1. #1
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    Die Hausdurchsuchung

    Sonntag früh, der Morgen dämmert,
    man wüst an meiner Haustür hämmert.
    Ich mache auf, zwei Herr'n in Grün,
    die woll'n mich seh'n, was wird mir blüh'n?

    Stimmt, ich bin ein schlimmer Finger
    drehe laufend krumme Dinger
    Geh nach Holland oft auf Reisen,
    nie war mir was nachzuweisen.

    Schon sehr lang die Herren träumen,
    mir mein Haus mal aufzuräumen.
    Diese beiden Amtsgesichter
    zeigen mir den Schrieb vom Richter.

    So stürmen sie mir durch die Hütte,
    der Große vorn, danach der Lütte.
    Schränke werden aufgerissen,
    oh, was sind sie doch beflissen.

    Zuletzt geht's in mein Schlafgemach,
    mein Bett belegt, es liegt nicht brach.
    Gierig peilen die Kollegen,
    sehen sich da was bewegen.

    Der Lange stutzt und er erblasst,
    und als er endlich sich gefasst,
    erkennt er ihn, Joint noch in Glut,
    "Verdammt, mein eigen Fleisch und Blut!"
    Geändert von Capesha (12.11.2006 um 11:29 Uhr)

  2. #2
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    Capesha

    grins - zum Glück war ich mal mit nem Polizisten zusammen und kenne die Hintergründe - hehe

    Gern gelesen ...

    PS: Zuletzt ist dran mein Schlafgemach - das würde ich drehen....

  3. #3
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    Soso Kerlchen, da habe ich es hier mit einem Insider zu tun *grien*
    In deiner Version wäre es dann Männchen + Männchen - das macht es gleich noch mal pikanter
    Danke für deinen Verbeserungsvorschlag - so klingt es wirklich gefälliger und weniger verdreht, ich setze dies gleich um.

  4. #4
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    heeee Challenger, du weißt doch, dass du strikt trennen musst zwischen der lieben Capesha und dem bösen "lyrischen Ich", nicht wahr? *zwinker*

    Das einzige, was man mir vorwerfen kann, ist meine überschäumende Fantasie. Ansonsten bin ich ein unbeschriebenes Blatt in Richtung Schandtaten

  5. #5
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    Liebe Metrik Konifere,

    Die Triebe deiner Metrik sprießen an manchen Stellen tatsächlich wild und bunt.
    Lustig ist dein Dings ja und mit kleinen Korrekturen wird's noch flüssiger.
    Bsp.: S2V4 - einfach "doch" weglassen und der Trochäus bleibt sauber, ohne dass Inhalt verloren geht.

    Nicht überall geht es so einfach, und auch nicht überall stört der Wechsel von Jambus auf Trochäus und zurück, aber manchmal eben schon.

    Und wenn ich noch ein bisschen nörgeln darf, in den beiden folgenden Versen finde ich die Wortstellung schon sehr erzwungen. Da hast du zu schnell gepostet, denn ich denke das kannst du hinbekommen.

    Zuletzt ist dran mein Schlafgemach,
    Doch als die Lage er erfasst,
    Aber, liebe Capesha, ich hätte nicht kommentiert, wenn es mir ganz und gar nicht gefallen hätte.

    lg VC
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  6. #6
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    Hallo VC,

    Ja, meine Metrik ist zur Zeit wahrlich etwas ungezügelt - und dies blieb nicht unentdeckt

    Schön, dass du dich dennoch durchgelesen hast und mir eine konstruktive Kritik hinterlassen hast, die ich gerne annehme.

  7. #7
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    Heeee Alex, so ganz fremd ist sie mir ja nun doch nicht. Nur manchmal bekomme ich Metrik und Thema nicht unter einen Hut - und dann muss man eben Prioritäten setzen, soch!

    PS.: schön, mal wieder von dir zu hören (lesen)

  8. #8
    Tessa Guest
    Liebe Capesha,

    nix zur Metrik von mir, ist ja auch schon alles geschrieben.

    So, erst düst das LI (wer auch immer das sein mag ) nach Holland um Tulpen ( Synonym ) zu kaufen, sie sicher ganz legal in unser Ländle zu bringen und wundert sich dann, dass die grünen Herren selbst das Schlafgemach unter die Lupe nehmen.
    Immerhin war LI so schlau, sich den "Richtigen" in die Kissen zu legen.
    Was macht da noch der Joint .

