1. #1
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    Die Liebste des Pianisten

    Alleine sitzt sie zwischen all den Lauschern,
    Die Beine überkreuzt , gekrümmt der Rücken,
    Der Arm auf ihrem Schenkel stützt den Kopf
    Ihr Blick so fern und dünn wie Schäfchenwolken,
    Ein Seufzen fließt von vollen, roten Lippen

    Das Lied aus ihres Liebsten Hand geboren
    Entfacht den Zwiespalt tief in ihrem Leib.
    Die Funken sprühen durch die Aderbahnen
    Beseelen Finger, Brust und Aug mit Wut,
    Auf die Musik die ihn so leuchten lässt.

    Das Publikum spürt schauriges Vergnügen,
    Denn jeder Ton gleicht einem Ungeheuer,
    Mit hundert Armen die das Fleisch umschlingen,
    mit tausend Stimmen die das Ohr bestürmen.
    Die Liebste sitzt verloren mittendrin

    So zart die Hand den weißen Tasten schmeichelt,
    Verwöhnte sie die Mädchenbrust doch nie.
    Sein Blick jetzt gierig, fast besessen geifernd,
    wirkt stumpf und fern im heimischen Gemach.
    Musik wird Liebste, Liebste wird vergessen

    Doch dann, der letzte Hall entschwindet sanft,
    Ein heitres Schweigen füllt die Stille auf.
    Der Blick des Pianisten klärt sich sichtlich,
    Ein Nicken zu den Hörern die ihm klatschen,
    Dann lächelt er zum Mädchen mittendrin
    Geändert von Marot (17.11.2006 um 15:24 Uhr)

  2. #2
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    hallo blauhelm,
    also ich muss sagen, dass mir dein gedicht wirklich gut gefällt.
    es ist voller emotionen und liest sich echt toll.
    auch der inhalt ist interssant und mal was neues.
    richtig schön!

    lg
    rose
    Zum Schwarzen Rosengarten (Werkeverzeichnis)


    frisch aus meiner Feder Seelenbrand im Stundenschlaf, Göttertanz, Seelenduett,
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben
    Hermann Hesse

    *schwarzeRose*

  3. #3
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    Hallo, Blauhelm
    was hast Du aus der großartigen Idee gemacht? Die paar Kommafehler lasse ich mal außen vor. Wo es hapert, das sind die Fehler in den beschriebenen Abläufen und oft auch falsche Zuordnungen. Ich liste mal untereinander auf:
    ... zwischen all den Lauschern (Lauscher sind vulgärsprachlich Ohren, das Publikum besteht aus Hörern, und die brauchen nicht zu "lauschen", weil in einem Klavierkonzert der Flügel aufgeklappt ist und die Töne gut vernehmlich raus kommen;
    ... stützt das Haupt (Haupt, das ist Hochsprache, die Du sonst nicht anwendest. Sie stützt schlicht ihren Kopf;
    ... dünn wie Schäfchenwolken ("dünne" Schäfchenwolken?)
    ... Seufzen hüpft (das Seufzer "hüpfen" kannst Du mir nicht erzählen)
    ... Aderbannen (halte ich für einen schlichten Tippfehler)
    ... spürt schauriges Vergnügen (sowas hatte ich noch nie)
    ... Ton ... Ungeheuer (was hat der denn da gespielt?)
    ... besäuseln (mit Ungeheuern?)
    ... so zart die Hand (eigentlich ein schöner Vers, wenn er stimmig wäre. Der Pianist spielt nicht mit der Hand, sondern mit Händen. Und er benutzt die weißen und schwarzen Tasten)
    ... sein Blick ... gierig, ... besessen (das Bild erinnert mich an eine Busch-Karikatur, aber nicht an einen konzentriert spielenden Pianisten)
    ... Liebste, Liebste ... (wäre möglicherweise zu vermeiden)
    ... der letzte Hall ... (Ton wäre angebrachter. Bei einem Klavierkonzert "hallt" nichts, es sei denn, es fände in einer leeren Badeanstalt statt)
    ... heitres Schweigen (war er so schlecht, dass kein Beifall aufbraust?)
    So, jetzt denkst Du bestimmt, dieser Idiot zerfetzt mir mein Dingen und geht wie ein Korinthekacker ran (und wiederspricht damit der schwärzesten aller Rosen). Ich sage es noch einmal: Eine großartige Idee. Wenn Du daraus ein stimmiges Gedicht machen willst, hast Du noch einen Haufen Arbeit vor Dir.
    Gruß!
    heinzi
    Geändert von Festival (16.11.2006 um 22:47 Uhr)

