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  1. #1
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    Liebe im Dreivierteltakt

    für alle Leser/innen, die mal mehr als SMS-Sprüche lesen wollen

    Sinnverwirrend, disharmonisch
    tönt `s aus dem Orchestergraben.
    Chaos herrscht und peinigt Ohren,
    alle Instrumente haben
    jeden Ordnungssinn verloren.

    Befrackt und frisch geföhnt, verfolgt von tausend Blicken,
    betritt der Dirigent applausumwogt die Bühne,
    Und schon wirds still im dunklen Saal; mit ernster Miene
    bestraft der Maestro Hüsteln, Räuspern, Stühlerücken,
    dem Chor und ersten Geiger gilt sein kurzes Nicken.
    Das Stück heut Abend heißt: Die neue Melusine.

    Paukenschlag und Hörnerklänge, sieghaft laut Trompeten schmettern,
    Zimbeln klingen, Geigen singen, großer Auftritt jetzt des Chors!
    Der Takstock fliegt, er flieht davon, liegt nun zwischen Bühnenbrettern.
    Musikekstase! Alle warten auf das Solo des Tenors:
    Ansatzlos sein hoher Ton, Sopran im Arm, die Augen glutig,
    betört mit Liebesschwur er seinen Schatz, ganz imposant und mutig!

    Ach, du schöne Melusine, meiner Augen holder Stern,
    rastlos ritt ich hundert Meilen, scheute weder Müh noch Not,
    wehrte Räubern, querte Flüsse, überwand sogar den Tod.
    Steh jetzt unter deinem Fenster, bist so nah und doch so fern,
    ich schenk den Granatapfel dir, bitte zähle die Kerne inmitten.
    Einen Kuss! Für jedes Kernchen! Mehr möchte ich nicht erbitten!

    Der alte Graf, er hört alsbald das nächt`ge Flehen,
    er greift zum Degen, flucht mit Basses Urgewalt.
    Die Mutter, Mezzo, will den fremden Freier sehen, -
    erfreut entdeckt Mama des Jünglings Wohlgestalt,
    der Bariton versöhnlich tönt: Nun lasst die Schwester gehen!
    Man singt Quintett und einig sind sich alle bald.

    Wie gut, dass den Stab des Maestro die Requisiteurin bald scharfäugig fand!
    Nun jauchzen die Geigen gen Himmel mit lieblicher, reizender Tönung,
    die Harfen, sie klingen fröhlich in sphärischem, lichtem Gewand.
    Die Protagonisten des Abends begießen mit Schampus die große Versöhnung.

    Melusine hat den Knaben,
    der Edelmann bekommt zum Schluss
    für jedes Kernchen seinen Kuss.
    Alle Opernfreunde haben
    die Uraufführung sehr genossen.
    Was noch geschieht?
    Der Vorhang ist geschlossen.
    Geändert von Festival (08.12.2006 um 02:06 Uhr) Grund: Farbänderung

  2. #2
    yaira Guest
    Hallo heinzi,

    na das ist ja mal ne Ansage über dem Gedicht. Da konnte die kleine yaira gar nicht anders, als ihr Radio aus zu stellen (hätte sich auch nicht mit dem opulenten Orchester vertragen) und sich gleich 2x über den nicht-SMS-Spruch herzumachen.
    Dein Gedicht ist interessant. Die Geschichte, die du erzählst nett und originell. An manchen stellen wird der text ein wenig prosalastig, aber da das nur in erzählenden Passagen (Bsp.:
    Wie gut, dass den Stab des Maestro die Requisiteurin bald scharfäugig fand!
    )
    empfinde ich es nicht als störend.
    2 sprachliche Kleinigkeiten ließen mich stolpern:
    Musikekstase! Alle warten auf das Solo des Tenores:
    Diese Genitivbildung hört sich in meinen Ohren schlichtweg falsch an und auch die Rechtschreibprüfung von Word verschmäht sie. Gebogene Grammatik für den Reim, muss das sein?

    werf hinauf Granates Apfel, bitte zähle Kern um Kern.
    Des Granates Apfel? Das klingt etwas ungeschickt, meinst du nicht?

