1. #1
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    Satans Werk und Gottes Sinn

    Dem Teufel schien der Zeitpunkt passend,
    mit Jesus ein Gespräch zu führen,
    begab sich, die Hölle unten lassend,
    zu des Himmels mächtgen Türen.

    Er rief als dann mit aller Kraft,
    feistes Grinsen im Gesicht:
    -Komm und schau was Du geschafft,
    Deiner Taten Endgewicht!-


    Und beide fuhren dann zusammen,
    aus lichter Höhe tief hinab,
    bis sie auf die Erde kamen,
    die Gott dereinst den Menschen gab.

    Auf der Wüsten höchstem Berg,
    zwischen Mensch und Himmelszelt,
    zeiget Satan stolz sein Werk,
    das er schuf auf dieser Welt.

    -Siehe an der Menschen Hände,
    voller Gier nach Macht und Gut,
    bis in Deiner Kirchen Wände,
    sind getränkt in schuldlos Blut!-


    Jesus sprach mit Gottes Stimme:
    -Erinner Dich was ich gesprochen:
    Tust du dem niedrigsten das schlimme,
    hast Du es an mir verbrochen.-


    -Ich tat der Hölle Tore auf,
    und der Menschen Geiste seicht,
    lies mir im Bösen freien Lauf,
    machte mir mein Treiben leicht.-


    -Alles was Du dem Mensch gebracht,
    Hass, Gier, Neid und Schmerz,
    hat dem Guten große Pein gemacht,
    und deren Leid berührt mein Herz.-


    -Wenn Dich auch ihr Kummer rührt,
    oh Hirte derer die verloren,
    bin ich zum König hier gekürt,
    umsonst wardst Du geboren.-


    -Deine Taten, oh Engel der gefallen,
    sind vergänglicher Natur,
    unendlich ist bei allen,
    Gottes wahre Liebe nur.-


    -Sie töten sich in Gottes Namen,
    rauben auch den ärmsten aus,
    und die Welt die sie bekamen,
    ist der Unzucht eigen Haus.-


    -Fürst der Hölle, Herr vom Schmerz,
    wenn nur eine Seele eingebettet,
    meinen Namen tief im Herz,
    soll sie auf ewig sein gerettet.-


    -Du glaubst ich tat vergebens?
    Sieh alleine doch die Kinder,
    als Folge meines Strebens,
    sind deren Eltern ihre Schinder.-


    -Wer der Kinder Unschuld raubt,
    soll verbannet sein in Deine Hand,
    doch hast wahrlich Du geglaubt,
    ich hab nicht Kinderleid erkannt?-


    -Was tust Du für die Kinder Dein?
    All die Not die ich hier gab,
    und Du ließest sie allein,
    schicktest sie in frühes Grab.-


    -All jene die unschuldig versiechen,
    durch Deiner Taten Schlag,
    nicht vor Satans Hasse kriechen,
    sind gerettet schon am ersten Tag.-


    -Was willst Du sagen, Herr der Liebe,
    soll mein Streben fruchtlos sein?-

    -Nein, Herrscher aller Seelendiebe,
    doch bleibet Deine Ernte klein.-


    -Ich schlug die Welt mit Krieg und Grimm,
    viele Menschen kauft ich mir.-

    -Doch der Menschen Übel schlimm,
    erzeugen nur ganz wenige hier.-


    -Der Menschen allergrößter Teil,
    leidet nur der mächtgen wegen,
    und schwingst Du weiterhin das Beil,
    wird wahre Liebe sie bewegen.-


    Da erkannt er Gottes Macht,
    und fuhr zur Hölle gar hinein,
    und Jesus sprach ganz leis und sacht:
    -Niemals lass ich Euch allein!-
    Geändert von Horus2003 (05.11.2006 um 11:20 Uhr)
    Des Teufels genialster Trick war, die Welt glauben zu machen er existiere nicht!

  2. #2
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    Hallo Horus 2003,

    ein sehr sehr schönes Werk. Einen kleinen wenig lang, aber man findet zum
    Thema viele Worte. weiter sooooooooo.

    freundlichst
    mona rie

  3. #3
    Steven Inferno Guest
    Gefällt mir sehr gut das Gedicht.
    Liest sich sehr flüssig. Ist dem Stil Goethes wohl nicht unähnlich.

    Gruß, Inferno

  4. #4
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    Naja aus dem Dialog zweier Machträger hätte ich mehr versprochen. Noch hat Satan Zeit noch wird er Seelen ernten. Und der Abgang von ihm wird in diesem Gedicht etwas bilig umgesetzt wenn ich mich an die geliebte Offenbahrung des Johonnes erinnere, dort waren etwas mehr, ich sag mal, Specialeffekte.

  5. #5
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    Hi Horus,

    es liest sich schön, fast wie die Geschichte aus der Bibel, in der der Teufel mit Jesus auf einen Berg stieg.
    Einige Kleinigkeiten sind aber doch aufgefallen, etwa manchmal die Groß- und Kleinschreibung, Beistriche, ab und zu holpert der Lesefluss ein wenig, ließe sich aber ganz leicht hinbekommen.


    Dem Teufel schien der Zeitpunkt passend,
    mit Jesus ein Gespräch zu führen,
    begab, die Hölle unten lassend,
    sich zu des Himmels mächtgen Türen.

    Diese Strophe würde ich in jedem Fall überarbeiten:

    -Alles was Du dem Mensch gebracht,
    Hass, Gier, Neid und Schmerz,
    hat dem Guten große Pein gemacht,
    und deren Leid berührt mein Herz.-

    hier stimmt die Metrik nicht und das "gemacht" klingt weniger schön.

    Es würde sich aber auszahlen, das Werk etwas zu überarbeiten.

    Ansonsten gern gelesen, wenn auch lang, so ist der Schlussatz sehr schön.

    Liebe Grüße
    Eva
    EvaAdams

    (c) Mein Werkverzeichnis: Unterm Feigenbaum = überholungsbedürftig, aktuelles bitte unter Profil nachsehen


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