Abend

Will mich nicht regen, gebrochen und stumm;
Erstarrt in der Kälte, rühr' ich mich nicht mehr.
Alles verschwimmt, nun um mich herum.
Fühle ich kalt mein Tränenmeer.
Um mich mein Leben; trüb und verwaschen
So legt sich der Tag blau in die Stunde.
Was ich will ist nur einen Blick nun erhaschen.
Öffne die Augen; schmerzender Wunde
Vergangener Tage gellender Schrei.
Die fallenden Tropfen decken mich zu,
In eisigen Böen sie fliegen herbei
Auf mich herab; betten mich zur Ruh'.
Die Stahlen noch tanzen; verworren und fahl
Wischt sich das Leid in die trostlose Welt;
Hier im Tränenmeer finsteren Tal
Das Elend bittend seine Nacht erhält.
Mit des Abends rotdunklen Tönen
Zeichnet der Tag seinen Abschied ein
All diesem schmerzhaft geborenen Schönen
Legt er zu Haupte einen Kuss so fein
So voller zärtlich beseelter Wärme
Der Lichtblick schimmernd die Erde erhellt.
Und ohne der Trauer heulende Lärme
Ein letzt' Mal erleuchtet das Himmelszelt,
Wirft seine Stahlen und so der Schein
Des Meeres Spiegels schwind't mit der Sonne.
Schwarze Erde, so karg und allein.
Verzehrt sich nach morgendlich flammender Wonne.