  4. #4
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    hehe, keine Sorge ich bin sogar sehr froh um diese Kritik, auch wenn ich nicht mit allem Einig bin und das Ausmaß deiner meinung nicht ganz verstehe.
    Sind die Aufgelisteten Stellen alle Schwächen die du für dich entdeckt hast oder ist dein Missfallem am gedicht eher ein Grundsatzproblem unseres unterschiedlichen Sprachgeschmacks?
    Wie auch immer will ich mit freuden auf deine Ansätze eingehen:

    zwischen all den Lauschern
    Na darüber lässt sich sicherlich Streiten ob Lauschenein begriff für Vulgäres Hören ist. ich sehe lauschen eher als intensiven konzentriertes zuhören. das ist halt wieder so ein Punkt wo zwei leute verschiedene Konotationen vom selben Begriff haben, desshalb ja auch mein verdacht das unsere Sprachästhetik einfach sehr verschieden ist.

    ich würde dazu gerne mal die meinung eines Dritten hören.
    Alternativ könnte ich dir höchstens den vers:
    Alleine sitzt sie zwischen all den Ohren
    anbieten aber ich fürchte das wird dir bei deinem logiktreuen metaphernverständniss wohl noch weniger gefallen.
    "Hörer" ist mir hier einfach zu kraftlos, ich brauche für den Einstieg schon ein intensieveres Hörerlebnis. Und natürlich bräuchten sie nicht dringlich zu lauschen aber ich will hier schon andeuten wie betörend die Musik ist und desswegen müssen sie einfach angestrengt lauschen.


    stützt das Haupt
    ja da hast du recht das gebe ich zu, hier wollte ich Ellegant sein man es hier auch mit Kopf versuchen um die feinsprache nicht zu übertreiben.


    dünn wie Schäfchenwolken
    das versteht irgend wie keiner, bin auch auf meienr Heimatseite dafür schon gescholten worden.
    Für mein Verständniss sind Schäfchenvolken unglaublich brüchige und fast durchsichtige Wolkenbahnen. Möglich das ich den falschen Begriff für die das was ich meine benutzt habe.
    ich werde mir hier noch mal genauer überlegen ob es keine alternatrive gibt, aber mir gefällt das Bild einfach so gut

    Seufzen hüpft
    ja das hatten wir drüben auch schon und ich gebe dem recht. ich habe es in "fließt" umgeändert.


    Aderbannen
    Ja tippfehler, der geändert wird.

    spürt schauriges Vergnügen
    na dann schaust du wohl wenig Horrorfilme
    Auch bei starkem Pathos setzt dieses Gefühl bei mir ein.


    Ton ... Ungeheuer
    hehe wer weiß ist das von dir ein echetr kritikpunkt oder nur ein Wundernis?


    besäuseln
    das sieht man mal wie wichtig es ist seine texte vielen Leuten zu zeigen, manche dinge überseiht man einfach völlig weil die Distanz fehlt.
    Wird in " bestürmt" umgeändert.

    so zart die Hand
    hm dem kritikpunkt kann ich nur schwer folgen.
    Das gedicht hat ja nicht die Absicht sein klavierspiel exakt zu bescheiben. Es soll hier ein vergleich vom Gebrauch der hand am klavier und an der frau aufgestellt werden, der nicht die Technik des Gebrauches sondern die intensität gegeneinander aufwiegt.
    Die Hand so wie die weißen tasten sind jeweils ein " pars pro toto"
    Wirst du wohl nicht anerkennen schätze ich aber ich wüsste nicht warum man das in einem Gedicht nicht so umschreibendürfte. Es wäre auch gar kein erzählraum übrig um hier genauer zu werden ohne Itensität oder leidenschaft zu verlieren.
    Aber ich denke auch hier scheiden sich einfach unsere Lyrischen Geister


    sein Blick ... gierig
    Hm wieder so ein Bild bei welchem unser Sparchverständiss auseinander geht. Für mich hat Gier hier die bedeutung von übersteigerter Lust und leidenschaft. Die materielle Seite ist hier nicht gemeint die an Bush erinnern könnte.
    Gier ist für mich auch nicht unbedingt ein negatives Wort.
    Ein konzentierter Pianisten kann doch dennoch in leidenschaftlicher Gier entfalmmen, nämlich nach dem Rausch der Musik. kenne das selbt vom Theaterspielen und den dadurch entstehenden rausch.
    Liebste, Liebste
    ja aber ich wollte es doch gerade nicht vermeiden
    was stört dich daran?


