1. #1
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    Geliebter Irrtum.

    Endlich, nach sehr vielen Zeilen,
    Sehnsucht ließ sich so mitteilen,
    heute ist das erste Treffen,
    hoff', gefällt ihr, dieser Steffen.

    Stehe lange vor dem Spiegel,
    suchend, hoff' auf Brief und Siegel,
    Sicherheiten, lassen spüren,
    dass mein Anblick wird sie rühren.

    Obwohl Zweifel bleiben, Hoffen
    gleicht sie aus, das Hemd bleibt offen,
    Haaren gilt ein letzter Blick,
    wend ihn hin zu dem Geschick.

    Seh sie schon von weitem kommen,
    Aufregung, macht mich benommen,
    stehe auf, geh ihr entgegen,
    war nie schlimmer je verlegen.

    Sie, mit wunderbaren Augen,
    die nicht nur zum Blicken taugen,
    fragt mich, scheint es, irritiert,
    was uns hier zusammenführt?

    Schreck erfüllt ist die Sekunde,
    stehe starr, mit off'nem Munde
    stamm'le, stott're ganz verwirrt,
    ein:"Pardon, hab mich geirrt."

    Sie mir lächelt zu, Vergebung,
    ich enteile der Umgebung,
    jetzt die Richtige zu treffen,
    wär zu viel, dem armen Steffen.
    Weil die Liebe sich gewandelt,
    wird nicht weiter mehr verhandelt.
    Geändert von wenigviel (19.11.2006 um 20:13 Uhr)
    wenigviel


    Es kann sein, alles ist anders als wir es wahrnehmen und erkennen und doch müssen wir es uns glauben.

  2. #2
    yaira Guest
    Hallo wenigviel,

    die Geschichte, die du erzählst, ist ganz nett. Allerdings wirkt die sprachliche Umsetzung an einigen Stellen zu gewollt.

    1. Metrische Unsauberheiten:

    Sehnsucht ließ sich zwar mitteilen,
    "mitteilen" wird eigentlich auf "mit" betont. Um dein Schema einzuhalten, muss man eine seltsame Tonbeugung durchführen.

    Obwohl Zweifel bleiben, Hoffen
    s. o. "Obwohl"

    2. Satzverdreher: zu häufig verdrehst du für meinen Geschmack die Syntax, um Reim und Metrum aufrecht zu erhalten.
    Beispiele:

    wird heut' sein das erste Treffen,
    dass mein Anblick wird sie rühren.
    Sie mir lächelt die Vergebung,
    da die Liebe ich getroffen,
    3. Kannst du mir erklären, was dieser Vers bedeutet:
    den ich möcht von mei'm Gespüren,
    ?

    Tut mir leid, aber ich bin nicht wirklich überzeugt.

    Viele Grüße
    yaira

  3. #3
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    Hallo, yaira,

    die Idee zu diesem Gedicht kam zu mir etwa eine knappe Stunde vor seiner Veröffentlichung hier.
    Ich habe mich bei ihr bedankt und versucht sie nach meinem Können und Geschmack, wie ich dies für Gedichte dieser Art für passend empfinde, einzukleiden.
    Dabei ist mir hier oberstes Prinzip, den Reim als Tiebfeder zu nutzen.
    Dazu beuge ich ohne Skrupel, im Notfall, die Syntax und selbst die Rechtschreibung, solange sie noch das von mir Gewollte, nach meiner Meinung und meinem Empfinden, zu zeigen vermögen.
    Alle von Dir hier aufgezeigten Beanstandungen sind berechtigt, aber sie fallen auch gleichzeitig unter die von mir vorstehend erläuterte Amnestie.
    Und selbst der schwerwiegenste Fall, dieses *Gespüren*, welches führ *Gespür* dort steht, fällt darunter.

    Dass Du diesen, mir selbst gewährten Sprachfreiheiten nicht zustimmen kannst, ist sicher mehr als nur Dein gutes Recht, doch ich bitte mir diese Freiheit innerhalb meines Werkes nicht zu sehr zu verübeln.

    So bin ich Dir doch für Deine sprachkorrekte Beurteilung meines Werkes überaus verbunden, wenigviel
    wenigviel


    Es kann sein, alles ist anders als wir es wahrnehmen und erkennen und doch müssen wir es uns glauben.

  4. #4
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    Hallo wenigviel

    auch ich habe mich durch Dein Werk gelesen. Durch yairas Kommentar und dein Entgegnen.
    Ich muß yaira unbedingt recht geben.
    Das Dich der Reim an erster Stelle leitet will ich gerne glauben. .... oder ich freß Dich !
    Es sind die Zeilen noch - für mein Empfinden - ungeschliffen.
    Ich ecke an so mancher Stelle an. Hakend ist der Lesefluß. Das Thema ist doch schön gewählt.

