1. #1
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    Gedichtform: Sonett

    Hallo liebe Forumler,

    ich habe eine Frage an euch bezüglich der Gedichtform Sonett.
    Ich interessiere mich für diese Form immer mehr, es macht Spaß damit zu arbeiten.

    Deshalb wüsste ich gerne welche Inhalte üblicherweise in Sonetten untergebracht werden, ob es da „Grenzen“ gibt und ob man von diesem Schema >These im 1. Quartett, Antithese im 2. Quartett und Synthese in den Terzetten< abweichen kann bzw. darf und ob es dann immer noch ein Sonett ist.

    Man könnte ja theoretisch ein Gedicht lediglich in der typischen Form eines Sonettes schreiben…aber ob es dann eines ist...das ist meine Frage

    Ich freue mich auf Antworten,


    LG Chris
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  2. #2
    Flamme ist offline Krauseminze, Minze, krause
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    Hallo Chris

    also ich weiß definitiv, dass es auch Sonette ohne die klassische Form (These/Antithese/Synthese) bibt (u. a. von Rainer Maria Rilke )

    was das mit den Grenzen anbelangt, so kann ich nur mit meiner Meinung dienen: nein - ich denke, man kann sowohl positives als auch negatives in einem Sonett ausdrücken, oder auch ganz absurde Themen - egal

    es ist zwar ein Unterschied, ob es nun ein Sonett im strengen, klassischen Sinne ist, oder nicht, aber dann ist es immernoch ein Sonett.

    hoffe, ich konnte ein wenig helfen

    lg
    flamme


    Sag nichts dagegen, gewiß, Du kannst alles widerlegen, aber zum Schluß ist garnichts widerlegt. (F. Kafka - Das Schloß)

  3. #3
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    Heute geht sehr viel als 'sonett' durch - wie Flamme schon erwähnt hat, sind viele Sonette von Rilke z.B. auch in Daktylen geschrieben.

    Gleichzeitig finde ich aber immer, dass die Aufgabe einer festgewählten Form auch die Beschränkung ist, dies bietet ja gerade die Möglichkeiten eben dieser Form.
    Also: 5-hebige Jamben oder Alexandriner, und der (wie es Terzi nannte) 'Geiz mit den Reimen', eben das ABBA ABBA in den Quartinen. Wenn dann der Inhalt noch passt, dann ist es schlicht 'formvollendet' - alles andere ist 'angelehnt', aber deshalb noch lange nicht verboten.

    LG
    yarasa
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

    Eine Art Grundsatzpapier zu meinen Kritiken
    yarasas Fingerübungen

    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  4. #4
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    Hallo ihr beiden,

    danke für eure Antworten

    Von Rilke kenne ich nichts aber wenn er es macht, kann es ja nicht falsch sein

    Nagut....das wichtigste war mir, ob man dieses >These, Antithese, Synthese< Schema einhalten "muss".

    Danke für eure Hilfe,


    LG Chris
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  5. #5
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    Hallo ferdi,

    danke für deine Antwort.

    Nagut, wenn sich so viele nicht daran halten...
    Okay, diese Frage wäre dann beantwortet.

    Jetzt kommt gleich die nächste.

    Wie funktioniert das mit einem Kranzsonett.

    Schreibt man zu erst alle 14 Teile und wenn man Glück hat ergibt sich ein Meistersonett daraus oder wird zu erst das Meistersonett geschrieben?

    Hach, ich bin so neugierig^^

    Auch hier hoffe ich natürlich wieder auf Antworten


    LG Chris
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  6. #6
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    Ähem...nein....dann doch lieber zu erst das Meistersonett

    Aber ich hätte jetzt gedacht, zu erst müssten die übrigen 14^^


    Danke für deine Antwort


    LG Chris
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  7. #7
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    Hallo Chris,
    es ist, glaube ich, beides möglich. Wenn du zuerst das Meistersonett fertig hast, dann füllst du sozusagen die Lücken dazwischen. Dann wirkt mE das Kranzsonett vollendeter und du läufst nicht in Gefahr, das sich die Zeilen nicht gutwillig zum Meistersonett fügen. Im Auge haben solltest du es auf jeden Fall von Anfang an. Auch welche Teile des Inhaltes in welchem Sonett behandelt werden, sollte relativ zu Beginn, wenigstens grob, festgelegt werden. Auch wieviel von der formellen Struktur du einhalten willst, sollte zu Beginn geklärt werden. Davon hängt es ab, wie oft du manche Reime bedienen mußt. Das ist bei abba abba in den Quartinen fast unmöglich. Diese Reimverkettungen solltest du sogar schon bei der Aufteilung des Inhalts berücksichtigen. Auch die Spannungskurve solltest du schon zu Beginn bedenken und dir starke Reimpaare dementsprechend aufsparen. Ich hatte mein Meistersonett nach dem 3. Sonett grob festgelegt. Natürlich passt man dann alles noch im Verlauf an. Aber Planung hilft sehr. Viel Spaß!

    Krähe

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