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Thema: Herbstbild

  1. #1
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    Herbstbild

    .

    .
    .
    Frisch gewasch'ne Wolkenlaken
    hängt der Herbst im Himmel aus,
    festgezurrt am Sichelhaken
    eines Monds: Durchs Blätterblaken
    linst er friedlich uns aufs Haus.
    .
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    Wer lesen will, wie das Gedicht weiter geht, sieht hier den Grund dafür, warum ich es aus urheberrechtlichen Gründen gekürzt habe.
    Geändert von yarasa (19.07.2009 um 16:30 Uhr)
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

    Eine Art Grundsatzpapier zu meinen Kritiken
    yarasas Fingerübungen

    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  2. #2
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    da hatten 2 wiedermal eine ähnliche idee. ich war erster! http://www.gedichte.com/showthread.php?t=81685
    herbst - waschküche, tumbler... nichts für feinwäsche und wolle!(so unter hausfrauen)
    dein gedicht gefällt mir. einerseits die simple beobachtung, und dann die kunstvolle verarbeitung mit lustigen bildern.
    a liaba härbschtgruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  3. #3
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    Hallo lepi

    dank dir für die freundliche Rückmeldung - und manche Bilder passen so genau, dass man sie ja nicht alleine als einzige entdecken kann.

    Lg
    yarasa
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

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    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  4. #4
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    Zitat Zitat von yarasa
    Frisch gewasch'ne Wolkenlaken
    Hängt der Herbst im Himmel aus,
    festgezurrt am Sichelhaken
    eines Monds: Durchs Blätterblaken
    linst er friedlich uns aufs Haus.

    XxXxXxXx
    XxXxXxX
    XxXxXxXx
    XxXxXxXx
    XxXxXxX

    Wind zerrt gierig an der Leine,
    die die Wolkenfische hält.
    Treibt, wie grüne Stachelschweine,
    über graue Klinkersteine,
    die Kastanien: ungepellt.

    XxXxXxXx
    XxXxXxX
    XxXxXxXx
    XxXxXxXx
    XxXxXxX


    Stürmisch ist die Welt geworden –
    Wind und Ohren sind eiskalt.
    Frisches Blau voll weisser Orden,
    Feuerbunte Blätterhorden
    haben dieses Bild gemalt.
    XxXxXxXx
    XxXxXxX
    XxXxXxXx
    XxXxXxXx
    XxXxXxX

    Mir gefällt dein Gedicht sehr gut, hab ich gern gelesen. ich finds toll wie man auf so interessante metaphern kommen kann....
    ;o)

  5. #5
    Glorfindel Guest
    Hutu Yarasa,

    welch ein herbstliches, metaphorisches Stürmen, hast du da auf uns losgelassen?

    Wolkenfische = Drachen?
    weiße Orden auf blauen Grund
    grüne Stachelschweine
    feuerbunte Blätterhorden

    Ich fühl mich jetzt richtig herbstlich und freu mich auf die frisch bezogen Dr. Bibberbettwäsche im eisgekühlten Schlafgemach.

    Was isn das Blätterblaken?

    Der Ostwind blähst heut brachial,
    streut Feuerfedern auf das Feld,
    das Bauer Hansen brach gestellt,
    kündet den Herbst uns nonverbal.

    Sehr gern aufgelesen.

    lg
    vom
    Tagschatten

    Anmerkung: Es passt yarasa...
    Geändert von Glorfindel (05.11.2006 um 23:05 Uhr)

  6. #6
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    Hallo yarasa,

    ein wirklich zauberhaftes Herbstgedicht, da fange ich fast an, den Herbst zu lieben, wenn ich von frisch gewaschenen Wolkenlaken und feuerbunten Blätterhorden lese. Formal braucht man, glaube ich, nicht mehr viel sagen - da passt bei dir ohnehin immer alles wunderbar und auch die Sprache steht außer Diskussion.

    Ich weiß nur nicht ganz, wie mir die Überbetonung der Wolken (Wolkenlaken in S1, Wolkenfische in S2) gefallen soll. Finde ich weniger gelungen, obwohl beide Formulierungen wirklich wundervoll sind und es schade wäre, müsste man sich von einer trennen. Wenn, dann aber eher die Wolkenfische raus.

    Auch hätte ich noch einen Vorschlag für S1Z5: Statt "linst er friedlich uns aufs Haus" würde ich empfehlen: "linst er friedlich auf das Haus". Klingt für mich irgendwie runder, v.a. da du mit "uns aufs Haus" drei Wörter in Folge hasst, die mit einem s-Laut abschließen. Das klingt dann eher, wie wenn man einer Schlange auf den Schwanz steigen würde. Inhaltlich wäre vermutlich im Übrigen nicht viel verloren, obwohl natürlich gewissermaßen das lyr. Uns flöten geht. Ist aber die Frage, ob du das überhaupt brauchst für dein Gedicht.

    Aber ein wirklich wunderbares Gedicht, das ich sehr gern gelesen habe und noch viele Male sehr gern lesen werde.

    Liebe Grüße

    Thomas
    "Man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben fähig ist."
    Jorge Luis Borges


    Mein Wiedereinstiegsgedicht nach all der Zeit: So ist mein Herz ein dunkler Teich

    Meine Werke und meine Empfehlungen.

