Mein schwarzer Freund

Er hat sein Reich nun in der Zwischenwelt
ganz nah an meinem Herzen.
Er hat sich mir nun zugesellt
und teilt mit mir die Schmerzen.

Die Flammen aus den Augen
Die dich verschrien sind abgewandt
Und fremde Worte sind keine blutigen Blitze mehr
Denn sie verkümmern ungehört in der Leere deines Geistes.


Ein Stern fiel in mein dunkles Haar
und hat sich dort verfangen,
wo früher nur die Schwärze war,
ist Sonne aufgegangen.

Ein Rabe kommt nur nachts zur Welt
und singt dir Todeslieder.
Aus donnervoller, wilder Luft
fällt er nur abends nieder.


Vampir, du schwarzer, trink mein Blut,
veredle meine Lieder,
und aus des Kummers dumpfer Glut
lacht mir die Erde wieder
die du
liebevoll mit deinen schwarzen Flügeln
Gott behütest.


Des Raben Antwort

Bekräh dein neues Reich!

Am Ende dunkler Zeiten fallen
neue Farben aus dem Himmel.
Und von deinem traurigen Gefieder
perlt sternenklares Wasser ab
funkelnd
fällt es durch die Träume nieder
durch alle wunden Augenlider
wider hallt mein Lachen.

Und von eurem Lebensbaum
fällt ein weißer, weicher Flaum.
Ein Sternenfunken dunkler Klarheit.
Der Hölle letzte Wahrheit.

Du siehst nun die unerhörten Seelen
Im Stadtkern meiner Leidenschaft
Bau ich für euch ein Haus.

Friede sei mit dir! Dichter. Ein Leben lang.

HKD