1. #1
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    Was ist Lyrik?

    In einer perfekten Welt wäre dies ein Klotz,
    und mein „Werk“ kein Gedicht:

    Der Bildhauer nimmt einen Klotz,
    betrachtet ihn als wesensfremd
    vor dem Objekt, welches ihm sei-
    ne Phantasie gebar. Hernach mei-
    ßelt er weg, was Stein ist, macht
    das Kunstprodukt seines Kopfes.


    Ich wollt ich wär ein Spitzmeißel,
    und nicht des Lesers dumme Geißel ->
    -------------die L
    -------------yrik
    -------------wäre
    -------------dann
    -------------simp
    -------------ler,
    -------------die
    -------------Wor

    Te ein Werkzeug und dies alles HIER, auf der Suche nach Lyrik im Siebbetrieb,

    KEIN GEDICHT.
    "Ich lief vom Pontius zum Pilatus. Pontius /
    War weggereist. Pilatus war im Bad."
    Brecht, Ui

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  2. #2
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    gute idee.
    aber warum "klaust" du meinen titel.
    find ich nicht so toll.
    kann ja auch kein zufall sein.

    würde mich freuen, wenn sich unsere texte titel-mäßig abgrenzen ließen.


    zum text:inhaltlich gefällt mir die aussage nicht sehr gut, weil sie eigentlich keine konkrete aussage schafft.
    vielleicht hast du zu viel gewollt.
    aber ich wäre für eine erläuterung des gedanken dankbar.

    michael

  3. #3
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    Hallo,

    naja Michael Lüttke, du warst ja auch nicht der erste der diese Idee bei dem Titel hatte. Leider wieder eine Umsetzung welche dem Thema nicht gerecht werden kann - was allerdings auch schwierig ist. Der Klotz sollte zumindest im Blocksatz daher kommen oder exakt abschließen (Courier New machts möglich). Die Wörter sind willkürlich über die Zeilen gebrochen wenn sie zu lang waren. Die Form ist viel zu stark im Fluss und ergibt in Verbindung mit dem Text kein konsistentes Gesamtbild.

    Das Experiment ist dir, in meinen Augen, zumindest misslungen. Lyrik ist aber auch schwer zu greifen.

    JamZee

  4. #4
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    Hallo.

    Was mir gar nicht gefällt, was mir nie gefällt: Gedanken und Ideen die offentsichtlich sowas schon wie Allgemeingut sind, in der Form als eigene Auszugeben. Auch wenn es so klingt, ich will dir nicht irgendwas unterstellen, meine Perfekte lyrische Welt besteht halt aus Dichtern, die versuchen, immer neues zu Schöpfen. An Ideen, Wortzusammenhängen ect.

    Ich meine in diesem Fall, die Sache mit dem Steinen. Es gibt da soviele Versionen von, die eigentlich alle immer ganz entzückend sind. Nämlich, das nicht in jedem Steinblock ein Pferd steckt, sondern nur in einem, und dann muss alles wegschlagen, was nicht Pferd ist. Als Beispiel. Naja und darauf baust du jetzt deinen Text auf. Die Beziehung scheitert aber, der versuch des Vergleiches ist in meinen Augen nicht im Ansatz gelungen. Weil, ich verstehe ja den Gedankensprung den du machst. Du vergleichst die "Suche" nach de wirklich lyrischen mit dem Bildhauen. Aber das hinkt alles.

    Tut mir leid, fühl dich nicht angegriffen von mir, aber du bist sicherlich ein Dichter dem man auf dieser Ebene kritisieren kann. Was jetzt von meiner Seite aus ein Kompliment aus, keine Ahnung ob du es schätzen wirst

    Achja, und zum Titel. Der ist nun wirklich Billig, oft verwendet, aber leider in diesem Fall unglücklich ausgesucht. Das Herr Lüttke sich beschwert, ein wenig zurecht, ein wenig übertrieben.

    Bye



    Ein Gemisch aus Alkohol und Medikamenten:
    mit ein wenig Zigarettenrauch.

  5. #5
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    Liebe Kritikerfreunde,

    einmal mehr erweist sich die Größe der Provokation als bestes Mittel, um gute und viele Kritiken zu erhaschen.
    Michael, nimm es nicht persönlich, dein Gedicht hat mich vom Inhalt her zu meinem Werk inspiriert, aber es hätte auch jeden anderen treffen können. Jamzee und Schattenmorelle haben mich da eigentlich bereits perfekt entlarvt: Es gibt
    1.) tausend Herangehensweisen an dieses Überthema und
    2.) wurden mindestens genausoviele von irgendwelchen Dichtern bereits verwurschtelt.
    Wohlbemerkt: Ich finde dieses Thema sehr interessant und wäre froh, wenn ich schon mal auf ein Gedicht mit jenem Inhalt gestoßen wäre! Ich kann mich nur dunkel erinnern mal bei Fried etwas ähnliches gelesen zu haben, wäre für Empfehlungen aber sehr dankbar. Die zweite Aussage ist somit mehr eine Vermutung, die ich jedoch bereits vor dem Verfassen des Gedichtes hatte. Ich schweife ab.

    Das mit der Blockschrift hatte ich natürlich ebenfalls im Sinn, und habe es lediglich technisch nicht hinbekommen. Der altbekannten Kritik der (hier zumindest selbstredend!) zufälligen Zeilenumbrüche möchte ich entgegensetzen, dass dies hier ausnahmsweise mal gewollt war. WÄRE die Lyrik ein Klotz, und das ist ja die Grundaussage meines Gedichtes, könnte man mit einfachsten Mitteln einen Pick zur Hand nehmen und feststellen, dass dies hier oben kein Gedicht ist. Würden die Zeilenumbrüche Sinn ergeben täte es sich mit dem Inhalt beißen.

    Dass dies alles am Ende dennoch hinkt finde ich am traurigsten. Es war eine dieser Ideen bei deren Umsetzung man nicht bemerkt hat, dass die Mühlräder der lyrischen Anstrengung die nicht unwichtige Grundaussage letztlich verwässert haben. Schade!

    Es gibt da soviele Versionen von, die eigentlich alle immer ganz entzückend sind. Nämlich, das nicht in jedem Steinblock ein Pferd steckt, sondern nur in einem, und dann muss alles wegschlagen, was nicht Pferd ist. Als Beispiel. Naja und darauf baust du jetzt deinen Text auf.
    Ja, so etwas mache ich ausgesprochen gerne (so hab ich auch mal ein Gedicht basierend auf "Ich wollt ich wär ein Huhn" verfasst, und wurde harsch wegen "Comedian-Harmonists-Schändung" verurteilt). Allerdings sehe ich dies in den meisten Fällen halb so wild. Zumindest so lange, als man diesem altem Grundbildnis der Allgemeinheit etwas neues untermischt. In diesem Fall der Vergleich Bildhauerei - Lyrik.

    ut mir leid, fühl dich nicht angegriffen von mir, aber du bist sicherlich ein Dichter dem man auf dieser Ebene kritisieren kann. Was jetzt von meiner Seite aus ein Kompliment aus, keine Ahnung ob du es schätzen wirst
    Klar.

    MfG

    hoeyo
    Geändert von hoeyo (17.11.2006 um 16:26 Uhr)
    "Ich lief vom Pontius zum Pilatus. Pontius /
    War weggereist. Pilatus war im Bad."
    Brecht, Ui

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