1. #1
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    Hurengelächter

    Hurengelächter


    Die Fassaden
    der Trabantenstädte
    haben sich längst ergeben.
    Die Aufbauarbeit
    ist gescheitert.

    Das Lachen in den
    engen Gassen, erinnert
    mich noch einmal
    an Christine, die meinte
    sie wäre nur eine
    Fata Morgana.

    Aber was tut man
    nicht alles für einen
    kleinen Schluck Liebe
    in der Wüste der
    Resignation.

  2. #2
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    Tag Herr Lüttke - diesen Text hier finde ich gut ..ich habe zwar noch nicht entschlüsselt warum Du das Wort Trabantenstädte verwendest - aber der Text hat was. Mir gefällt er!

    Gruß Stefan

  3. #3
    Tessa Guest
    Lieber Michael,

    wenn das Leben trist und die Umgebung öde, ist der Mensch nicht wählerisch, so verstehe ich es.

    Die Aufbauarbeit, ich denke damit meinst du das "Miteinander" ,welches gerade in Siedlungen und zwischen Hochhäusern, ein Mangel ist.
    "Zwischenmenschliches" lässt sich nicht erschaffen, wie eine neue Autobahn.

    Leider gefällt mir der Titel überhaupt nicht, er klingt wieder reißerisch.
    Denn das Gelächter kommt doch vom LI, ein zynisches Gelächter.
    Weshalb die Hure lacht, erschließt sich mir noch nicht.
    Außerdem ist das Gedicht weder liebevoll noch romantisch,
    viell wäre eine andere Rubrik besser, m.E.

    Ansonsten gefallen mir die Aussagen,
    liebe Grüße, Tessa

  4. #4
    Falderwald Guest
    Hallo Michael,

    dein Gedicht hat mich sehr angesprochen, beschreibt es doch die trostlose Situation in diesen öden Hochhausblöcken, wo die Leute Tür an Tür wohnen und sich doch nicht kennen.

    Die Fassaden
    der Trabantenstädte
    haben sich längst ergeben.
    Die Aufbauarbeit
    ist gescheitert.

    Viele dieser Wohnsilos verkommen heutzutage wirklich zu traurigen Ghettos, in denen alles Grau in Grau erscheint, trist, öde und langweilig.
    Man kann hier tatsächlich vom Scheitern der Wohnungspolitik sprechen, die das Übervölkerungsproblem der meist naheliegenden Großstädte auf diese Art und Weise künstlich lösen wollte.

    Das Lachen in den
    engen Gassen, erinnert
    mich noch einmal
    an Christine, die meinte
    sie wäre nur eine
    Fata Morgana.

    Nichts desto Trotz sind diese Trabantenstädte von Leben erfüllt, weil viele, die dort wohnen, sowieso keine Aussichten auf einen anderen Wohnraum haben.
    Das Lachen in diesen Gassen ist natürlich eine Folge des regen Treibens.
    Christine scheint wohl geglaubt zu haben, daß sie nicht dort hingehöre und hielt sich deshalb nur für eine Illusion.

    Aber was tut man
    nicht alles für einen
    kleinen Schluck Liebe
    in der Wüste der
    Resignation.

    Wahrscheinlich mußte sie dort hinziehen, weil ihr nur dort ein wenig Liebe und Achtung entgegen kam. Dafür hat sie selbst diese öde Umgebung in Kauf genommen. (Oder aber sie konnte dort besser ihrem Gewerbe nachgehen. Viele Kunden auf engstem Raum.)

    Hm, wahrscheinlich liege ich nicht ganz richtig mit meiner Interpretation, denn sie will mir nicht ganz zu deinem Titel passen.
    Ebenso glaube ich, daß du es genausogut in der Rubrik "Gesellschaft" hättest einstellen können.

    Nun bin ich gespannt auf deine Antwort und deine wahren Intentionen.

    Auf jeden Fall gern gelesen und kommentiert.


    Liebe Grüße

    Bis bald

    Falderwald

  5. #5
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    hallo,
    danke für die gute kritik.

    die erste strophe ist sehr wohl auf die trababntenstädte als solche gemünzt,
    steht aber auch als metapher für liebe, um die sich nicht gekümmert wird.


    michael

  6. #6
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    da wo die echten hexen herkommen :)
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    hey michael
    der text gefällt mir total gut. ich finde ihn sehr ansprechend.. christine..warum ausgerechnet dieser name. vielleicht verrätst du es mir ja. ich denke durch diesen namen interpretiere ich das ganze gedicht anders aber es ist trotzdem sehr schön
    glauben sie nicht auch,
    dass sie vielleicht traurig ist,
    wie sie da sitzt und weint?!

  7. #7
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    wirklich ein sehr geiles teil *find* sehr melancholisch angehaucht...genau nach meinem geschmack. das einzige was mich stört ist deine mal wieder viel zu kräftige überschrift. der titel ist echt schlecht gewählt für so ein sachlich angehauchtes thema
    wissen zerstört... denken befreit

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  8. #8
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    ich finde das die überschrift genau das wiedergibt,
    was der text aussagen soll.
    hurengelächter halt.
    das lachen, das man bezahlt.
    meistens mit geld,
    aber manchmal mit einem teil seiner seele.


    michael

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