An der vordersten Front - steht der Soldat
Geschultert das Instrument des Todes - auferlegt durch den Staat
Mit tiefer Stirn kämpft er für den Schrecken
Mit Grimm und aus Selbstzweck beginnt er seine Wunden zu lecken

Er zog los - für Mutter - Staat und seine Ahnen
Doch allein liegt er nun - im Fegefeuer des Schützengraben
Freiwillig gezwungen wurde er entsandt
Frieden wollte er sähen - doch Haß ist alles was er fand
Ruß - Blut - haften an Gesicht und Händen
Granaten des Zorns sind es - die ihn nun blenden

Fern sind all die weltlichen Reize
Fast vergessen - wann er zuletzt in Frieden speiste
Erneutes Beben - weiter schreitet die Konfrontation - neue tote Freunde
Unendlich scheint der Blutschleier an diesem Riff - der ihn schon seit Jahren säumte
Sinn und Wert - dieser perversen Präsentation
Erfunden und verschleiert von den Königen auf dem alten Thron

Zweifel schleichen sich in des einsamen Kriegers kalten Herzen
Nahrung findet er in seiner Opfer Schmerzen
Der Klub der toten Philosophen liegt nun brach
Nutzlos sind ihre Erkenntnisse - hier im blutig’ grauen Gras
Umgeben ist er von tausenden Schreien seiner Kompanie
Ohrenbetäubend und leidvoll - doch hier im Schützengraben hört man sie nie

Jeder Schritt, jeder Atemzug - jeder Wimpernschlag - er könnte der letzte sein
Und verrotten würde sein Kadaver hier im Nichts - mitten unter Millionen - allein
Wie ein Dolch durchzuckt ihn plötzlich das Gefühl der Taubheit - nieder er sinkt
Warm wird sein Gesicht - und er schmeckt das Blut das seinem Kopf entspringt
Er spürt die Kugel die seinen Schädel spaltet
Und sieht wie sich die Ironie vor ihm entfaltet

Millionen Erinnerungen, Tausende fragen, Hunderte Hoffnungen und Dutzende von Liebenden
Werden von einer Frage durchbrochen und überschrieben

Nur eine Frage in welcher sich all seine Traeume verlieren
„Wie kann solch Irsinn in unserem Herzen passieren“



Ein Gedicht welches schon fast in vergessenheit geraten ist. Vor langer zeit geschrieben und doch noch Aktuell, aber das ist der Krieg ja schon immer.