    der letzte Hall
    Na es wird ja auch nicht gesagt wo das ganze stattfindet, ausserdem hallt eigentlich jeder raum ein wenig.
    Mir ging es hier aber auch mehr um den Hall im inneren der Zuschauerköpfe.

    heitres Schweigen
    Wegen diesem hall gibt es auch nicht sofort applaus. Die zuschauer sind derart überwäligt, dass sie einen augenblick einfach nur der erinnerung an das eben gehörte lauschen ( Hall )
    es gibt eigentlich vor jedem Applaus diesen Moment. Ein Stück ist zu ende und die leute warten noch einen Moment was jetzt passiert, oder atmen erst einmal wieder genüsslich durch ,um dann in Applaus auszubrechen.
    ich hoffte mit der letzten strophe diesen Vorgang mal gebürend zu beschreiben, weil er einfach atemberaubend ist.

    Ich hoffe es ärgert dich nicht das ich so vieles an deiner Kritilk quasi weck erklärt habe, aber in einigen Bereichen sehe ich das Ganze einfach anders.
    Deine kritik half mir allerdings sehr meinen Text aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
    Vielen dank

    @schwarze Rose:
    Vielen dank für die Blumen, ich freue mich imemr wenn jemand meine texte einfach mal gut findet
    Geändert von Marot (17.11.2006 um 00:02 Uhr)

  5. #5
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    hallo, Blauhelm,
    meine Absicht war nicht, eine endlose Diskussion zu beginnen. Mag sein, dass wir unterschiedliche Auffassungen von bestimmten Begriffen haben. Aber auf eine ausführliche Replik soll es eine versöhnliche Antwort geben, denn offenbar hast Du einen wichtigen Satz von mir völlig übersehen: Eine großartige Idee! So ein Satz würde von vielen anderen Poesiejüngern/innen schon als Ritterschlag empfunden. Nun zu Deinen Antworten: Es gibt, denke ich, einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen schauern/erschauern - schaudernd und schaurig. Ein "wohliges Schauern" lasse ich mir gern gefallen. Schaudern, das hat meist mit einem religiösem Erlebnis zu tun. Schaurige Märchen sind beinahe oder ganz grausame Märchen. "Lauschen" - man lauscht mit dem Ohr an der Wand, man lauscht auch mit der Hand am Ohr in den Wald, man lauscht auf leise Töne, Kinder lauschen, wenn die Oma Märchen mit leiser Stimme erzählt. Besucher eines Klavierkonzerts haben keinen Grund zum Lauschen. Der Apparat tönt laut genug. Die Dame des Pianisten kann, s.o., also gar nicht zwischen Lauschern sitzen, weil es keine gibt. Wo sitzt sie dann? Ist doch ganz einfach, wenn "zwischen Zuhörern" zu blöd klingt: Sie sitzt im Publikum, zwischen den anderen Besuchern des Konzerts. Schäfchenwolken haben doch ganz offensichtlich ihren Namen von den weißwolligen Schafen. Was Du meinst, das sind Zirruswolken, aber Zirrus als Zischlaut passt nun wahrlich nicht in das Tongefüge Deines Werkes. Schäfchenwolken, die sehen aus, als wenn man die Wollknäuel auf vier Beinen an den Himmel versetzt hat. Und Dein "pars pro toto", nee, das greift hier nicht. "Segel sehe ich am Horizont" und meine Schiffe, nehme einen Teil des Schiffes fürs Ganze. Aber zwei Teile (die Hand für den ganzen Pianisten, die weißen Tasten für den ganzen Flügel - das wäre pars pars pro Toto toto. "Da kommt die beste Geige des Orchesters" für "... die beste Geigerin mit ihrer Geige", das lasse ich mir gefallen. Was hältst Du von "So zart die Hände dem Elfenbein schmeicheln" - da hättest Du Dein pars pro toto für den ganzen Flügel. Was das Ausbrechen des Applauses angeht, mein lieber Scholli, da habe ich ganz andere Erfahrungen (und die sind bundesweit in allen Konzerten nachprüfbar). Meine Frequenz bei Konzerten, selbst veranstalteten und als Gast liegt bei 200 p.a. und lässt mich immer wieder erleben, dass der Applaus eher zu früh als nach einer weihevollen Pause einsetzen. Geübte Konzertbesucher vermeiden es, zwischen den Sätzen zu applaudieren, aber sie wissen genau, wann der letzte Ton verklungen (sicher nicht verhallt ist wie beim Halali-Blasen im Wald) ist und zack, setzt der mehr oder weniger starke Applaus ein. Noch einen Irrtum will ich aufklären: Mir geht es überhaupt nicht darum, dass Du in Deinem Werk minutiös den Ablauf eines Klavierkonzertes beschreibst. das ist nicht Sinn der Sache. Aber wenn Du die Lokalität in einen Konzertsaal verlegst und diese Lokalität erwähnst, dann muss es "stimmen".
    Gruß!
    heinzi

