Flammen in mir

Bin müde, meine Kräfte schwinden.
Will dich nie mehr in mir wiederfinden.
Klares Wasser – so leicht zu durchschaun –
wird immer trüber, kann meinen Augen kaum traun.
Das Glas halb leer, nicht mehr halb voll.
In Hintergrund leise ein Klavierstück in Moll.
Die Wolken grau, der Himmel verhangen.
In Gedanken schon hundertmal Selbstmord begangen.
Tausendmal hast du mir ins Herz gestochen
und genauso oft meinen Willen gebrochen.
Gestorben bin ich, jedesmal,
wenn deine Wut und deine Selbstsucht meine Liebe stahl.
Mit jedem Wort, was du sagtest, hast du gelogen
und nicht nur mich sondern auch deinen Stolz betrogen.
Hast mich nicht losgelassen, hattest mich gefangen;
die Narben blieben, auch wenn der Schmerz gegangen
war und völlig zerstört lieg ich nun am Boden,
während um mich herum die Flammen lodern.

Du lässt mich nicht los und schaffst es so Jahr für Jahr
mein Leben zu bestimmen, birgst für mich Gefahr.
Jede Erinnerung an dich tut so wahnsinnig weh,
jedesmal, wenn ich dich in meinen Gedanken seh,
betrunken, wütend, tobend und blind
und erschrocken, dass das nicht wir sind,
die sich da streiten, wegen Liebe und Treue.
Jedesmal deine Entschuldigung voller Reue,
doch dir geht´s eigentlich um Besitz und Macht
und deine Eifersucht, die diesen Hass entfacht,
mit dem du mich Stück für Stück ein bisschen mehr entstelltst,
weil du dich schon lang nicht mehr wie ein Mensch verhältst.

Die Flammen erreichen mich,
doch ich kann sie nicht spüren.
Durch die Schmerzen in mir
kann mich nichts mehr berühren.
Trotz der Hitze lieg ich da
und frier –
Ich will nicht mich töten,
sondern dich in mir!


written by Bluebee103 (2003)