    Die Vorbereitung für das Treffen, voll Gedanken und Geschäftigkeit, wie gemacht, um eine dynamische Steigerung hin zum Treffen zu schaffen. Das Treffen selbst als Höhepunkt, das Versagen, der Fall, und der Abschluß in erneutem Hoffen.
    Dies in der Sprache wieder zugeben hat einen großen Reiz.
    Jedoch, durch die angesprochenen sprachlichen Rempler, gelingt es dem Leser nicht, in diesen Fluß zu kommen. Durch die wenig geschmeidige Sprache wird die Entwicklung zu oft gestört. Climax und Conclusio geht unter.

    Dieses Werk wäre nach meinem Empfinden unbedingt zu überarbeiten.

    Gruß


    grey.zone
    .....
    D i e.....v e r s u c h t e.....W e l t ............
    ......a u s g e w ä h l t e .....T e x t e ......
    Alles ist Lüge an mir; aber dass ich zerbreche - diess mein Zerbrechen ist ächt! (Friedrich Wilhelm Nietzsche: Also sprach Zarathustra - Der Zauberer)

  5. #5
    Tessa Guest
    Hallo wenigviel,

    mir gefällt das Thema.
    Aufregung vor dem ersten Treffen, der immer wiederkehrende Blick in den Spiegel, Fragen wie: "gefalle ich" oder "stimmt das Outfit".
    Jeder kennt das und dann die Anspannung, wie als Kind, Weinachten, Geburtstag und erster Schultag auf einmal.

    Nun, sie war es nicht, doch Hoffnung bleibt und das LI ist beim nächsten mal sicher ganz genauso aufgeregt. Alles prima.

    Aber: du verbiegst zu sehr die Zeilen, zu Gunsten der Reime.
    Auch ich hing fest und fragte mich: "wer spricht so?"
    Nehme nur eine:

    Sie mir lächelt die Vergebung,
    Ich habe deine Erklärung gelesen und verstehe, dass sich ein Dichter einer gewissen künstlerische Freiheit bedienen darf, das finde ich auch okay.

    Nur, wenn der Leser Probleme mit verbogenen Sätzen hat, würde ich dennoch einmal drüberschauen.
    Es ist dein Gedicht, nur wird es dann viell. auch nicht so stark frequentiert. Meine Meinung.

    Ganz liebe Grüße,
    Tessa

  6. #6
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    Hallo grey.zone,
    hallo Tessa,

    da ihr zusammen mit yaira drei seid und mit dem was ihr zum Sachlichen vortragt unzweifelhaft im Recht seid, werde ich versuchen Eurem guten Rat zu folgen und mein Werk mir nocheinmal vornehmen.
    Auch wenn ich schon, in der letzten Strophe bereits sichtbar, damit begonnen habe, will ich zunächst keine über das gemachte Versprechen hinausgehende Zusagen machen, außer, dass ich es aufrichtig versuchen will.

    Euch beiden sage ich herzlichen Dank auch für Eure eindrindliche Ermahnung, die ich als spürbare Wertschätzung für gewisse Teilaspekte meines Werkes empfunden habe.

    Mit zur Überarbeitung bereitem lieben Dankgruß, wenigviel
    wenigviel


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  7. #7
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    Hallo yaira,
    hallo grey.zone,
    hallo Tessa,

    lege Euch obige Änderungen zu Füßen und hoffe auf gnädige Annahme.

    Mit teilgeläutertem Gruß,wenigviel
    wenigviel


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  8. #8
    Tessa Guest
    Hallo wenigviel,

    oh, ich wollte keineswegs läutern, nur ein "wenigviel" kritteln.

    Diese Umsetzung gefällt mir, läßt sich stolperfrei lesen.
    Wie bereits geschrieben, am Inhalt lag es nicht, der ist wirklich gelungen.
    Die Quintessenz ist in der letzten Strophe nun ein wenig verändert, oder?
    Aber auch diese Strophe kann mich nun überzeugen.

    Muss aber noch mal kritteln, sorry.

    Sie mir lächelt zu Vergebung,
    Sollte es nicht "zur Vergebung" heißen?
    Es sei denn, ich lese etwas anders, kann auch vorkommen.

    lege Euch obige Änderungen zu Füßen und hoffe auf gnädige Annahme.
    Ein wenig Sarkasmus liegt dieser Zeile bei , kein Problem, ich mag Sarkasmus, zwinker.
    Wichtiger ist jedoch, ob dir selbst nun die Überarbeitung gefällt, sonst macht es doch auch keinen Sinn.

    Ganz liebe Grüße,
    Tessa

  9. #9
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    Hallo Tessa,

    der Sarkasmus ist nur um mein Genieren wegen meiner anfänglichen Weigerung zu verbergen und weil Ihr nicht nur im Recht ward sondern auch Recht hattet, dass dies dem Gedicht als solches auch gut bekäme.

    Die Vergebung zuzulächeln fand und finde ich noch immer zauberhaft.


    Mit Dank auch für ein wie zugelächelt empfundenes Vergeben, wenigviel
    wenigviel


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  10. #10
    Tessa Guest
    Hallo wenigviel,

    nun habe ich mich aber an dieser Zeile festgebissen, lächel.
    Ich hoffe, es erscheint dir nicht zu kleinlich.
    Ich verstehe dich schon, lächel mal zurück.

