1. #1
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    Schlafen können

    Schlafen können

    Wenn abends graue Nacht in den Gardinen hängt,
    den Traum verbannt und Dunkel seinen Vorhang bauscht,
    dann steht er leise auf, schleicht sich zur Tür und lauscht .
    Erfüllt von Heimlichkeit, die fröstelnd ihn umfängt.

    Es dringt Geraschel, etwas Licht in dunklen Flur,
    die Stimmen seiner Eltern und ihr warmer Duft.
    Er stiehlt sich leis hinein, dann holt er endlich Luft.
    „Wen haben wir denn da – jetzt aber schnell retour !"

    Der Vater legt die Zeitung fort und lächelt warm,
    Kommt, beugt sich hinab und nimmt ihn auf den Arm.
    Ja wie er da erleichtert und voll Freude lacht!

    Das alles doch an seinem Platz, in Ordnung ist
    und Rumpelstilzchen heute noch woanders frisst.
    Und an Gardinen zupft ganz müd die bunte Nacht.


    .
    Geändert von Erebus (12.12.2006 um 23:29 Uhr)
    .....
    D i e.....v e r s u c h t e.....W e l t ............
    ......a u s g e w ä h l t e .....T e x t e ......
    Alles ist Lüge an mir; aber dass ich zerbreche - diess mein Zerbrechen ist ächt! (Friedrich Wilhelm Nietzsche: Also sprach Zarathustra - Der Zauberer)

  2. #2
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    Du versuchst Dich im Moment an Sonetten?

    Etwas lang und etwas hart / "abgehackt" klingend für meinen Geschmack und in S2V3 / S3V2 stimmt nach meinem Gefühl die Metrik nicht.

    Mußte dabei doch glatt an meinen Kleinen denken...
    *kluger Spruch*
    *keine Auflistung meiner Gedichte*

  3. #3
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    Hey Greyzone!!

    Dein Gedichtchen find ich eigentlich ganz gut. Nicht unbedingt DIE Reißer-Thematik, aber trotzdem irgendwo interessant, und es sollte schonmal einen Kreativpreis für die Idee ein Gedicht über das Nichtschlafenkönnen von Kindern zu geben.

    Meine Verbesserungsvorschläge:
    2.Strophe:
    Der Eltern "Wärme Duft" klingt etwas gezwungen, so als gäbe es keinen besserern Reim darauf, weil man die zwei Sinne Temperatursinn und Geruchssinn schlecht vereinbaren kann.
    Das "Wen haben wir den da" würd ich in Anführungsstriche setzen, um es auch eindeutig als Wörtliche Rede zu kennzeichnen. Ich weiß, is rumreiterrei, aber so würde ich es nunmal machen. =)

    4.Strophe:

    Mir gefällt das Rumpelstielzchen nicht so richtig. Nicht gerade der Klassiker unter den "Im-Schrank-rumpel" Monstern, wenn du verstehst was ich meine.
    Ach ja - und warum ist die Nacht bunt?? Das würde mich echt interessieren. =)

    So, im Allgemeinen tät ich noch ein Wenig an der Metrik feilen und so weiter, aber im großen und ganzen -> ganz Ok.

    cya
    festi
    Hallo liebes Forum!!
    Jaja - und wieder hat ein Frischling den Weg in eure heiligen Hallen gefunden.
    Wenn ihr Lust habt, schaut ruhig mal in meinen ersten Postversuch rein:
    E I S

  4. #4
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    Hey grey.zone,

    die Idee ist wenigstens mal was außergewöhnliches, da zwinge ich mich fast dazu, ein Kommi abzugeben.

    Das hier klingt wirklich etwas komisch:

    die Stimmen seiner Eltern, ihrer Wärme Duft.
    " die Stimmen seiner Eltern und ihr warmer Duft " vielleicht so?
    Obs metrisch stimmen würde, wei ich jetzt grade nicht genau, ich finde ich, es würde aufjedenfall schonmal besser klingen.


    Die letzte Strophe klingt ein wenig erzwungen, das solltest du auch aufjedenfall nochmal überarbeiten.

    Nicht grade das beste Werk, das ich hier gelesen habe, aber ganz süß.
    Vielleicht würde es auch besser in Diverses passen?

    Liebe Grüße,
    Dark Rain
    ! N E U !
    Unser Horizont

    ~ So Baby, please kill me! Oh Baby, don't kill me! ~


    Gesammelte Werke

  5. #5
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    Hallo zusammen,
    Danke für die Kommentierungen

    @NichtDichter
    Ja, ich versuche mich an Sonetten. Ich muß ich dazu anmerken, dass ich wirklich und eigentlich erst seit kurzem zur Lyrik gefunden habe, und nicht einschätzen kann, ob ich ggf. frevle.
    Die von Dir angesprochenen Zeilen klingen in der Tat wenig geschmeidig, im ersten Fall wäre das noch plausibel (Luftanhalten und endlich wieder Einatmen können), allerdings versuche ich beides nachzubessern. Da ich auf jeden Fall den Stolperstein in der Zeile davor beseitigen werde und ein doppeltes "und" vermeinden möchte, ist das nicht ganz einfach. Im 2. Fall gehen aber alle meine Versuche auf Kosten der exakten Metrik. Was soll's. Vielleicht erhalte ich auch da noch einen Rat.

    @Master-Mefesto
    "Wärme Duft" fand ich persönlich ganz interessant, weil diese beiden Sinneswahrnehmungen in meiner Erinnerung tatsächlich eine Zusammengehörigkeit haben. Aber ich übernehme gerne den Vorschlag von Dark Rain, der/die ja auch stolperte. Anführungszeichen sind gesetzt.
    Das "Rumpelstilzchen" lasse ich stehen. Grad weil es ein Klassiker ist und für mich persönlich tatsächlich eine Verkörperung der Angriffe auf die kindliche Seele ist. Diese Deutung habe ich vor Jahren übernommen aus einem Lied von F.J. Degenhard, eben dem "Rumpelstilzchen", das am Bettpfosten nagt.
    Und bunt ist nun die Nacht, weil ich dadurch den Gegensatz aufzeigen möchte, das Träumenkönnen, jetzt, nachdem die Nacht zuvor grau und voller Schemen war Ebenso wird wie aus dem (bedrohlichern) "Bauschen" nur noch ein "Zupfen".

    @ Dark Rain
    Danke für die Hilfe beim Formulieren. Die letzte Strophe klingt vielleicht wirklich etwas erzwungen, soll aber eine Art Schlußsatz, wenn auch ein wenig verschlüsselt, sein.
    Darin will ich eigentlich zum Ausdruck bringen, dass die latent wahrgenommene Angst des Kindes, die es aus dem Bett treibt - woraus ja kaschierend ein Überraschungsspiel wird - das diese Angst beruhigt ist. Die Ängste finden für heute woanders ein Opfer, werden aber wahrscheinlich wiederkommen. Vielleicht kann man es besser in das gesamte Gedicht einbinden, so dass der Bruch weniger stark ist ? Dazu habe ich aber noch kein Gefühl entwickelt...

    grey.zone
    .....
    D i e.....v e r s u c h t e.....W e l t ............
    ......a u s g e w ä h l t e .....T e x t e ......
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