1. #1
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    domus obscuritatis

    domus obscuritatis - Haus der Dunkelheit (wenn ich mich nicht irre)

    Gar wildernd wachsen wobend Blumen,
    auf Tischen voller Einsamkeit.
    Im Schatten aller grausig Freude,
    steht siedend flüssig Öl bereit.

    Garstig dampfend steht ein Kochtopf,
    auf zerzaustem blauen Fell.
    Traurig schimmern schwarze Fenster,
    hinter ihnen ward es hell.

    Frohlockend brennend lacht ein Feuer,
    vernichtet lüsternd alle Pein.
    Der Zimmerdecke schwarzer Balken,
    schreit gar schrecklich lieder drein.

    Durch Gänge tobend voller Gier,
    erbitterlich die Zeit verfließt.
    Grässlich hallen tausend Wände,
    lobpreisend sich das Blut ergießt.

    Nässend sich die Andern schließen,
    welch Gott verhöhnend Trauerspiel.
    unter grün verschmierten Laken,
    Vertrocknend Fleisch sich windet viel.

    In der Küche kleiner Nische,
    findet Hass die Wiederkehr.
    Böse Stimmen sprechen nieder,
    auf Messerspitzen steht’s sich schwer.

    Im feuchten Keller drehen Winde,
    der verrottend stillen Kraft.
    Schöne Tage längst vergessen,
    nur das Bittre Freude schafft.

    Und das Fazit längst verloren,
    welches Räumlich sich verirrt.
    Gar aufgemalte blaue Spiegel,
    des Blickes ferne schlicht verwirrt.



    Mfg Benny

  2. #2
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    harte schwere kost.

    wie du weisst, werde ich nicht auf metrik, reimschema oder ähnliches eingehen, weil mich solche sachen nicht interessieren.

    meine kritik bezieht sich alleine auf den inhalt.

    also:
    ich finde der text hat genau die stimmung, die du dir vorgenommen hast. allerdings verwirrst du den leser mit zu mystischer information. worum geht es.
    ich habe hier das haus eines massenmörders ( oder ähnliches ) im kopf, und dadurch liest sich der text für mich auch in den einzelnen strophen so.
    mit meiner interpretation finde ich dann alles sehr authentisch wiedergegeben, aber was wenn meine eingebung falsch war, was bedeutet das dann alles.


    was ich mien ist folgendes:
    der text ist wirklich ausgeschmückt mit dunklen metaphern. aber teilweise sind sie so schwer dass man erschlagen wird. ich suchete das erhellende moment, die aufklärung der fragen, die sich dem leser stellen.

    aber!!!!!!!! ich fand diesen text trotzdem sehr faszinierend.
    weil er gut die stimmung rüberbringt.


    michael

  3. #3
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    Hallo Wer
    Dieses Gedicht ist wirklich sehr düster, aber vermag mir zu gefallen. Seine Schwere deutet für mich nicht einfach auf ein Haus hin. Ich interpretiere es, als einen Menschen, in dem die Dunkelheit wüted, der leer von guten Gefühlen ist. Seine Gedanken sind verwirrt, voller Schmerz und auch mordlüstig. Auf jeden fall gefällts.
    Mfg Kirby
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  4. #4
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    ich finde dein gedichbt cool, die überschrift gefällt mir, sie regt zum lesen an.
    Auch gefallene Engel haben Flügel...

  5. #5
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    Zitat Zitat von Michael Lüttke
    was ich mien ist folgendes:
    der text ist wirklich ausgeschmückt mit dunklen metaphern. aber teilweise sind sie so schwer dass man erschlagen wird. ich suchete das erhellende moment, die aufklärung der fragen, die sich dem leser stellen.
    Hallo Michael. Vielen dank erstmal, dass du dir die Zeit genommen hast mein Werk zu betrachten. Ich habe bei diesem Werk (vorraussichtlich) darauf geachtet, dass der Leser 1. sich durch Einsatz seiner Fantasie ein bild dessen, was geschrieben wurde erschaffen muss und 2. dass er es nicht ganz so leicht hat.

    ich habe hier das haus eines massenmörders ( oder ähnliches ) im kopf, und dadurch liest sich der text für mich auch in den einzelnen strophen so.
    mit meiner interpretation finde ich dann alles sehr authentisch wiedergegeben, aber was wenn meine eingebung falsch war, was bedeutet das dann alles.
    die Interpretation finde ich sichtlich gelungen. Hat mich sehr gefreut sie zu lesen.

    Zitat Zitat von Kirbenee
    Ich interpretiere es, als einen Menschen, in dem die Dunkelheit wüted, der leer von guten Gefühlen ist. Seine Gedanken sind verwirrt, voller Schmerz und auch mordlüstig.
    Auch diese Interpretation ist nicht schlecht. Vielen Dank.

    Zitat Zitat von Mystic Maddy
    ich finde dein gedichbt cool, die überschrift gefällt mir, sie regt zum lesen an.
    Auch dir ein Danke.