    Wie wäre es dann damit?

    Sie mir lächelt zu Vergebung,
    ich enteile der Umgebung,
    Doch sie lacht mir zu, Vergebung,

    Weißt du was? Mach doch hinter dem "zu" einfach ein Komma, dann lässt es sich verständlicher lesen.
    Dann gebe ich mich geschlagen.
    Danke für deine netten Zeilen.

    Ganz liebe Grüße, lesen uns sicher wieder,
    Tessa

  11. #11
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    Hallo Tessa,

    ich nehme das Komma, auch weil mir ein Lachen zu laut wäre für die sehr kurze Bekanntschaft zwischen den beiden und dies bei dem äußerst sensiblen Steffen leicht die aufkeimende Liebe verschrecken könnte.
    Auch hoffe ich so in den Genuss eines mir Zulächelns von Dir zu gelangen, das ich dann ähnlich deuten werde, wie Steffen das, welches ihm geschenkt wurde.

    Mit leicht verträumtem Gruß, wenigviel
    wenigviel


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  12. #12
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    Lieber wenigviel,
    Deine erste Antwort auf yairas zarte Kritik hat mich erschüttert! Da schreibst Du doch den größten Blödsinn der Welt, merkst Du das nicht?
    Ich klapper mir paar Verse zusammen und fülle den Rest mit verbogenen Sätzen auf. Stell Dir mal vor, es käme jemand auf die Idee, so ein Werk in eine fremde Sprache zu übersetzen/übertragen. Zu der Grundidee, die ja auch gelobt wurde: Das ist so was von unglaubwürdig oder grenzt an Dussligkeit, wenn man sich in der Dame, mit der man sich verabredet hat, irrt. Man kann mal jemanden ansprechen und -wenn die Person sich umdreht- feststellen: O weia, das war ja gar nicht die, die ich da vermutet habe. Zum anderen: Die Idee ist so uralt, dass Dir nicht mal ein Teenagermagazin das Ding abkauft.
    Zum letzten: Ich habe mir ernsthaft überlegt, ob ich nicht mal einen völlig unbearbeiteten Text mit einer Locküberschrift ins Forum setze. Zuschriften gibts dann reichlich, aber die eingestellte Sache wird dadurch nicht besser. Vielleicht schaust Du mal auf die Verfasser/innen der Antworten. Ich jedenfalls habe keine Lust, mir mal so eben Aufgeschriebenes, Unbearbeitetes zu Gemüte zu führen, vor allem, wenn dann so eine hanebüchene Begründung kommt.
    heinzi

  13. #13
    yaira Guest
    Hallo wenigviel (nochmal),

    leider kann ich mich auch mit der jetzigen Version nicht anfreunden, da du nur sehr wenige Kritikpunkte aus dem Weg geräumt hast und der neue Schluss in meinen Augen nicht besonders viel Sinn macht.
    Insgesamt für mich also immer noch zu viele Sinn- und Satzverdreher für den Reim.

    @Heinzi
    "zarte Kritik"... vll. sollte ich meinen Custom Title doch in "nettes oder zartfühlendes Wuschelchen" ändern lassen. Oder ich bemühe mich ab jetzt, dem bissig gerecht zu werden

  14. #14
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    Hallo Kulturheinzi,

    das sicher begründet Wesentliche Deines Kommentares habe ich mir schon, als ich die meinen schrieb, wenn auch nicht in der Ausführlichkeit wie Du jetzt, selbst gesagt, doch habe ich es trotzdem getan. Die Gründe dazu sind von solcher Art, die ich normaler weise nur mir nahestehenden Menschen zeige , sodass ich ihnen hier zunächst lieber Hausarest verordnet habe.
    So kannst Du davon ausgehen, wir ziehen soweit an einem Strang, obwohl ich Dich für einen Augenblick hatte alleine ziehen lassen. Werde versuchen das Versäumte bei Notwendigkeit nachzuholen und dies nicht zuletzt auch durch das mir bei Tessa, die ich trotz erst kurzer Bekanntschaft sehr schätze, zu spüren geglaubte berechtige Kopfschütteln über mein Verhalten.



    Hallo yaira,

    Du würdest sicher Deinem Ruf nicht gerecht, würdest Du auf Dir sichtbare Mängel nicht hinweisen.


    Mit einsichtigem wie eigenwilligem Gruß, wenigviel
    Geändert von wenigviel (20.11.2006 um 11:01 Uhr)
    wenigviel


    Es kann sein, alles ist anders als wir es wahrnehmen und erkennen und doch müssen wir es uns glauben.

  15. #15
    yaira Guest
    Es zwingt dich ja auch keiner (ich jedenfalls nicht) die bemängelten Punkte zu verändern, aber ich bin dann doch so eigenwillig, dass ich meine Meinung vll. auch noch mal wiederhole
    Ich habe einen Ruf? Oje, das klingt gruselig...
    Grüße
    yaira

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