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Thema: leergeweint

  1. #1
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    leergeweint

    So leergeweint
    die Wangen noch von Tränen feucht,
    ein letztes Schluchzen lässt die Lippe zittern,
    und tiefes Atmen hebt die Brust

    Das grimme Raubgetier im Bauch
    vergisst für kurze Zeit sein Wüten.
    Entfernte Töne klingen näher,
    die blinden Augen sehen wieder.


    Du Engel hast der wunden Seele
    in tiefer Nacht den Duft der Hoffnung zugehaucht,
    geheimes Wort geflüstert und dann auch
    den Schmerz gestillt mit zarter Hand.


    Berührte leicht dein weißer Flügel
    die hochgetürmten dunklen Wasser?
    In sanft bewegten Wellen spiegeln sich
    der Uferweiden Strähnen, doch die Venus auch.
    Geändert von Festival (10.11.2006 um 22:12 Uhr)

  2. #2
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    Guten Morgen Kulturheinzi,

    Dein Gedicht habe ich einige Male gelesen und es hat dabei hinzugewonnen.

    Zwei Worte habe ich für mich ausgetauscht,
    den *Bauch* zu(m) *Herz* gemacht und in der letzten Zeile das *,aber* zu * und schön,*.


    Mit Gratulationsgruß, wenigviel
    wenigviel


    Es kann sein, alles ist anders als wir es wahrnehmen und erkennen und doch müssen wir es uns glauben.

  3. #3
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    Guten Morgen Heinzi

    Manchmal frage ich mich, wann so manche lieben User hier schlafen... schmunzel...

    So leergeweint
    die Wangen noch von Tränen feucht,
    ein letztes Schluchzen lässt die Lippe zittern,
    und tiefes Atmen hebt die Brust

    xXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxX

    Das grimme Raubgetier im Bauch
    vergisst für kurze Zeit sein Wüten.
    Entfernte Töne klingen näher,
    die blinden Augen sehen wieder.

    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxXx

    Du Engel hast der wunden Seele
    in tiefer Nacht den Duft der Hoffnung zugehaucht,
    geheimes Wort geflüstert und dann auch
    den Schmerz gestillt mit zarter Hand.

    xXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxX
    xXxXxXxXxX
    xXxXxXxX

    Berührte leicht dein weißer Flügel
    die hochgetürmten dunklen Wasser?
    In sanft bewegten Wellen spiegeln sich
    der Uferweiden Strähnen, aber Venus auch.

    xXxXxXxXx
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX
    xXxXxXxXxXxX

    Wenn ich nun was zur Metrik sage, wirst du mich sicher eines Besseren belehren,
    ich muss nur gestehen, so recht komme ich nicht hinter dein Schema meistens.
    Aber, dein Gedicht liest sich sehr flüssig, wie immer. Dem Vorschlag von wenigviel
    *Bauch* durch *Herz* zu ersetzen, kann ich nicht wenig sondern viel abgewinnen.
    Das mit dem *schön*, na ich weiß nicht... Im Bauch, das klingt irgendwie so nach,
    entschuldige, Magen und Darmgrippe ...
    Die Farbe Grün, soll die Hoffnung und den Frieden widerspiegeln ? Auch eine sehr
    schöne Idee.
    (Ich mag Grün nicht so, aber das hängt wahrscheinlich mit meinem Beruf zusammen,
    ich musste zu viel Grün in meinem Leben tragen. Ich mag schwarz und blau )

    Ansonsten sind es wundervolle Worte, die du hier von dir gibst.
    Schön solche Worte am frühen Morgen zu lesen.

    liebe Grüße

    Shadow...
    Geändert von Shadowlady (10.11.2006 um 08:47 Uhr)
    neu: Düsteres Tal
    Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt den Augen verborgen.
    ( Der kleine Prinz, Saint Exupéry )


  4. #4
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    Hallo Heinzi,

    ein sehr schönes Gedicht. Wunderbare Bilder, schöner Lesefluß.

    Die Farbwahl "Grün" finde ich sehr passend. Gut gelungen ist die steigende Intensität der Farbe in V 3+4 (Auftreten des Engels/der Hoffnung).

    Die Kombination der (traurigen) Uferweiden und der Venus ist sehr schön.
    Auch der Gegensatz des weißen Flügels und der schwarzen Wasserberge ist gut eingeflossen.