    Ich finde es schön zu sehen, dass Gedichte auch mal wieder zum Denken anregen können und viel Platz für Spielraum schaffen.

    Auf weitere Interpretationen würde ich mich natürlich sehr freuen, jedoch hab ich sowiso das gefühl, dass das niemand mehr tut


    Mfg Benny

  6. #6
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    Zitat Zitat von .:[Wer]:.
    domus obscuritatis - Haus der Dunkelheit (wenn ich mich nicht irre)

    Gar wildernd wachsen wobend Blumen,
    auf Tischen voller Einsamkeit.
    Im Schatten aller grausig Freude,
    steht siedend flüssig Öl bereit.

    Garstig dampfend steht ein Kochtopf,
    auf zerzaustem blauen Fell.
    Traurig schimmern schwarze Fenster,
    hinter ihnen ward es hell.

    Frohlockend brennend lacht ein Feuer,
    vernichtet lüsternd alle Pein.
    Der Zimmerdecke schwarzer Balken,
    schreit gar schrecklich lieder drein.

    Durch Gänge tobend voller Gier,
    erbitterlich die Zeit verfließt.
    Grässlich hallen tausend Wände,
    lobpreisend sich das Blut ergießt.

    Nässend sich die Andern schließen,
    welch Gott verhöhnend Trauerspiel.
    unter grün verschmierten Laken,
    Vertrocknend Fleisch sich windet viel.

    In der Küche kleiner Nische,
    findet Hass die Wiederkehr.
    Böse Stimmen sprechen nieder,
    auf Messerspitzen steht’s sich schwer.

    Im feuchten Keller drehen Winde,
    der verrottend stillen Kraft.
    Schöne Tage längst vergessen,
    nur das Bittre Freude schafft.

    Und das Fazit längst verloren,
    welches Räumlich sich verirrt.
    Gar aufgemalte blaue Spiegel,
    des Blickes ferne schlicht verwirrt.



    Mfg Benny
    hallo. ich hab jetzt einfach mal einen Namen angeklickt: bin neu hier im Forum, bin registriert, hab aber keine Ahnung, wie ich selbst ein Gedicht hier ablegen kann...finde die passende seite nicht hoffe Ihr könnt mir helfen...danke.

    K

  7. #7
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    Wurde erledigt. Bitte schreib das nächste mal jemanden eine PM (Privat-Message) oder frag sowas im Wohnzimmer.


    Mfg Benny

  8. #8
    Taurus ist offline L' Héautontimorouménos
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    Hallo Wer

    entschuldige bitte die verspätete Antwort.
    Ich hätte mir gerne, früher die Zeit genommen, mir dein Werk genauer zu betrachten, aber es ging leider aus Privaten Gründen schlecht. (diverse Praktika)

    Mein erster Eindruck des Gedichts ist alles andere als berauschend.
    Du fängst zwar stillistisch interessant an (die Alliterationen die auf etwas interessantes hoffen lassen ), aber spätestens in der dritten Strophe erinnert mich das Gedicht an ein kitschiges psydo-horror Bild.
    Das wechselnde Metrum von Strophe zu Strophe tut das übrige.
    Insgesammt hatte ich das Gefühl das du, auf teufel-komm-raus, interessante, neue Metaphern oder Bilder schaffen wolltest.
    Aber bei Stellen wie dieser hier, hast du bei mir genau das gegenteil erzielt.


    Durch Gänge tobend voller Gier,
    erbitterlich die Zeit verfließt.
    Grässlich hallen tausend Wände,
    lobpreisend sich das Blut ergießt


    Die wirren Bilder die du hier beschreibst ergeben teilweise nur Nonsense, und die verkrampften und zurechtgebogenen Satzkonstruktionen erledigen den Rest.

    z.b.: Vertrocknend Fleisch sich windet viel.

    Was du mit diesem Gedicht ausdrücken wolltest, bleibt mir verschlossen.
    Mir kommt es eher so vor, als ob du einfach ein gruseliges Bild malen woltest.
    Tut mir leid, aber ich kann dem nichts abhaben da ich den Text zu banal und zu kitschig finde.
    Das ist wahrscheinlich geschamckssache

    lg
    taurus
    ..........(___)...............................Im Moment ist mir aber diese Masse von Dichtern zuwider,
    ...........|Oo|...............................die weder Innovatives noch Attraktives produziert
    .... /```` OO)...Tauri are fine!........und wo sich hinter jedem Satz ein
    .../ |____-- ................................"Was mach ich hier eigentlich?" versteckt.
    .*...L....L....................................-AiAiAwa-

  9. #9
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    obscuritatis- heißt Einblicke.
    Dein Gedicht gefällt mir sehr gut!
    lg cori

  10. #10
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    Vielen vielen Dank für die Komments.

    Mir kommt es eher so vor, als ob du einfach ein gruseliges Bild malen woltest.
    So in etwa ward es auch gedacht.



    Mfg Benny

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