  6. #6
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    Hm jetzt kommts mir hier wie eine Kampfdiskussion vor, und ich denke die hat wenig Sinn weil sie deine Kritik entweiht.
    Was die Wolken angeht gebe ich recht, da muss ich noch einmal drüber rechaschieren.
    Zum pars pro toto:
    klar ist das nicht klassisch eine Hand für den ganzen Pianisten zu nehmen aber warum das nicht möglichs ein soll ist mir schleierhaft zumal das bild ja im Folgenden durchgehalten wird. Akzeptiere ich also nicht, weitere diskussion darüber nutzt denke ich auch nur Germanistikstudenten.
    Das selbe Unverständis habe ich bei den Tasten. warum sollte ich sie nicht Tasten als bild für den Flügel nehmen können wenn elfenbein aber gehen würde? höchstens das "weiß" könnte ich entfernen, würde aber keinen Unterschied zu deinem Vorschlag machen, weil die schwarzen ja nicht aus elfenbein sind.

    Applaus und hall sind Diskussionsthemen die auf erfahrungen beruhen. wir könnten uns jetzt stunden lang unsere Bühnenerfahrnung an den Kopf werfen, wir können es aber auch lassen. Im Zweifel gilt bei einem gedicht die erfahrung des Autors.
    Zumal kommt noch dazu das hier ja gar nicht geklärt wird was für ein Pianist das ist und was für Lieder er spielt. wenn er improvisiert zum Beispiel ist absolut nicht klar wann das Lied endet...
    Aber wie gesagt das ist blödsinn über so was zu reden weil solche pünkte auch nicht mit der Qualität eines gedichtes zu tun haben sondern von Weltanschauungen handeln.

    Zu deiner leichten Entrüstung: das ist nicht meine absicht, ich wollte nur meine sicht der Dinge zeigen. Natürlich habe ich dein Lob gelesen und freue mich sehr darüber, genau wie über die Kritik.
    Als Ritterschlag sehe ich es nicht, ich kenne dich ja gar nicht, da musst du mir schon noch bekannter werden damit ich ein Lob von dir als Ritterschlag sehen kann

    Also nochmal: ich erkenne deine Kritik durchaus an, aber einige Dinge kann ich einfach nicht ändern weil ich sie anders sehe. da sist ja das schöne an der Lyrik es gibt nicht nur eine Sicht der Welt
    Geändert von Marot (17.11.2006 um 01:39 Uhr)

  7. #7
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    Hallo Blauhelm,

    habe Deinem Gedicht mit sich steigerndem Interesse erfreut zugehört, es hat in mir einiges zum Klingen gebracht und jetzt lausche ich dem und auf noch längeren Nachhall, der durch Deine mit dem guten Kulturheinzi geführte Rezension, für die ich Euch beiden mein Kompliment mache und bei der ich, wie oben für Dein Gedicht ausgedrückt, Zuhörer und Lauschender war und noch sein werde, da mich mein sich steigerndes Interesse an dem Folgenden mehr hat darüberhinfliegen als ausreichend gründlich, was es mir selbst beim Überfliegen mehr als wert erschien, zu lesen.


    Mit einem großen Lobgruß und anhaltendem wie nachhal(l)tigem Applaus, in den ich ausdrücklich hier auch Kulturheinzi mit einbeziehe, auch wenn ich teilweise nicht seiner Meinung bin, wenigviel
    --------------------------------------
    P. S.: Das Wiederhierherkommen steht schon in meinem Besuchskalender
    Geändert von wenigviel (17.11.2006 um 06:07 Uhr)
    wenigviel


    Es kann sein, alles ist anders als wir es wahrnehmen und erkennen und doch müssen wir es uns glauben.

  8. #8
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    Aufm Planeten schon gelesen, hier nun kommentiert.

    Aber erstmal einen guten Morgen und herzlich willkommen zurück, auch wenn wir uns wohl noch nicht wirklich kennen.