    "Herz" klingt auch in meinen Ohren besser als "Bauch", jedoch würde m.E. das Bild dann nicht mehr ganz stimmig sein. Und in gewisser Weise gibt's ja in solchen Lebenssituationen Magenprobleme (bis hin zu Magen/Darm ).

    Für dein gewähltes Metrum bräuchte auch ich eine Erklärung. Ich glaube nicht, das DU ohne Hintergedanken in dieser Form schreibst.

    "Das letzte Schluchzen" ist in den S1+2 der einzig wirklich auffällig lange Vers. Könnte eben ein Symbol für ein langes, letztes, verausgabendes Schluchzen sein. Der Rest folgt dann in recht knapper, gleichbleibender Form.

    "in tiefer Nacht den Duft der Hoffnung zugehaucht," erinnert dann an ein langes, hoffnungsvolles, energiespendendes Durchatmen (V1=einatmen, Hoffnung schöpfen / V2=langsames ausatmen, Hoffnung realisieren, "genießen")
    Danch folgt wieder ein relativ gleichbleibender Rhythmus.

    Na ja, ich liege wohl ziemlich daneben. Aber immerhin ein für mich persönlich gültiges Bild/Gefühl, dass dein Gedicht erzeugt hat.

    Gruß

    Garahn
    Blicke zurück, um zu lernen.
    Schaue nach vorn, um zu träumen.
    Halte inne, um zu leben.

  5. #5
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    Liebe/r vielwenig,
    vielen Dank für Dein nettes Kompliment. Ich liebe kritische Leser/innen! Vielleicht kann ich Dich davon überzeugen, dass meine Wortwahl, wenn schon nicht richtig, so doch wenigestens überlegt war. Fangen wir mit dem Bauch an. Es ist ja immer so eine Sache mit der Erfahrung. Tiefe Trauer, verbunden mit seelischem Schmerz und allem was dazu gehört, ordnet der Volksmund ganz richtig zu, indem er sagt: Das ist mir auf den Magen geschlagen. Der Schmerz wütet in den Eingeweiden. Beide Begriffe hätten zwei Nachteile gehabt: 1. hätten sie fast medizinisch geklungen, 2. wäre mein Metrum ins Wanken geraten. Magen hätte einen kompletten Trochäus mit weiblicher Endung gebracht, die hätte nicht mehr mit dem Raubgetier korrespondiert. Eingeweide, das wären gleich zwei Trochäen gewesen und hätten den Vers durch seine Länge (5-hebig) zur gleichen gewichtigen Bedeutung wir die beiden anderen 5-hebigen Verse "gehoben". Zum vorgeschlagenem Austausch: "schön Venus" wäre für mich so wie "weißer Schimmel". Die Venus als der Stern der Liebe ist einfach schön. Das Metrum wäre durch das einsilbige "schön" auch wieder ins Trudeln gekommen. Ich versuche mal, das "aber" zu erklären. "Der Uferweiden Strähnen..." sollte die Assoziation zu "Trauerweiden" verursachen, deren lange Zweige ins Wasser eintauchen. "Trauerweiden", das wäre für mich wieder so ein Wink mit dem Holzhammer. Den wollte ich vermeiden. Die langen Haare der Trauerweide (mal prosaisch übersetzt) sollten zum Schluss des kleinen Werks nur noch eine Andeutung von Trauer vermitteln, aber dieser noch leise spürbaren Trauer wird die Venus beigesellt, die Ahnung von Liebe.
    Ich hoffe, meine Erklärungsversuche können Dich überzeugen.
    Liebe Shadowlady,
    erste Frage/Antwort: Ich habe heute Morgen auf der Rückfahrt von Berlin eine 30-minütige Pause auf einem Rastplatz einlegen wollen. Nach sage und schreibe dreieinhalb Stunden bin ich durch das Hupen eins Lkw (das aber gar nicht mir galt) geweckt worden. Für Dein Lob - lieben Dank! Weshalb sollte ich Dich hinsichtlich der Metrik eines Besseren belehren wollen? Du hast Dir eine Menge Arbeit beim ixen gemacht und - alles ist dich richtig. Ich brauche doch nur in Worte zu fassen, was Du da hinge-ixt hast, und da erübrigt sich beinahe eine Eigeninterpretation (die ich eigentlich nur in PN mache):
    Es gibt auffälligerweise nur einen jambischen Zweiheber "so leergeweint".
    Es gibt zwei fünfhebige Jamben: "ein letztes Schluchzen..." und "in sanftbewegten ...", und es gibt zwei sechshebige Jamben:"... in tiefer Nacht ..." dieser erste Sechsheber steht punktgenau im Goldenen Schnitt und sollte von daher seine überragende Bedeutung gewinnen; der zweite Sechsheber ist der Schlussvers und ich meine, er korrespondiert in seiner "Aussage" mit dem ersten. Also, liebe Lady, keine Belehrung, sondern nur eine Bestätigung dessen, was Du gelesen hast. Interessieren würde mich, weil man ja selbst betriebsblind ist, welche Gesamtstimmung dieses (ich wage es zu sagen) Gedicht vermittelt. Welche Assoziationen durch "weißer Flügel über dunklen Wasser" geweckt werden, das ist für mich wichtig zu erfahren, um selbst zu wissen - das habe ich richtig gemacht.
    Lieber Garahn,
    was soll ich zu Deinem Kompliment sagen. Ich mache einen Knicks und flüstere verschämt: Danke schön! Du liegts übrigens in keiner Weise daneben, Du liegst goldrichtig. Die Überlegungen, die zu "Bauch" und zum Metrum führten, habe ich ja schon in meinen Antworten an vielwenig und unsere Lady geschildert, brauche sie also nicht wiederholen.
    Allen dreien noch einmal: Herzlichen Dank, Eure positiven Reaktionen beflügeln!
    heinzi
    Geändert von Festival (11.11.2006 um 01:00 Uhr)

