1. #1
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    „zeig mir mein wesen!“

    beschwörend richtet sich
    der dunkle klang der stimme
    gegen das leicht schimmernde,
    mit ornamenten verzierte oval

    silbrig glänzt die oberfläche -
    zieht an unsichtbaren fäden
    die willige hand zu sich heran,
    die ruhe des spiegels zu zerbrechen

    „wünsche nicht, was du nicht erfahren solltest!“

    eingetaucht, wie in flüssigkeit
    zieht ein unsichtbarer strudel
    weiter in das grau hinab
    überzieht den körper wie zuckerguss

    nur langsam schleicht sich kälte
    in das gefangene bewußtsein
    gibt noch zeit des erkennens
    bevor alles zu eis erstarrt

    „nein, ich will nicht mehr!“

    flammend erwacht der wille
    wieder alles zu vergessen.
    verbrennt innerhalb des eises,
    was noch übrig geblieben ist

    die hitze lässt den spiegel bersten -
    kleine eisscherben zerinnen, verglühen
    in der kalten atmosphäre der nacht,
    nur noch ein nachhall der gedanken bleibt

    „ ein schritt zuviel“

    (sternentraum, 10.2002)
    Stir of time, the sequence
    returning upon itself, branching a new way. To suffer pain, hope.
    The attention
    lives in it as a poem lives or a song
    going under the skin of memory.

    "Heavy" by Denise Levertov

  2. #2
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    das ist aber wundervoll düster...
    gefällt mir voll gut!

    liebe Grüße, Marina
    Alles geht den Bach runter.
    Aber immerhin das läuft ziemlich gut!

  3. #3
    Niquita Guest
    Hurra, endlich wieder ein Spiegelgedicht!
    Hätte auch gut in den Faden von Expulsor gepasst

    Liebe Grüsse
    Nicole

  4. #4
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    danke euch beiden...
    düster, ja und auch der spiegel.....hat mich förmlich angezogen,...war wie ein zwang, wieder einmal so ein gedicht zu schreiben...
    natürlich hast du recht, liebe nicole,...aber wenn ich ehrlich bin, war ich zu faul, nach dem wunderbaren faden der spiegel zu tauchen

    lg sternentraum
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  5. #5
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    danke linda!
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