Thema: Wortgewicht

  1. #1
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    Wortgewicht

    Die Schatten liegen schwer auf deiner Seele
    und Dunkelheit verbirgt schon lang dein Lachen.
    So einsam schleicht der Hilferuf der Tränen,
    verschluckst du doch die Wut in deiner Kehle

    Die Weiße Fahne schwenkt dein Herz seit Wochen
    und rotgefärbt troft warm sie noch vom Blut,
    in Endlosbächen fließt es aus den Wunden,
    die fragend, still in deinem Innern pochen.

    In deinen Augen Schleier voller Leere
    und sehnsüchtig verliern sie sich im Fernen.
    Ich wünscht ich hätte besseres zu sagen
    als nur wie ich dich Tag und Nacht begehre.
    Geändert von Gedankenperlentaucher (14.11.2006 um 23:00 Uhr)
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  2. #2
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    Lieber leif,
    beschreibst du doch hier die Sprachlosigkeit einer Beziehung die langsam aber sicher daran scheitert, dass das LD mehr vom LI erwartet, mehr Worte die von Bedeutung sind als das profane "ich will dich" auch wenn es heißen könnte "immer noch nach all den Jahren.Als Frau weiß ich von den Schwierigkeiten der Männer ihre Gefühle auszusprechen, für sie ist dieses Begehren Beweis genug. Das LI erkennt die Not des LD sehr genau und weiß doch nicht über seinen Schatten zu springen. Und das hat noch nicht einmal etwas mit Lieblosigkeit zu tun, es tut dem LI beinahe körperlich weh das LD so leiden zu sehen und doch scheint es keinen Ausweg zu sehen, findet es keine Worte und läßt zu das sich ein Schleier gleich einem Totentuch über die Beziehung legt.
    Lieber Leif, echt berührend wie du hier eine Beziehung beschreibst in der jeder sich auf seine Weise nach Liebe sehnt, ich habe dein Gedicht echt gerne gelesen.

    Babsi

  3. #3
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    He leif85,

    auch mir konntest Du mit diesem Gedicht ein Nachthupferl in die Magengegend legen. Das eindrucksvolle an dem Gedicht ist Dein Gedanke dahinter, dass auch der Aufgebende verliert, egal ob seine/ihre Liebe zuerst gestorben ist. Oft denkt man landläufig der gehende hat es ja so leicht. Hat er das? Oder leidet er vielleicht genauso, vielleicht sogar tiefer/länger/schuldgefühsbehafteter, da auch er/sie von Vorne beginnt.

    Einzig das Wort Blute stört mich ...kannst nicht das e weglassen?

    Sehr gern gelesen und noch gerne in Deine Gedankenwelt geschaut!

    Gruß vom kerlchen
    Geändert von Kerlchen40 (15.11.2006 um 21:51 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Badico und Kerlchen.
    Wie nett eure beiden Interpretationen zu lesen. Sie gefallen mir sehr gut obgleich meine Intention eine ähnliche aber eigentlich doch eine ganz andere war.Ich hoffe man kann mir halbwegs folgen. Ich bin hocherfreut dass es euch auch formal gefällt. Nach einer etwas längeren Schreibkrise war ich mir dessen doch nicht mehr so sicher. Nunja, sicher war ich eh noch nie. Aber anscheinend fluppt es noch ein wenig. Vielen Dank euch also nochmals für die lieben Worte. Ein wenig stolz macht es mich schon euch hier zu lesen
    LG Leif
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  5. #5
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    Schön, sogar sehr schön. Besonders weil ich auch noch deine Anfänge kenne.

    Metrisch soweit ich sehe sauber (sorry hab keine grosse Lust Xe zu malen) bis auf diese Zeile, soweit ich das richtig sehe fehlt hier eine weibliche Kadenz... auf Wunsch kann ich die Xe gerne nachreichen. Die Wortwahl ist überaus gelungen und verstärkt noch die Stimmung deines Gedichts. Die Reime sind zwar nicht ganz so aktuell, werden aber durch die beiden mittleren Zeilen "entschäft".

    Inhaltlich würde ich das ganze so deuten, dass das lyr ich in eine Person verliebt ist, die aber jeman anderen unglücklich liebt, und er so keine wirkliche Chance bei ihr/ihm hat?
    Tu was du willst, das ist das ganze Gesetz - Aleister Crowley

  6. #6
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    HiHi Demon_Wolf.
    Welch Ehre deine Worte hier zu lesen :P
    Ja, meine Anfänge hast du ja leider wirklich mitbekommen. Ich schäme mich im Nachhinein ein wenig sehr
    Umso erfreuter bin ich, dass dir mein Fortschritt zusagt.
    Leider konnte ich deinen Beitrag nicht entnehmen welche Zeilen du als so störend empfindest. Liegt es an meinem PC und an deiner Vergesslichkeit sie zu zitieren? :P
    Ich bedanke mich auf jeden Fall schonmal herzlichst für die netten Worte.
    LG Leif
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