  6. #6
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    Hallo Kulturheinzi,

    mit dem *aber* kann ich leben.
    Hinter meinem *und schön,* hatte ich ein Komma hingestellt.
    Als Alternative wäre für mich noch ein *,doch die Venus auch* denkbar.

    Der *Bauch* wäre für mich sinnvoll, wäre in dessen Zusammenhang oder Nähe hier von Trinken oder Speisen die Rede.


    Mit einem Gruß ohne wenn und aber, wenigviel
    wenigviel


    Es kann sein, alles ist anders als wir es wahrnehmen und erkennen und doch müssen wir es uns glauben.

  7. #7
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    Liebe/r wenigviel,
    Du siehst, ich bin in Maßen lernfähig. Ich habe Deinen Vorschlag "doch die Venus auch" bereits eingearbeitet. Beim Bauch möchte ich bleiben, weil, wenn es richtig weh tut, man dann sagt: "Ein Gefühl, als hätte mich einer in den Bauch getreten", keiner sagt: "Der hat mich ins Herz getreten". Ich hoffe, Dein Leben kommt ohne solche Schmerzen aus. Und frag mal herum: Seelische Schmerzen rufen sehr oft undefinierte "Bauchschmerzen" oder "Bauchgrimmen" hervor, oft schlägt es auf den Magen, Nieren- oder Gallenkoliken sind auch sehr oft zumindest Auslöser der latent vorhandenen Krankheit.
    Liebe Grüße!
    heinzi

  8. #8
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    Hallo Heinzi

    Was für ein zauberhaftes Gedicht über eine sanfte Seele, die im richitgen Moment Trost spendet...

    Ich bin ganz überrascht, wie viel du strukturierst (im Voraus?) - oder setzt du es gefühlsmässig so und es lässt sich dann begründen?
    (Ich mein das jetzt absolut nicht pejoratif; in meinen eigenen (freien) Texten stossen die Leser immer mal wieder auf wohlgesetzte Stilmittel, die ich gar nicht wissentlich gesetzt hatte)
    Aber das nur als Nebenschauplatz.

    Jeder, der dem Raubtier seinen *Bauch* streitig machen will, muss es mit meinen Krallen und Zähnen aufnehmen. Das kann nur der 'Bauch' heissen (sogar Magen fänd ich nicht so passend) - dieser Schmerz ist zum Kotzen und wühlt im Gedärm. Was das Herz schmerzen lässt ist Angina Pectoris und gehört in die Hände von Ärzten, nicht von Engeln

