Eingesperrt im tiefen Kerker,
aus dem es keine Flucht mehr gibt.
Er fühlt sich nun wie ein Berserker,
den einzig und allein er selbst liebt.

Er selbst hat dieses Loch gebaut,
weil er geglaubt zu sein was Vollkomm’nes.
Doch auf die Perfektion, auf die er vertraut’,
war noch niemals groß Verlass.

Jeder seiner Art sitzt in solch einem Kerker,
und kann sich daraus nicht befreien.
Denn eingelocht hat ihn niemand,
und er kann nicht nach Hilfe schreien.

Er weiß ja gar nicht, wo er ist.
Er kennt kein and’res Leben.
Immer noch denkt er, perfekt zu sein,
doch sind denn das nicht alle?

Die Wände werden immer kleiner,
der Raum wird immer enger.
Die Nachbarn drücken gegen die Wand,
in ihrem eig’nen Kerker.

Auch er drückt gegen des Nachbarn Raum,
weil er glaubt, mehr Platz zu brauchen.
Doch baut er damit seinen Todesbaum,
denn sein Kerker wird ihn zusammenstauchen.

Ein paar der Nachbarn haben gute Ideen,
sich aus dieser Lage zu befreien,
doch: man kann sie nicht verstehen,
selbst wenn sie vor Verzweiflung schreien.

Es soll welche geben, die hätten’s geschafft.
Sie wären aus dem Loch entkommen.
Doch das sind Sagen, hell wie die Nacht
Und sie werden verachtet wie die Frommen.

Denn diese glauben an etwas Bess’res,
das kommt und ihnen die Türen öffnet,
doch wie lange würde dieses brauchen,
bis es den Weg zu jedem Einzelnen findet?

Und warum sollte ihnen gerade der helfen,
von dem sie denken, dass er sei Schuld
für ihr Dasein in diesem Kerker,
den manche spaßig auch Leben genannt?

So sind die Gefangenen im Moment allein,
und müssen sich selbst aus der eig’nen Grube befreien.
Gelingen wird ihnen dies wahrscheinlich niemals,
wie auch? Sie haben keine Mittel.

Die Meisten wissen nicht, was der Raum ihnen blüht,
und sind zufrieden mit ihrem Umstand.
Sich selbst beweinen werden sie erst,
wenn sie das Elend haben erkannt.

Doch dann wird ihr Kerker schon wieder frei sen,
für andr’e Geschöpfe, ob groß oder klein,
jeder draf sich hier seine Lebens beglücken.
In, je nach Erkenntnis, großen Stücken.