Die Gipfel sind eisig und lohnen nicht, aber trotzdem: sie sind das Einzige, die Wahrheit, die Kälte, der Schmerz.



























Was für eine Last! Der Schmerz, er durchdringt meine Gedanken, zersplittert meine Seele. Ich kann sie nicht tragen, ich kann sie nicht von mir werfen. Aber ich will ein Stein sein in diesem Moment, eine Wand sein für einen Augenblick. Ich starre in die Abgründe, ins Dämonische, und der Abgrund starrt mich an, Aug um Aug mit der Zerstörung und sie wird mich nicht zerstören. Wie viel Blut, wie viel Unendliches spritzt aus mir, wie viel Risse schneiden sich in meine Haut, aber wie viel Stärke und Macht liegt in meinen Augen, meinen letzten Augen! Ich bin die Freiheit, ich bin der Mut, ich bin der Verstand und ich bin die Liebe und nur darum, bin ich auch der Weg, der Weg zu den Sternen.

Bestien,
sie verwelken vor meinen Augen
ihr Gebrüll erstarrt zu Eis
Ich bin.

Ungetüme,
sie trampeln und ich?
Ich entwische
Unter ihren Gebeinen.

Monster,
ihre Vergeblichkeit
blass und stumm.
Ich bin.

Nun gut, ich bin, ich existiere, ja ich lebe, ich spüre es mit einer solchen Intensität. Aber was ist der Grund, was ist der Sinn? Warum? Woher? Wohin? Immer noch bin ich entrüstet, ein Soldat ohne Waffe.


Ich balle meine Faust,
greife in die Ewigkeit.
Ich ernte nur Staub,
den Staub der Zeit.

Ich reiße mein Maul,
giere nach Licht.
Ich fresse nur Dreck,
den Dreck des Nichts.

Ich öffne meine Augen,
starre nach Sinn.
Ich erblinde an Glauben,
wer ich bin?

Ein Tier und doch
in mir brennt und lodert es.
Ein Mensch?
In mir pennt und vermodert es.
Ein Gott?
Eine Enttäuschung.

Meine Hände sind leer, ich habe ins Nichts gegriffen, vielleicht etwas Staub, vielleicht etwas Schmutz. Ich bin dem Feldarbeiter gleich, die Stellen an den Armen und Beinen beweisen es, die Arbeiterhände, das gebräunte Gesicht. Aber welches Feld bestelle ich? Ein ewiges Feld? Hoffnung und Sehnsucht. Sollte es alles vergeblich gewesen sein, die Tage und Nächte, in denen ich schweißgebadet mein Feld bestellte? Doch, was ich sehe ich, ein junger, fröhlicher Mann kommt zu mir.

Hast du schon in den Himmel geseh´n ?

So stand ich dort
mit mir selbst kurz im Reinen
Sah in den Himmel und musste weinen!
Dort sah ich wie klein und groß ich doch bin!
Wie fein ich daran leben gewinn.

Ich war so frei!
So voller Glück!
Dann kam die Zeit und holte mich zurück!

Ich sah die ganzen Maschinerien
Sah nur die Lächerlichkeit
Mit der wir uns dieser bedien.

Und eigentlich nur nach Oben wollen.
Bei allen Versuchen, vergebens.
Doch denk daran.

Versuch es weiter!
Denn, das und nur das
Ist Bestimmung deines Lebens!

Bestimmung meines Lebens? Ich frage mich, was er meinte. Sollte der Sinn darin bestehen, den Sinn zu suchen? Dieser junge Mann, wo ist er hin? Ich wollt ich hätte ihn gefragt, er war so voller Zuversicht, so voller Hoffnung. In den Himmel sehen? Ich blicke, ich starre, ich schaue, ich gucke! Was ist dort? Was nur?




Ineinander verschachtelte Schachteln
verbergen verborgene Verborgenheiten.

Unbegreifbares Greifen greift hinein.
Kraftvolle Kräfte,
entkräftet sein.

Das Nichts nichtet die Nichtung.
Der Dichter dichtet die Dichtung.

Aber kein Niemand kann die Schachteln entschachteln.
Fackelnde Fackeln fackeln fort.

Ungewisse Ungewissheiten verungewissern sich.
Ist in der Schachtel
ein weiterer Schachtelort?

Unwissendes Unwissen
weiß es nicht.
Suchen ohne Finden
in einer Schachtel ist Pflicht,
die eigentlich ein verschachteltes Leben ist.

Ich verstehe den Sokrates, ja man müsste sogar sagen, dass ich ihn nicht verstehe, er versteht sich selbst nicht. Man bräuchte einen Sprengsatz am eigenen Kopfe, im eigenen Kopfe drinne. Vergeblichkeit! So müsste ich mein Suchen schimpfen.