    Gern gelesen.
    Viele Grüße
    yaira

  3. #3
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    Lieber heinzi,

    welch grandiose Beschreibung einer Opernaufführung - mit einem Zwinkern zu lesen
    Tolles Reimschema - hat das auch einen Namen?
    Aber sag, was ist eine Zimel?

    Es hat mir sehr gefallen - es ist mal was ganz anderes,
    als das, was man sonst hier zu lesen bekommt.

    Lieben Gruß,
    Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


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  4. #4
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    Ein Lob ohne 'Aber' von mir, lieber Heinzi,
    so tönt's von der Trillian in leisem Sopran;
    weil wie immer ein leichtes Grinsen heraufzieht
    schließt sie sich voll Freude den Vorrednern an!


    Sollte mal wieder in die Oper...


    Hab' einen schönen Abend!

    Trill
    'Terror gripped her.
    But because she was Tiffany, she ran towards it, raising the pan.'
    -----T. Pratchett, 'The Wee Free Men'

    'Fighters fight...'
    -----'Rocky Balboa'

  5. #5
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    Applaus!!!

    Deine Wechsel rauben der Metriksuche jede Grundlage, und das ist GUT so. Die Steinchen im sonst so klaren Fluss hat yaira trefflich beschrieben, so bleibt mir nur der Genuss, dieses aussergewöhniche Werk gelesen zu haben, und jetzt nochmal zu lesen!

