»Pah!«, rief er auf die Bitte seines Gegenübers aus.
Als er heute Morgen aufgestanden war, hätte er niemals daran gedacht, dies zu erleben; das es so enden sollte, war ihm nahezu unvorstellbar, hatte er doch soviel Glück in seinem Beinahe hundertjährigen Leben gehabt.
Er kniete vor seinen insgesamt drei Gegenübern, hatte den Kopf jedoch provokativ gehoben. Sein Gesicht war kantig und wurde von einigen Narben und einem weißen Bart, geschmückt mit Bändern, verziert. Er hatte kleine, energische Augen und eine Knollnase. Seine Augenbrauen waren wollig und schienen verschmelzen zu wollen. Seine Statur wirkte eher rundlich, jedoch war er nicht dick, so gern er auch aß und trank, sondern ein wahres Muskelpaket. Er trainierte täglich und dazu kam seine lange Lehre als Schmied.
Er rammte seine großen Hände, geschützt durch Lederhandschuhe, auf den Boden.
»Wenn ich eine Waffe hätte«, sagte er. »würde ich euch eure verdammten Köpfe von euren verdammten Körpern schlagen!« Doch auch dies erzielte nicht die gewünschte Wirkung und seine Gegenüber lachten erneut schallend über ihn. Sie trugen alle dieselben schwarzen, leichten Lederrüstungen, welche mit ihrer obsidianen Hautfarbe harmonisierte und zugleich mit den weißen Haaren in einem wunderbaren Kontrast stand. Zudem hatten sie wachsame, blutrote Augen.
Die Frau, umringt von zwei Männern, erhob als das Lachen verklungen war die Stimme. »Ihr seid so lustig, selbst wenn ihr eurem Ende ins Auge seht«, sie zog einen der Dolche, welche an ihrem Gürtel angebracht waren. »das liebe ich an euch kleinen Biestern.«
Der Zwerg starrte aus den Augenwinkeln auf seine Axt, welche ihm von den Dunkelelfen abgenommen wurde und wog ab, ob er es schaffen konnte, sie zu holen und wenigstens noch einen dieser Bastarde zu töten. Die Frau, anscheinend hatte sie das sagen, bemerkte dies aber wohl und befahl mit einem kurzen Wortlaut, den er nicht verstand, den beiden Männern ihm den Rest zu geben.
Als stolzer Krieger hatte er keine Angst vor dem Tod, aber er wollte im Kampf sterben und nicht hingerichtet werden. Er sprang auf und rannte, für einen Zwerg erstaunlich schnell, zu seiner Waffe, griff jedoch daneben und schaute auf.
Die beiden Dunkelelfen kamen immer näher und würden ihn in den nächsten Sekunden eingeholt haben. Er griff erneut nach der Waffe und bekam sie zu fassen. In der selben Bewegung riss er die Axt mit voller Kraft nach oben und rammte sie beiden Dunkelelfen in die Brust, welche es zu spät bemerkten und direkt hineinliefen. Der eine fiel sofort zu Boden, der andere war noch im Sprung zur Seite und berührte deswegen den staubigen Sand erst einen Augenblick später. Der Zwerg schnaufte und betrachtete seine blutverschmierte Axt. Er hatte es doch geschafft.
Zu spät jedoch bemerkte er die schwarze Gestalt hinter sich, die ihm lautlos einen Dolch in den Nacken rammte.