Der perfekte Dichter sagt von sich selbst:

Die Hälfte meiner Gedichte
zensiert mein eigener Geschmack.
Die meisten anderen
brodeln auf der Feuerstelle
meiner geistigen Schöpfungskraft.
Sparflammen heize ich an
mit den Werkzeugen, die Dichterkollegen,
wie ihr es seid,
wohl vertraut sein sollten.

Fliegt ein neuer Gedanke ein,
in der Ideenwerkstatt meines Geistes,
und ist zu jenem Zeitpunkt keine
Schreibmöglichkeit zugegen,
so beschleunige ich
Fuß, Fahrzeug, Pferd,
um zu einer solchen zu gelangen.

Rauscht mein Werk durch die eigene Zensur,
ohne das Aufheulen eines Sensors,
so erhebe ich es in das Pantheon der deutschen,
großen Literatur.

Der Rest verweilt in einer Schublade.
Auf dieser steht gedichte.com,
auf dass ich sie auch wieder finde,
meinen Schutzraum vor Staub und Vergessen.

Gez. Egon Zentrik