    lg
    Thomas
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  6. #6
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    Liebe yaira,
    Du warst die Erste, deswegen bekommst Du auch die erste Antwort, aber erst nachdem ich meinen Dank für Dein sehr aufmerksames Lesen gesagt habe. Mein Freund ist Tenor, und der wird mich fürchterlich ausschimpfen wegen des Tenors. Ich habe aus Chores "Chors" gemacht (ich glaube, das geht, und schon stimmt "Tenors". Der Granatapfel - versuch den mal, in ein Metrum zu kriegen. Ich habe alle möglichen Varianten ausprobiert. Morgen besorge ich mir einen und hole mir alle Kerne raus, aber nicht zum Zählen. Die Idee, die sich ein bisschen "hinter" dem Werklein versteckt, teile ich Dir per PN mit, sonst verleite ich Leute zu Interpretationen in meinem Sinn. Also "Granates Äpfel" muss ich ausnahmsweise wahrscheinlich stehen lassen. Nachsatz: Zu den prosalastigen Versen muss ich was sagen. Diese Verse sind der Versuch, ganz regelmäßige Daktylen als Versfuß zu nehmen. Im Unterschied zu einer "ungebundenen" Erzählung würde in diesen 7-Hebern, bzw. 6-Hebern das Fehlen eines Wortes alles durcheinander bringen. Wenn ich die Römischen Elegien lese (neeee, damit vergleiche ich mich nicht, bin doch nicht größenwahnsinnig!), dann kommt auch so ein "erzählender" Ton auf. Und? Wollen wir nicht alle Geschichten, hier eben in gebundener Form erzählen? Zu diesem Nachsatz würde mich Deine Meinung sehr interessieren.
    Supikatzi, so spät noch auf? Ach so, Katzen sind ja durchaus nachtaktiv. Dein Lob hat mir sehr geschmeichelt! Dass Du aber auch immer meine Flüchtigkeitsfehler entdeckst!, aber danke, gemeint sind natürlich Zimbeln.
    Zum Reimschema (Du hast das nicht erkannt?)
    1. Str.: a b c b c (das herrschende Chaos auch bei den Endreimen, der 4-hebige Trochäus sollte das noch unterstützen. Noch mehr Durcheinander als durch das reimschema und die Wortwahl wollte ich nicht schaffen)
    2. Str.: a b b a a a (sehr viel größere Ordung, 1 umschlingender Reim mit Paarreim in der Mitte, 1 Paarreim am Ende; 1x 7-, 5x 6-hebiger Jambus; die größere Ordnung sollte unterstützt werden duch die "Fast"-Alliterationen im ersten Vers und durch die Wörter "befrackt" -ist doch `n ordentlicher Abendanzug?- "still", das "Zurordnungrufen" durch die Blicke des Dirigenten, und die stille Verständigung zwischen ihm, seinem Konzertmeister und dem Chor.
    3. Str.: a b a b c c (Kreuzreime der ersten vier Verse, Paarreim am Ende, wo sich Tenor und Sopran im Arm liegen; 8-hebige Jamben mit einer fehlenden Senkung = Komme, kurze Pause/Zäsur)
    4. Str.: a b b a a b (das erste a bildet mit dem vierten a den ersten umschlingen Reim, das dritte b mit dem letzten den zweiten umschlingenden Reim (hielt ich bei diesem "Arioso" für eine nette Idee; im übrigen 8-hebige Trochäen, denn hier singt ein Tenor und nicht irgendein Weichei.
    5. Str.: a b a b a b (Kreuzreime, weil hier der alte Graf, die Mutter, der Bruder und als gesehene Gestalt der Jüngling auftauchen; im übrigen 6-hebige Jamben.
    6. Str.: a b a b (kreuzgereimt, Versmaß: der Versuch, zu Beginn und am Ende 7- hebige Daktylen, im 2. + 3. Vers 6- hebige, alle mit Auftakt zu benutzen. Die Abweichung der Anzahl der Versfüße: In der Mitte ist der musikalische "Jubel", der umrahmt wird von den 7-Hebern.
    7. Str.: a b b a c Waise c (umschlinger Reim, am Schluss Paarreim, na ja, kleiner Scherz, das "genossen" bezieht sich eben nicht nur auf den Ohrenschmaus der Besucher. Im übrigen: V 1 - 3 = 4-hebige Jamben, V 4 = 4-heb. Troch., V 5 = 4-heb. Jambus, Schluss = 3 heb. Jambus.
    Konnte ich Dich damit zufrieden stellen?
    Hallo, Trillian
    ick weeß jar nich, wieso Du immer grinsen tust!
    Ich sitz hier, wische mir den Schweiß von der Stirn und Du - grinst.
    Aber mal ganz ernst: Dein Lob hat mir natürlich ungeheuer gefallen! Deine vorletzte Bemerkung "ich sollte mal wieder in die Oper" ist eine völlig an der Sache vorbei gehende Beemrkung. Sie müsste richtig lauten: "Ich sollte mal mit heinzi in die Oper!" Ich freue mich, dass Dir dieses kleine Werk offenbar viel mehr gibt, als drin steht. Was gibt es denn zu grinsen?, das frage ich mal mit ganz unschuldsvollen Augenaufschlag. Nochmal:
    Vielen Dank Euch drei Leserinnen, die mal was anderes als SMS-Sprüche lesen wollten.
    heinzi
    Geändert von Festival (20.11.2006 um 00:35 Uhr)

  7. #7
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    hallo, liebe LillyRose,
    dass ich zu so später Stunde noch das Vergnügen habe, Dir auf Deine Zuschrift zu antworten, macht mich richtig happy. Vielen Dank für Deine aufmunternden Zeilen! Ich muss sowieso nochmal auf yairas Einwand der Prosalastigkeit eingehen. Ich habe mich sehr streng an die von mir gewählten Versfüße (soweit ich den Daktylus verstanden habe) gehalten. Dass der 7- bzw. 6-hebige Daktylus etwas "Erzählendes" hat, mmmmh, kann man selbstverständlich so sehen. Durch die strenge Einhaltung der Hebungen, denen jeweils 2 Senkungen folgen, würde man bei einem fehlenden Wort sofort merken, dass da einer in der "Erzählung" was vergessen hat. Also, schon gebundene Rede und manchmal verdammt schwer, das passende Wort zu finden (ohne dass es "gesucht" wird). Aber zu Deiner Bemerkung: So dolle ist das mit den Wechseln doch gar nicht. Guck mal in meine Antwort an Katzi, da habe ich (fast) alle Gestaltungselemente genannt. Ein bisschen Geheimnis muss bleiben, sonst schreibt mir ja niemend mehr.
    Danke nochmal für Dein Lob!
    heinzi

