1. #1
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    Exclamation Seelenkontrast

    Schwarze Tropfen sterben klingend,
    eingesperrt in Gitter hart.
    Winterhauch des Todes bringend,
    spiegelnd manche Lebensart.

    Da gekreuzigt zu den Sternen
    bis die Zeit vergangen ist.
    Lang genug nun um zu lernen,
    monotone Reihenfrist.

    Dort vergraben in die Erde,
    mitten in den Höllenschlund.
    Klagen trauernd in dem Herde,
    eingesaugt vom Aschegrund.

    Körperleichen aufgespießt:
    Balkenkühle Ironie
    wie zugleich das Leben fließt,
    in der schönsten Melodie...



    MfG,
    PoD
    Geändert von Patron of Death (03.11.2006 um 20:14 Uhr)
    Das Leben ist hart, aber unfair!...............................................36144mal gelesen, 622 Antworten... Danke! (Stand 17.3.2009)

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  2. #2
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    Hallo Patron of Death

    Ein passender Titel für dieses Gedicht: Der Konflikt zwischen Körper und Seele...
    Ich interpretiere dein Gedicht folgendermaßen:
    In der ersten Strophe wird beschrieben, dass die Seele eingesperrt wird und dadurch verkümmert und stirbt. Die blutende und sterbende Seele spiegelt dabei das Leben wieder, welches der Körper leben möchte und das der Grund dafür ist, dass sie eingesperrt wird, weil sie nicht zu diesem Leben passt.
    Die zweite Strophe beschreibt die lebenslangen Qualen der Seele (gekreuzigt ... bis die Zeit vergangen ist), die sich nicht entfalten kann, weil der Körper ein "normales", standardisiertes, monotones Leben führen möchte.
    Nach ihrem Tode wird die Seele in der ritten Strophe begraben und muss auch hier, im Höllenfeuer, wieder und weiterhin Qualen erleiden, während, wie in der vierten Strophe beschrieben, das Leben des Körpers ohne Seele, die er ja schon vorher eigentlich nicht gebraucht hat, weitergeht. Dazu passt allerdings der Begriff "Körperleichen in S4 Z1" nicht. Deshalb ist meine zweite Interpretation für die letzten beiden Strophe folgende: In Strophe 3 wird nicht der Tod der Seele beschrieben, sondern nur eine verstärkte Beschreibung der Qualen der Seele gegeben, von der sie erst in der vierten Strophe, in der der Körper gestorben ist, befreit wird. Während der leb- und seelenlose Körper aufgespießt wird und somit tot zurückbleibt fließt die Seele, die eigentlich das Leben ausmacht zum nachsten Körper, um diesem Leben einzuhauchen und dieses Leben diesmal zu genießen, weil sie nichtmehr unterdrückt wird.
    Bin mal gespannt, was du zu dieser Interpretation meinst und wollte noch fragen, was du mit dem Wort "Balkengleich" in S4 Z2 aussagen wolltest, da ich diesen Begriff nicht mit der Ironie, die er beschreiben soll, unter einen Hut bringen kann.

    viele Grüße
    thamis
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  3. #3
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    ui
    eine große interpretation, sehr interessant..
    nur leider scheint es mir leider, als ob du dich zu sehr an dem titel orientiert hast
    des problem ist, das meine titel meisten vollkommen nichtssagend sind
    zumindest für alle außer für mich selbst, weil ich damit etwas verbinde, was außenstehende schwer erkennen können...

    nein, es geht nicht um seelen
    ließ es dir am besten nochmal gründlich durch, es ist eigentlich schon recht offensichtlich geschrieben, das es sich um sehr... reale dinge handelt

    MfG,
    PoD
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  4. #4
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    ^^ naja also seelenkontrast ist meiner meinung nach etwas weit hergeholt.
    der titel passt nicht zum gedicht, da das gedicht sehr gut ist!
    also menschen die ein instrument spielen könnten es schnell merken, was damit gemeint ist, da liege ich doch richtig, oder?

    die dritte strophe versteh ich nicht so...
    erklär mal...

    mfg Matze

  5. #5
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    Hallo Patron of Death!

    Ich persönlich verbinde dein Gedicht mit Gefangenen, KZ...
    Ich glaube zwar, dass ich mit meiner Interpretation falsch liege, aber mir gefällt sie gut für den Text... der übrigens toll geschrieben ist!

    Liebe Grüße


    P.S.: Nachdem ich hilanders Vermutung und das Gedicht noch mal gelesen habe, ist mir jetzt, glaub ich, relativ klar, was du wirklich meintest - dennoch mag ich meine Interpretation dazu, finde sie auch teilweise passend.


    P.P.S. (): Mir ist grad noch was aufgefallen... in der letzten Strophe gibt es eine Doppelung von "gleich" (balkengleiche und zugleich). Empfinde das irgendwie als störend, aber nicht übermäßig.
    Geändert von Branquignole (03.11.2006 um 17:22 Uhr)
    Veröffentlich wird jetzt schwarz auf weiß, auf echten Seiten. Infos auf meinem Blog.

  6. #6
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    oh, bigbrother lässt grüßen
    da liege ich doch richtig, oder?
    ...ja... mist
    die dritte is das gegenteil zur zweiten, deswegen auf "da/dort"
    grund soll daher der hintergrund sein, asche is ja meistens weiß

    danke greyDream für des kompliment, und man kann sicher lich auch das gedicht anders sehen, vll auf andere dinge beziehen wie zB KZs..
    liegt im auge des betrachters

    MfG,
    PoD

    Edit: danke, werds mal umschreiben...
    Geändert von Patron of Death (03.11.2006 um 20:14 Uhr)
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  7. #7
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    @greydream

    nachdem ich dein kommentar gelesen habe, bin ich das gedicht nochmal durchgegangen...

    ich war verblüfft, tolle interpretation an der man sieht wie aussageschwach dein gedicht ist brüderchen.....neiiiiiiiin scherz!!!!! im gegenteil, es ist schön wie sich jeder bei (fast je)dem gedicht sein eigenes bild machen kann.

    mfg Matze

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