1. #1
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    Eine Rose ist nur eine Rose

    Hi,
    nur was kurzes und prägnantes von mir:


    Eine Rose ist nur eine Rose

    Nun steh ich verblüffend hier,
    blickend auf dieses eine Bild,
    und hoffend das Lächeln zu sehn,
    das mich so sehr vergessen lies,
    dass eine Rose nur eine Rose ist,
    wenn nicht Dornen an Ihr wären.

    Viele Grüße, Sebastian P.
    Fehler treiben den Menschen voran,
    das Fehlerhafte nicht fehlerhaft sein zu lassen,
    sowie Kritik den Einzelnen dazu antreibt,
    das Kritisierte bestmöglich unkritisierbar zu verbessern.
    Werke Allgemein:
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    Sei Frei
    Hoffnung
    Jetzt ist sie weg
    Kritik und Fortschritt
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  2. #2
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    Hallo Sebastian,

    ich muss sagen, dass mich dein kurzes Werk noch nicht überzeugen konnte. Das liegt zum einen daran, dass ich inhaltliche Fehler sehe, Grammatikalitäten stören und ich das Bild der Rose einfach nur noch in seltenen Fällen ansprechend finde, weil sowohl Profis wie Emily Dickinson als auch Hobbyschreiber das Motiv schon zahlreiche Male besser eingesetzt haben.

    Ich mach es mal am Text fest:
    Nun steh ich verblüffend hier,
    Verblüffend? Für wen ist es verblüffend, dass das lyr. Ich dort steht? Du meinst "verblüfft", und auch da finde ich die Wahl noch nicht optimal. Verblüfft ist man z.B. durch einen plötzlichen, überraschenden Trick, ein rasches, überrumpelndes Ereignis, deshalbempfinde ich es hier nicht als passend. Vielleicht fällt dir eine Alternative à la "verwundert" etc. ein.
    blickend auf dieses eine Bild,
    und hoffend das Lächeln zu sehn,
    das mich so sehr vergessen lies,
    Für das Gerundium sehe ich hier keinen Grund, da der Leser längst weiß, dass es die Aufnahme eines Stillstandes ist und alles im Betrachten des Bildes stattfindet. Da wäre der Gebrauch des Präsens besser.
    "liess"
    dass eine Rose nur eine Rose ist,
    wenn nicht Dornen an Ihr wären.
    Das ist mir inhaltlich unklar. Das lyr. Ich hat vergessen, dass eine Rose nur eine Rose ist, wenn sie frei von Dornen ist? Dann wäre ja alles in Butter, aber es passt nicht in die von dir gewählte Absicht. Eine Rose hat nun einmal Dornen, von daher wäre es auch im Gesamtzusammenhang stimmiger, wenn das lyr. Ich in der Beziehung "vergessen" hätte, dass zu einer Rose eben Dornen gehören, die der Partner auch hatte, die aber erst zum Schluss offensichtlich wurden und wegen derer sich das LI nun fragt, wie es sie hat übersehen können.
    Es liest sich noch missverständlich, wäre aber recht einfach zu beheben, etwa durch einen Gedankenstrich statt dem Komma nach der vorletzten Zeile, für die Bedeutung "eine Rose ist doch nur eine Rose - wenn, ja wenn nicht die piekenden Dornen wären" (müsste man sich nicht weiter mit ihr beschäftigen).

    Sry, das war noch kein Renner, vielleicht schaust du nochmal danach.

    Lg,
    Malle

  3. #3
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    Zitat Zitat von Frau Malle
    Für das Gerundium sehe ich hier keinen Grund, da der Leser längst weiß, dass es die Aufnahme eines Stillstandes ist und alles im Betrachten des Bildes stattfindet. Da wäre der Gebrauch des Präsens besser.


    Sry, das war noch kein Renner, vielleicht schaust du nochmal danach.

    Lg,
    Malle
    Ich weiss nicht, ich glaube doch, dass Frau Malle Recht hat: in meinen Augen ist das kein Dadaismus, sondern es ist einfach schief, aus den von ihr angegebenen Gründen. Allerdings eine Frage: Gerundium? Im Deutschen?
    hoffend und blickend sind Partizipien, während das lat./engl./roman. Gerundium den substantivierten Infinitiv meint, den es im Deutschen statt des Gerundiums gibt.
    Wie eine Klippe sollst du unbekannte und ungewöhnliche Wörter meiden (Julius Caesar de analogia)

    Neu: Drum halte still
    Die volle Schale (Werkverzeichnis)

  4. #4
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    Hallo Lord Jim,

    sehr richtig, danke für die Korrektur. Das war ein Fehler vom Amt, das sehr oft im englischen Sprachraum unterwegs ist.
    Natürlich sind es die Partizipien, die Kritik an ihnen bleibt.

    Lg,
    Malle

  5. #5
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    Hi, Sebastian
    ich schließe mich Frau Malle und Lord Jim an. Das ist aber gar nicht der Grund für meinen Schrieb. Ich könnte mich schief lachen, dass selbst Lord Jim auf die Gabriel-Veräppelung reinfällt.
    Gruß!
    heinzi

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