1. #1
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    schwarzes Loch

    Du flackerst auf
    zwischen einem Doppelstern.

    Winziger als der Funke
    einer Wunderkerze,
    veränderst du doch
    ein ganzes Universum:

    Im Taumel ihrer Anziehung
    stürzen die Sterne
    aufeinander,
    ins Elend
    und reissen
    ein ganzes System
    mit in ihr
    schwarzes Loch.

    Du wirst nicht überleben.
    Geändert von yarasa (10.11.2006 um 23:17 Uhr)
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

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    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  2. #2
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    Was drängt sich da nur dazwischen? Eine Nebensächlichkeit wie eine offene Zahnpastatube, die eine Beziehung auseinanderreißt?
    Eine unwichtige Person, die sich plötzlich zwischen zwei Personen wiederfindet und das Ende einer Beziehung einläutet? Oder könnte es eine vom Schicksal gesteuerte und als unwichtig (schwarzes Loch) bewertete Begebenheit sein - unsichtbar für Beobachter und nur an der unseligen Wirkung zu bemerken?

    Ich denke, das angesprochene System ist die Beziehung zwischen den beiden Sternen.

    Aber Du könntest mir je bezüglich Interpretation den Kopf waschen

    Habs gern gelesen,
    Peter

  3. #3
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    Hallo Peter

    Schön, dass dir dieser Text gefallen hat.

    Ja, dieser 'wunderkerzenfunken' kann alles mögliche sein - eine Kleinigkeit, eine Beiläufigkeit...
    Diese Leseweise ist durchaus berechtigt, wie alles, was sich am Text belegen lässt.

    Mit der Intension möchte ich mich noch etwas zurückhalten, sie gibt dem Text eine noch 'dramatischere' Seite, und ändert auch den Sinn der letzten Zeile ziemlich komplett.
    Vielleicht kommt ja jemand hinter die "beabsichtigte" Leseweise des Textes.

    LG
    yarasa
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  4. #4
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    Hi yarasa,

    Es kann sein, dass ich jetzt völlig danebenliege!- Ich sehe darin ein ungeborenes Kind, dass das Lyrische Ich vor eine Entscheidung "stellt"(Doppelstern) und "winziger als der Funke einer Wunderkerze" alles auf den Kopf stellt. Verzeih wenn ich etwas absolut falsches interpretiert haben sollte Ansonsten gefällt mir dein Gedicht sehr gut, du hast die Stimmung in schönen Bildern näher gebracht

    Lg Wunnie
    ___Nicht am Rand-nein-Mittendurch___

  5. #5
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    Hallu wunnie, hallo sneufi

    @sneufi
    Du findest den Text schön und tiefgründig. Das freut mich. Trotzdem würde mich eine Interpretation interessieren - einfach aus Neugier.

    @wunnie
    Wie genau du liest - oder wie intiutiv du erfasst hast, was die Absicht war. Wenigstens den Kernpunkt. Es freut mich sehr, dass jemand ohne grosse Erklärung darauf gekommen ist. Ich dachte schon, der Text sei viel zu verkryptet, um diese Leseart sichtbar zu machen.
    Kleines Detail noch:

    Das LD ist ein ungeborenes, unerhofftes, letztlich ungewolltes Kind.
    Das LI ist Teil des Doppelsterns.


    LG
    yarasa
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  6. #6
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    Ich muss an dieser Stelle sagen (auch wenn ich Gefahr laufe wegen off-topic angezeigt zu werden), dass ich ein Fan deiner fantastischen Bilder bin.
    "Winziger als der Funke
    einer Wunderkerze,
    veränderst du doch
    ein ganzes Universum:"
    besonders schön =)

    Liebe Grüße,
    die faint
    Den Kamelen ging es gut, und dann kam ich...

  7. #7
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    Hallo faint

    danke dir für deine 'Rundumschlag'-Kompliment *smile*

    LG
    yarasa
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  8. #8
    Falderwald Guest
    Liebe yarasa,

    auch ich möchte dein Gedicht als äußerst gelungen bezeichnen.
    Beim ersten Lesen erzeugten die Bilder in mir den Eindruck an eine Space-Opera.
    Doch das schien mir irgendwie zu einfach.
    Dann sah ich auch eine Beziehung zwischen zwei Menschen.
    Weiter kam ich nicht und so habe ich in den Kommentaren nachgelesen und kam der Sache ein wenig näher.
    Doch der letzte Satz machte mir dann doch noch zu schaffen.
    Schließlich glaubte ich die Lösung gefunden zu haben:

    Durch eine Liebesbeziehung wird eine Frau schwanger.
    Diese Schwangerschaft ist ungewollt, zumindest für einen der Partner.
    Dies verändert die ganze Beziehung, so daß beide schließlich heftig aneinander geraten und dieses Glück daran zerbricht.
    Am Ende steht eine Abtreibung.
    Ich bin mir ziemlich sicher, daß es sich um eine Abtreibung handelt, denn das Gedicht fängt an mit: Du flackerst auf zwischen einem Doppelstern.
    Klar, ein neues Leben entsteht, gezeugt von zwei Menschen.
    Und es endet mit: Du wirst nicht überleben.
    Das klingt für mich wie ein Schwangerschaftsabbruch.

    Ich weiß jetzt nicht ob ich sagen kann, es ist ein schönes Gedicht und daß ich es gern gelesen habe, aber es ist auf jeden Fall ein gutes Gedicht und ich habe gerne darüber nachgedacht.
    Das ist jetzt als Lob zu betrachten...

    Liebe Grüße

    Bis bald

    Falderwald

  9. #9
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    Hallo Faldi:

    Treffer, versenkt.
    Mehr kann ich dazu nicht sagen, die Interpretation ist genau und gelungen.

    Schön, dass dich der Text berühren konnte - 'schön' im üblichen Sinn ist er ja tatsächlich nicht.
    Danke fürs Lesen

    LG
    yarasa
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  10. #10
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    hmmm,hab anfangs hier nur hereingeschaut, weil ich ein Gedicht mit dem selben Titel geschrieben habe. Bei mir ist das Thema jedoch ein ganz anderes.(Für den, der es interessiert, hier der Link: http://www.gedichte.com/showthread.php?t=51383)

    Wirklich gutes Gedicht! Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen!Ein ernstes Thema in schöne Bilder gepackt.
    Gefällt mir!Großes Lob!

    Lieber Gruß,Hermes
    Geändert von Hermes (28.02.2007 um 22:27 Uhr)
    "Am meisten halte ich davon, wenn man nach einem Buch ganz erledigt ist und sich wünscht, dass man mit dem Autor, der es geschrieben hat, nah befreundet wäre und dass man ihn antelefonieren könnte, wenn man dazu Lust hätte."

    - Salinger, Der Fänger im Roggen -

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