    Gern gelesen, schmunzel noch,
    ganz liebe Grüße,
    Tessa

  9. #9
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    Zitat Zitat von zwaraplotzwart
    Das soll heißen:
    Wenn der Dichter nicht die Brücke zwischen Metrik und Aussage schließen kann und das auch noch zugiebt...............
    lg
    Alex
    Richtig Alex, dies ist übel. Denn wenn der Dichter seine Schwächen schon erkennt, kann er sie auch gleich ausbügeln, nicht? *fg*
    Apropos ausbügeln: "zugibt" ohne "e" sieht irgendwie netter aus

    @Tessa: schön, dass dir das Thema einen Schmunzler entlocken konnte

  10. #10
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    Liebe Capesha

    wird wohl Zeit, dass ich mich wieder einmal bei dir blicken lasse, long time no see..

    War zwar schon zum Lesen hier, aber immer diese dummen Ablenkungen, die einem dazwischenfunken, und dann vergisst man's doch...

    Dein Gedicht gefällt mir schon sehr gut, es transportiert einen schönen trockenen Humor und die Pointe ist sowieso unschlagbar, nur hätte ich mir hier und da eine etwas geschmeidigere Sprache gewünscht. Wenn ich darf, zeige ich dir mal die Stellen auf, die ich meine

    Sonntag früh, der Morgen dämmert,
    es wüst an meine Türe hämmert. (man wüst an meiner Haustür hämmert)
    Draußen stehen zwei Herrn in Grün, (Ich mache auf, zwei Herr'n in Grün,)
    die möchten mich arg gerne sehn! (die woll'n mich seh'n, was wird mir blüh'n?)

    Ja, ich bin ein schlimmer Finger, (Stimmt, ich bin ein schlimmer Finger)
    drehe gerne krumme Dinger. (drehe laufend krumme Dinger)
    Geh nach Holland oft auf Reisen,
    nie war mir was nachzuweisen.

    Schon sehr lang die Herren träumen,
    mir mein Haus mal aufzuräumen.
    In den Augen glänzend' Lichter, (diese beiden Amtsgesichter)
    in der Hand nen Schrieb vom Richter. (zeigen mir den Schrieb vom Richter)

    So stürmen sie mir durch die Hütte,
    der Große vorn, danach der Lütte.
    Schränke werden aufgerissen,
    aufgeschüttelt alle Kissen. (oh, was sind sie doch beflissen)

    Zuletzt, da kommt mein Schlafgemach, (Zuletzt geht's in mein Schlafgemach)
    Der Eine folgt dem Andern nach. (mein Bett belegt, es liegt nicht brach.)
    Lüstern spähet der Kollege, (Gierig peilen die Kollegen,)
    was in der Koje sich bewege. (sehen sich da was bewegen.)

    Doch als er die Szenerie erfasst, (Der Lange stutzt und er erblasst,)
    da ist der Polizist erblasst: (und als er endlich sich gefasst,)
    In meinem Bett, der Joint in Glut, (erkennt er ihn, Joint noch in Glut,)
    da liegt sein eigen Fleisch und Blut ("Verdammt, mein eigen Fleisch und Blut!")

    Weiß nicht, ob es sich jetzt auch für dich etwas flüssiger liest, ist ja nicht die Welt, nur ein kleiner Nachschliff.

    Hat mir Spaß gemacht, dein Gedicht zu lesen und zu kommentieren.

    Liebe Grüße
    crux

  11. #11
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    Lieber Crux,
    vielen Dank fürs Lesen und die Korrektur.
    Das Lesen hat dir Spaß gemacht? Danke, ich gebe es gern zurück: das Lesen deiner Korrekturen hat MIR Spaß gemacht (allein: das Bett, es liegt nicht brach ist zum Brüllen).
    Ich werde deine Vorschläge in das Gedicht einarbeiten, so macht es den anderen Lesern sicherlich auch mehr Freude. Und für mich sind deine Anmerkungen gleich noch mal ein Anreiz, an meiner Geschmeidigkeit zu arbeiten - merci!!!

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