    LG
    yarasa
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

    Eine Art Grundsatzpapier zu meinen Kritiken
    yarasas Fingerübungen

    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  9. #9
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    Liebe yarasa,
    es gibt Mitglieder in diesem Forum, deren Kritik mir sehr wichtig, weniger wichtig oder gar nicht wichtig ist. Du zählst zu den ganz wichtigen. Ich freue mich sehr über Deinen liebenswürdigen Beitrag! Mit offensichtlich untrüglicher weiblicher Intuition hast Du den Kern des Gedichts (ich bin immer sehr vorsichtig mit diesem Begriff für meine Werklein) erkannt: "... sanfte Seele, die ...". Wenn das bei Dir so angekommen ist, habe ich ein hochgestecktes Ziel erreicht. Danke für Dein Kompliment! Meinen Bauch verteidige ich mit den gleichen grimmigen Tatzen wie Du. Vielelicht muss man ein paar Erlebnisse auf dem Buckel haben, um so ein "leergeweint" und die würgenden Schmerzen im Bauch ebenso zu kennen wie die kleinen Erholungsphasen nach den vielen Tränen. Zu der "sachlichen" Seite Deiner Frage: Jein. Es gibt Sachen, die ich so aus Spaß an der Freud "heraus haue", die ich im Nachhinein -wenn es sich lohnt vom Inhalt her- strukturiere. Bei Werken, die mir vom Thema her sehr wichtig sind, überlege ich schon, welches Metrum adäquat sein könnte. Ich "bastele" sehr lange an der logischen Abfolge bzw. Reihenfolge in zeitlicher, räumlicher, auch körperlicher Hinsicht. Bei "leergeweint" werden zuerst die Wangen/Tränen, dann die Lippen, gefolgt von der Brust und schließlich dem Bauch. Dass dann die Augen folgen hat seine Begründung in der Hinwendung "nach oben". Die anderen Strukturelemente habe ich ja schon ein wenig erläutert. "Gelernt" habe ich das beim Lesen insbesondere von Goethe-Gedichten. Es macht einfach auch intellektuelles Vergnügen, wenn man dahinter kommt, wie dieser Dichterfürst das gemacht hat. Die schönsten Beispiele, die mir im Moment einfallen, sind "Prometheus", "Mahomets Gesang" und "Mailied". So, die Länge meiner Antwort entspricht dem Dank für Deinen Beitrag.
    Liebe Grüße,
    heinzi
    PS. Was Deine von anderen entdeckten Stilmittel angeht, die Du unbewusst einsetzt, ja, das kenne ich. Das liegt, so denke ich, daran, dass wir bestimmte Proportionen, sei es in der Malerei oder auch in der Lyrik, sozusagen mit der Muttermilch einsaugen. Wir finden etwas "schön" und können es nicht erkären. Ist doch gut. Der Zergliederer der Freuden (Goethe) hat nicht immer Spaß am Ergebnis seiner Zergliederei.
    Geändert von Festival (11.11.2006 um 01:05 Uhr)

  10. #10
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    Guten Morgen Kulturheinzi,

    da Du in der zweiten Strophe wohl auf einige organische Begleitreaktionen der Leidenden hinweist, wie sie mir durch die letzte Zeile dieser Strophe eindeutig gesagt wird, würde folgende Formulierung Deine Absicht vielleicht leichter verdeutlichen:

    Das grimme Raubgetier, der Bauch,
    vergisst für kurze Zeit sein Wüten,
    die Ohren öffnen sich den Tönen,
    die blinden Augen sehen wieder.


    Mit erneutem Gruß, wenigviel
    wenigviel


    Es kann sein, alles ist anders als wir es wahrnehmen und erkennen und doch müssen wir es uns glauben.

  11. #11
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    Hi, wenigviel
    ich danke Dir für Dein Interesse und Deine lieb gemeinten Verbesserungsvorschläge. Aber: Nicht der Bauch ist das Raubgetier, sondern das Tier wütet im Bauch. Wer schon einmal kaum auszuhaltende Schmerzen in dieser Region hatte, weiß, wovon ich spreche. "Die Ohren öffnen sich ..." würde bedeuten, dass sie geschlossen waren. Nee, waren sie nicht. Und "Ohren öffnen", wie soll das aussehen? Nee, die Töne, Klänge, Worte waren "entfernt", also weg, in die Ferne. Und nun kommen sie wieder. So ist das gemeint. Ich danke Dir noch einmal dafür, dass Du Dich so in mein Gedicht reinkniest.
    Liebe Grüße,
    heinzi