  8. #8
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    Moin moin heinzi,

    beim nochmaligen Lesen deiner virtuosen Lebens- und Liebesoper ist mir noch etwas aufgefallen:

    Man könnte auch den Lauf der Dinge in der Liebe betrachten.
    Erst ein Chaos der Gefühle, vielleicht Streit, dann kommt die Phase der Beruhigung,
    Ordnung wird geschaffen, Verständigung ist angesagt .
    Dann das Ende mit Paukenschlag!
    Die Versöhnung!
    Und wie ist sie am schönsten - genau.
    Seufzen, Flehen, Jubel, Erotik, Liiiiiiebe

    War nur so ein Gedanke

    Übrigens: danke für die Erklärung des Reimschemas.
    Ich glaube ich sollte bei dir mal Unterricht nehmen.


    Lieben Gruß,
    dat Lern-Katzi
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  9. #9
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    Hallo Kulturheinzi!

    Starkes Stueck, originell, beachtlich, lesenswert...und das gleich mehrere Male.

    Schmunzeln liessen mich die lapidaren, trockenen Zwischeneinlagen:
    'der Maestro bestraft die Sesselruecker & Co'...
    'der fliegende Taktstock...' spaeter wiedergefunden von der 'scharfaeugigen Requisiteurin'....
    und der Liebesgesang hat mich regelrecht vom Sessel fliessen lassen, besonders das 'Kerne zaehlen'...

    Du hast sehr gekonnt mit den Vokalen jongliert:
    'Pauken, Hoerner, Trompeten'...der Klang ist direkt zu hoeren.
    'Zimbeln klingen, Geigen singen'...helle Vokale, perfekt abgestimmt auf diese Instrumente.

    Auch die pompoesen, langen, tragenden Reime, akustisch passend fuer die Darstellung der einzelnen Einsaetze...Chor, Musik

    Es wirbelt einem so richtig im Kopf, dann wieder die Unterbrechungen durch das wechselnde Reimschema...

    Du hast hier demonstriert, welch aussergewoehnlich starke Kraft Worten innewohnt, wenn ein geschickter 'Komponist' sie richtig zu setzen weiss.

    Respekt, klasse gemacht, von der ersten bis zur letzten Zeile ein grossartiger Wurf!

    Die ganze Eroerterung von wegen Jamben, Daktylen usw...das sagt mir nix, da bin ich zugegebenermassen auch zu bequem, um das alles von der Pike auf zu lernen, bei mir gibts bloss Sprach-und Bauchgefuehl beim Lesen sowie Schreiben.
    Was ich hier gelesen hab, war ein Augen-, Ohren- und Bauchschmaus...

    Vielen Dank Heinzi fuer dieses tolle Werk, welches ich in meine persoenliche Favoritensammlung einreihen und somit noch oft lesen werde.