    Freiwillige Selbstverpflichtung 3:1

    Und hier noch auf Wunsch von Nachteule etwas von ihm (als Dank für die Hilfe im Mod-Faden): Nachteule

  7. #7
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    Hallo ihr drei

    vielen Dank für die Rückmeldung.
    Jaa, das ganze Gedicht ist etwas sehr Wolkenlastig - und über die Wolkenfische bin ich selber nicht ganz glücklich. Allerdings ist mir keine schlaue Alternative eingefallen... (klar, sonst würde sie ja da stehen)
    Aber ich freue mich, dass die Herbstbegeisterung doch etwas anstecken kann.
    Natürlich sind nicht alle Tage so, aber es gibt sie, die Tage die nur aus Frische, Klarheit und leuchtenden Farben bestehen...

    @Tagschatten
    Blätterblaken - blaken ist ja das, was Feuer tut, wenn es stark windet oder wenn ein Docht zu lang ist. Und in diesem Stadium ist Feuer gelb und rot. Wenn es schön brennt, ist es ja meist heisser und damit eigentlich heller (hellgelb - weiss - hellblau). Daher fand ich es passend: rotgelb und unregelmässig flackernd... Passt es?

    LG
    yarasa
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  8. #8
    November_Rain Guest
    wunderhübsch mal wieder, yaresa!
    man kommt so richtig in herbststimmung, in diesem jahr wars ja zeitweise auch besonders herrlich draußen, bei schönem wetter, sonnenschein, viele blätterstürme auf den straßen...
    besonders toll: die "feuerbunten blätterhorden"- ein wirklich bezauberndes herbstbild! da steckt ne menge kreativität und die fähigkeit für genaue detaillierte beobachtung drin... *lob*

  9. #9
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    Hi Felderwisch,

    sehr schönes Stimmungsbild. Besonders gelungen, weil die Bilder alle sehr neu und unverbraucht sind. Wie schön die grünen Stachelschweine! Metrisch zieht es einen mit wie mit dem frischen Herbstwind (sogar ohne Füllwörter ).

    Gesehen, gelesen, verliebt ... danke

    Eva
    EvaAdams

    (c) Mein Werkverzeichnis: Unterm Feigenbaum = überholungsbedürftig, aktuelles bitte unter Profil nachsehen


    Die WÖRTERWUNDERTÜTE ist da!

    Mein Buch Leitersprossen

  10. #10
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    Hallo ihr zwei

    Ja, ja, ich bin ein schlechter Kantonist - oder eine gewiefte Taktikerin.
    Das ist ein bisschen arg lange liegen geblieben

    Ich danke auch euch für den wohlwollenden Kommentar - und solange hier der Herbt so herbstlich bleibt, hoffe ich, dass der Text oben schwimmt...

    LG
    yarasa
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  11. #11
    königindernacht Guest
    Liebe Yarsa- alles Kritische betreffs der Wolken ist gesagt worden, alles Schöne zum Lyrischen noch nicht: Es ist ein leichtes, fast verspieltes, lyrisches Bild, das du uns da gemalt hast, voller nachvollziehbarer Farbspiele, die meine Phantasie so anregen, dass ich den Wind hören und das Laub riechen kann,

    herzlichst, KÖ

    PS. Vielleicht gibst du den Fischen da oben eine Eigenschaft...

  12. #12
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    Hallo kö

    welche überraschung - du zurück und sogar Kommentatorin in meinem Faden.

    Und wie immer schaffst du es, mit ein, zwei Sätzen aus dem Guten das Beste herauszuholen. Wie hast du mir gefehlt!

    Zwei Vorschläge (welcher wäre wohl besser?):
    ... die die weissen Fische hält...
    ..................oder
    ...die die weissen Tücher hält

    Denn zur Leine passt beides. Vielleicht mag sich ja jemand dazu noch äussern

    LG
    yarasa
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    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

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  13. #13
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    Ja, guten Morgen erstmal..

    liebe yarasa,

    jetzt, wo endlich alle schlafen und das Forum mir ganz alleine zu gehören scheint, komme ich endlich auch bei deinem farbenfrohen und Winddurchtosten Herbstgedicht vorbei, das ich natürlich schon kenne, aber eben noch nicht besenft habe.

    Also, Tube auf, Richtung nehmen und...Druck...

    Möchte mich fast wörtlich dem guten Thomas und der endlch wieder unter uns weilenden Kö anschließen, deren Kommentare mir besonders gut gefallen.

    Vielleicht aber noch dies, es sticht für mich schon unter vielen anderen Werken mit Herbstcharakter hervor, eben weil es so dxynamisch aufgebaut ist, mit herrlichen Bildern durchsetzt und man sich mittendrin in diesem fluffig-bunten Szenario fühlt. Eine rundum feine Sache, zumal du mein Lieblingsreimschema verwendet hast...

    Liebe Grüße
    crux

  14. #14
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    Hallo crux

    Auch dir danke ich ganz herzlich für deinen Kommentar.
    Ich liebe die dynamische Seite am Herbst. Die melancholische ist mir suspekt
    Schön, dass die Begeisterung auch bei dir durchdrückt.

    LG
    yarasa
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  15. #15
    königindernacht Guest
    Achtung, meine Liebe: Zweimal weiß im Gedicht...

    Ach, wenn schon perfekt, dann ganz...*lächel* KÖ

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