    Zu deinem Gedicht wurde ja schon ausführlich diskutiert, von daher habe ich nur noch die leichte Aufgabe einzelnen Punkten, bzw. in dem Fall nur einen, nochmal anzusprechen. Und das sind, wie sollte es anders sein, die Schäfchenwolken, die mich auch ein wenig stören. Der von Nina genannte leiernde Lesefluss, nun gut, sie hat schon recht, aber auch mit dem gefällt es mir ausgesprochen gut.

    So, dies erstmal in aller Kürze, sollte mir während meines Schulalltages noch mehr einfallen konserviere ich die Gedanken bis heute Abend um sie dir mitzuteilen.

    Gruß,
    Flo
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  9. #9
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    Hi Leute, es freuit mich sehr so viel Aufmerksamkeit zu erhalten, hatten schon befrüchtet unter meinem blauen Hut übersehen zu werden

    @ wenigviel: Freut mich, dass du spass and er Diskussion hast. Mir gehte s genauso

    Und das dir mein Gedicht gefällt freut mich natürlich noch mehr


    @Ensimismado: nein wir sind uns noch nicht bekannt, aber ich war im letzten Jahr nichtmal auf GF viel unterwegs also wundert das auch nicht.
    Ich freue mich das es dir gefällt.
    Die Wolken kommen weg, da werd eich was neues hinbauen
    Zum Rhythmus sag ich bei Lines was.
    Also lieben dank fürs Lesen und Kommentieren

    @ Linespur:
    Ist ne weile her das wir uns gesehen haben und so freut es mich umsomehr das es unter meinem Gedicht geschieht
    Mir fällt ein Stein vom Herzen das du die Punkte auch so siehst, eine dritte meinung hat mich doch jetzt wirklich interessiert, weil man ist als Autor auch schnell mal geblendet vom eigenen Werk.
    Zum Rhythmus:
    Im Grunde hast du recht. Von anderer Seite wurde mir sogar vorgeworfen die Metrik stimme nicht, was mich allelrdings irretiert.... deine Leierkritik sagt mir auch das der jambus wohl stimmen müsste...
    Aber ekin kritikpunkt ist berechtigt, eigentlich passen jamben hier gar nicht hin, ein wilden metrikfeuer würde hier besser hineinpassen.
    Ursprünglich wollte ich freie Rhythmen schreiben, aber dafür bin ich noch zu fest an der Metrik verhaftet...
    Ich habe mich für Jamben entschieden weil mir die Metrik hier erstmal egal war. Es ging mir um die Sprache und die Stimmung . Vor Allem die einzelnen Bilder wahren mir wichtig. Es brauchte für mich da nur noch einen einfachen Rhythmus der das ganze trägt. Hätte vielleicht einen Trochäus wählen sollen, der wirkte mir aber zu schnell.
    Letztlich stimmt es aber, dass es nochmal ein ganz anderes Lesevergnügen wäre, wenn hier auch noch die Metrik in die Überlegungen einbezogen würde.
    Dafür war dieses erste Gedicht nach einem Jahr allerdings noch nicht reif genug.
    Ich habe eh vor dieses Gedicht noch in zwei anderen Versionen zu schreiben um mal zu sehen was man alles aus einem Thema rausholen kann.
    Es wird noch eine Reimversion geben und eine metrisch komponierte.
    Vielen dank für deine hilfreiche Antwort.
    Bis Bald
    Marot
    Marot als blaubehelmter UN-Soldat

  10. #10
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    Da ich aus deiner Antwort noch ein wenig Unsicherheit betreffend des durchgezogenen Jambus zu erkennen vermeine, werde ich mal eben durchixen.

    Alleine sitzt sie zwischen all den Lauschern,
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    Ihr Blick so fern und dünn wie Schäfchenwolken,
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    xXxXxXxXxXx
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    Die Funken sprühen durch die Aderbannen (bahnen, nicht bannen )
    Beseelen Finger, Brust und Aug mit Wut,
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    mit tausend Stimmen die das Ohr bestürmen.
    Die Liebste sitzt verloren mittendrin

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    xXxXxXxXxXx
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    So zart die Hand den weißen Tasten schmeichelt,
    Verwöhnte sie die Mädchenbrust doch nie.
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    wirkt stumpf und fern im heimischen Gemach.
    Musik wird Liebste, Liebste wird vergessen

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    Der Blick des Pianisten klärt sich sichtlich,
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    Jambus ist überall korrekt, nur die Kadenzen wuseln ein wenig durcheinander, was aber absolut nicht stört.

    Gruß zum zweiten mal hier und heute,
    Flo
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
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    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  11. #11
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    Ja genau so hatte ich es auch gedacht. Danke sehr für die bestätigung, hab schon an meinem verstand gezweifelt
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