob, ich bin ganz gerührt Ich bin den Schüttelreimen in der Tat verfallen, weil durch den Wechsel von nur wenigen Buchstaben grandiose Sinnesänderungen möglich sind, das ist für mich wirklich faszinierend. Wer Wortakrobatik mag, muss Schüttelreime lieben. Insofern könnte ich auch die Steigerung dessen mal anbieten, den Quadrupel-Schüttelreim, bei dem auch noch die Selbstlaute geschüttelt werden Bisher ist mir davon nur ein Gedicht gelungen, allerdings ein Sonett
    LG und danke an euch beide sagt
    Steffen
    Bist du ernst, mit flachen Lippen,
    solltest du mal lachen, flippen.

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