  12. #12
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    Hallo Heinzi

    Danke für deine ausführlichen Erklärungen. Was ich meinte mit dem *Besseren* belehren sollte aber keinen negativen Eindruck erwecken. Dass meine xerei richtig ist, das dachte ich schon, aber ich habe einfach keine Ahnung von den Zusammenhängen, welche du dir denkst oder warum du eine gewisse Metrik verwendest ( schon gar nicht mit deiner Genauigkeit von wegen weiblicher Endung und diese Dinge ). Aber das liegt sicher daran, dass ich alles nur nach Gefühl schreibe und mich nie wirklich für diese Dinge interessiert habe...
    Ein Versäumnis wie ich meine, seit ich dich kenne
    Meine Wortwahl war nicht günstig, weil dem eines Besseren belehren, eher ein negatives Fluidum anhaftet... aber nicht so gedacht, sondern, dass du uns deine Beweggründe für dein Versmaß sicher mitteilst ( weil nur so kann man was lernen, warum du das tust !)
    Und die Sache mit dem Bauch, da hast du nun unumwunden recht, denn gerade ich weiß das eigentlich besser, da sich bei mir jeglicher Kummer auf den Magen schlägt ( so dass es vorkam, dass ich im Juni aus mehreren Gründen in drei Tagen 5 kg abnahm... ) Aber dennoch erinnert es mich an die Magen- und Darmgrippe... sorry ... *schmunzel*

    Liebe Grüße

    Shadow...
    neu: Düsteres Tal
    Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt den Augen verborgen.
    ( Der kleine Prinz, Saint Exupéry )


  13. #13
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    hallo heinzi
    Wie ich sehe hast du schon ganz viele Kommentare zu deinem tollem Text bekommen.
    Meine Vorredner haben denke ich eigentlich schon fast alles gesagt, aber trotzdem möchte auch ich dir noch ein paar kleine anerkennde Zeilen Schreiben.
    Ich finde es bewundernswert, dass du wirklich jedes kleinste Detail in diesem Text so gut durchdacht hast, wie z.B. was du selbst beschreibst die abwärts und wieder aufwärtsbewegung von wangen, lippen, Brust und bauch wieder zu den Augen.
    es passt wie ich finde auch zur gefühlslage, die auch eine abwärtsgehende und anschließende aufwärtsbewegung hat.
    Der eindruck den dieser Text bei mir hinterlassen hat, ist das man an der Stelle in das Gefühlsleben des LI tritt, als diesen schon einen tiefpunkt erreicht hat und langsam wieder raufgezogen wird.
    ( Entfernte Töne klingen näher,
    die blinden Augen sehen wieder.)
    ein wirklich schöner Text.
    lg Dornenrose
    Wer glücklich sein will, muss wissen was Traurigkeit bedeutet!

  14. #14
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    Liebe Dornenrose,
    ich habe mich sehr über Deinen Beitrag gefreut! Du lobst mich und meinen Text, da werde ich ganz verlegen. Vor allem, es macht ja Mut zu weiteren Versuchen.
    Liebe Grüße!
    heinzi

  15. #15
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    Hallo Kulturheinzi,

    keine Bedenken, ich will an Deinem Gedicht nichts mehr verändern, da ich dies bei Bedarf im stillen Kämmerlein, so ich es möchte, für mich vornehmen kann.

    Doch noch zwei Sätze zu Sprachgebräuchen, die Du anscheinend gerne zur Erklärung der von Dir verwendeten Worte und Formulierungen verwendest, bitte ich mir noch zu gewähren.

    Deiner Frage an mich, wie dies mit *Ohren öffnen* aussehen soll, erlaube ich mir auf traditionhabende jüdische Art mit einer Gegenfrage zu beantworten:

    Schon mal von sowas im Sprachgebrauch wie *Die Ohren aufmachen* gehört?

    Der zweite beschäftigt sich abschließend noch einmal mit dem hier schon stark strapazierten und schmerzanfälligen Bauch.

    Den Bauch sehe ich hier als Käfig für das Raubgetier (doch wohl Mehrzahl), Leber, Galle, Magen, Darm und Mils, wobei die unterschiedlichen Seelenprobleme am speziell dafür zuständigen Organ zu wütigschmerzhaften Reaktionen führen.


    Mit Abschiedsgruß, wenigviel
    wenigviel


    Es kann sein, alles ist anders als wir es wahrnehmen und erkennen und doch müssen wir es uns glauben.

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