Das Höchste,
nicht erklommen,
nicht erzwungen,
ein unendliches Sprechen,
ein Drumherum,
mit tausend Zungen.

Das Höchste,
ein Wollen
will es erreichen,
Schwäche,
lässt es entwischen,
lässt es entweichen.

Das Höchste,
könnt ich dich nur verstehen,
so wurde ich stark sein,
zu dir gehen.

Das Höchste,
wüsste ich nur deinen Namen,
ich griff dich,
ich zog dich,
ich riss dich
mit meinen Armen.

Das Höchste,
in der Hoffnung
du bist kein Leeres,
das Höchste
in der Hoffnung,
in der brennenden Hoffnung:
du bist kein Schweres.


Ja, ja die Hoffnung! Diese ewige, unendliche, sich im Kreis drehende Hoffnung. Ist sie nicht ein Gefängnis, ist sie nicht eine Hölle, ja und ist sie nicht das Glück? Vielleicht sind wir blind, vielleicht sind wir alle blind.

Maskierte Wesen auf maskierten Planeten
Woher kommt das?
Von der Maskerade des Lebens
Oder tragen wir Masken und können deswegen nichts sehen?

Wir sind eben nur, ein Nur
Pure Bitterkeit ist das Eben!
Zitternd Sein und trotzdem das Glase heben
Auf Diesem geschrieben „Streben“

Wohin?
Zum Alkoholismus des Seins
Strebend, laufend nach dem Scheins, der Scheine

Und manch Einer rennt so schnell
Er bricht sich die Beine
Und Anderer schreit so Alleine!
Ein ganz Anderer realisiert seine Kleine
Seine Winzigkeit
Der Letzte tut Nichts mehr
Er kennt die Zeit

Weder zum Kommen, noch zum Gehen
Nur zum Flehen bereit!
Menschliche Hoffnung: zu sehr Kleid
Zu wenig Wahrheit!

Wird man mir jetzt sagen müssen, dass ich nicht der Resignation, der süßen Melancholie verfallen solle, ja ich sage es mir selbst, immer und immer. Aber wenn es doch keine Wahrheit zu sehen, wie dann eine finden? Ich habe blinde Augen.
Man will flüchten, man will hinaus.


Im Schatten ertrunken,
erbarmungslos erhängt
an den Seilen
meiner Feigheit.

Ich bin ein Rebell.
Und nur die Nacht,
die Düstere,
ist mein Komplize.

In ihr schaffe ich
Und doch bin ich
Ein Insekt,
ein Nichts.

Wie viel wiegen diese Tränen?
Es lasten Tonnen auf mir.
Geröll, Gestein,
Schutt und Asche.

Der Dämon, der Dämon!
Dieser unfleischliche Parasit,
er will mich fressen,
will mich hinunterschlingen.

Ich wollte nur Ich sein.
Aber Ich ist ein Phantom,
es nistet in uns,
legt seine blasphemischen Eier.

Ich kann nicht entfliehen,
die Zellen des Ich.
Ich kann nicht entwischen,
der Beton meiner Selbst.

Aber ich hoffe,
ersticke in dunkler Gewissheit.
Hör mich an! Hör mich an!
Und du wendest dich mir ab.

Dein Augenblick,
er hat mir Mut gegeben.
Dein Lächeln,
es hat mir Leben geschenkt.

Du bist der Sinn,
das Paradies.
Ein Himmelsreich begegnet
Meinen nassen Augen.

Mein Leben! Mein Sinn! Meine Wahrheit! Das Herz ist das Auge. Wärst Du ein Abgrund: Ich würde springen.

Ich kenne die Wüsten,
Ertrinkend in ihrem Sand.
Ich kenne die Höllen,
Verbrennend im düstren Land.

Ich kenne mich.
Und doch wer weiß was ich bin?
Ich kenne mich nicht,
Ich kenne keinen Sinn.

„Halte ein mein Freund!“
Wer spricht zu meiner Schwere?
Zwei brennende Malachiten,
zwei brausende Meere.

All meine Tränen
Sie trocknen sogleich.
Ein unendlich Lächeln,
ein ewig Himmelsreich.

Deine Worte:
Wie Symphonien aus Licht!
Meine Leiden,
Jedes zerbricht!

Ich kenne die Sonnen
Sie strahlen so weit
Ich kenne die Wolken
Ich bin ohne Zeit
Und ich kenne dich
Sterbend, vergehend in deinen Augen,
meine Ewigkeit.

Bin ich schon tod, bin ich nun selig? Gewissermaßen.