    Herzliche Gruesse
    von Lailany

  10. #10
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    Uiiiii, liebe Lailany,
    so ein Lob aus Deinem Munde, - ich muss erst einmal durchatmen. Vielen, vielen Dank! Das Schmunzeln, das Dir entlockt wurde, ja, genau das ist meine Absicht in diesem Werklein. Liebe und das Drumherum, muss das denn immer so tierisch ernst genommen werden? A bisserl dürfen wir doch auch lachen!
    Ich freue mich natürlich auch über Deinen Rusch vom Sessel wegen des kleinen "Ariosos". Ich überlege, ob ichdie Zeile mit dem Granatapfel noch verändere (z.B. "Ich reich den Granatapfel dir, zähle Kern um Kern"), aber das würde dem Versfuß gewissermaßen einen Tritt versetzen. Und so dicht am Goldenen Schnitt liegt der Vers nicht, als dass ich die Unregelmäßigkeit als gewollt hinstelle. Du hast etwas gesagt, das mich aufhorchen lässt. Du urteilst nach "Bauchgefühl". Ich versuche mal, den Herrn von Goethe zu zitieren (wahrscheinlich ist es nicht wörtlich, aber dem Sinn nach stimmt es):
    Wär nicht das Auge sonnenhaft, wie könnt`s das Sonnenlicht erblicken.
    Ich will damit sagen, dass und ein mit der Muttermilch eingesogenes ästhetisches Empfinden "innewohnt", das letzten Endes auf das Hineinwachsen in unseren Kulturkreis zurück zu führen ist. Wir finden etwas "schön" und können nicht erklären wieso. Es wäre ja auch zuviel verlangt, wenn man alle Gestaltungselemente, Kochrezepte, Partituren usw. kennen müsste, um ein Bild, ein gutes Essen oder ein Violinkonzert für sich beurteilen zu können. Ich merke nur, je tiefer man sich in eine Sache reinarbeitet, desto größer wird meine Hochachtung vor den Leistungen der großen Künstler (und die beherrschen eben dieses uns weitgehend verborgene "Handwerkszeug". Mit meiner langen Antwort will ich zeigen, dass ich mich wirklich sehr (!) gefreut habe.
    Liebe Grüße,
    heinzi
    PS.Was mir noch einfällt: Wieso "Bauchschmaus"? Hast Du mein Dingen ausgedruckt und aufgefressen?
    Geändert von Festival (20.11.2006 um 14:46 Uhr)

  11. #11
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    Hallo Kulturheinzi,

    Deinem Gedicht mein Kompliment auch für die riesige Arbeit, wie ich vermute. Denn soviel Detail schön zu arrangieren, das verbraucht Zeit und braucht kreative Gedanken.
    Der fein gezeigte Übergang zur und Hervorhebung der Operaufführung inner halb des Gedichtes durch Änderung der Versform erhält von mir ein besonderes Lob.
    Die erste Strophe, mich erst etwas verwirrend und die Zeilen um, mit und über den Dirigenten haben mich zu einem stillen Zwischenapplaus gezwungen.
    Auch der verständige Hinweis am Ende, dass der dann folgende Restabend für einige Besucher der Uraufführung das eigentlich Wichtige erst sein wird, vervollständigte Dein Gedicht mit einem weiteren (menschlichen) Augenzwinkern.
    Bleibt mir nur noch die wegen meiner Unwissentheit zu stellende Frage:
    "Wird der Dreivierteltakt (s.Titel) in Opernarien verwendet?"

    Auch wenn ich Gedichten dieser Form etwas unsicher gegenüberstehe, applaudiere ich anhaltend Deiner Uraufführung, wenigviel
    ----------------------------------------
    P. S.: Pardon, aber das Abändern meiner Uraufführung hier fand ich notwengig. Nochmals Pardon. wenigviel
    Geändert von wenigviel (21.11.2006 um 06:35 Uhr)
    wenigviel


    Es kann sein, alles ist anders als wir es wahrnehmen und erkennen und doch müssen wir es uns glauben.

  12. #12
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    hmm.-... melusine ... verzeih meine schwere unwissenheit. welche oper soll hier sein? ich kenne nur die neue melusine von goethes wilhelm meisters wanderjahre.
    das gedicht gefällt mir gut. ich wage es nicht, den meister anzugreifen. grins. würd ich auch nicht können, da es nichts zu bekritteln gibt.
    alles liebe cori

    p.s.: ganz was feines!

  13. #13
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    Liebe Cori,
    gut aufgemerkt! Die Oper "Die neue Melusine" gibt es natürlich nicht. Goethe schreibt aber bewusst "Die neue Melusine",weil es sich bei der Liebesromanze der "alten" Melusine um eine Story zwischen eben dieser Melusine und einem Edelmann handelt. Also, ich habe den Titel der Oper bei Goethe, das kleine Arioso bei der alten Melusine geklaut. der Granatapfel hat -zumindest ín meiner Wahlheimat Armenien- schon die Bedeutung eines Liebesapfels. Mit fiel zunächst Apfelsine ein, aber deren Kerne isst man ja nicht. Das ist das ganze Geheimnis. Vielen Dank habe ich noch zu sagen für Dein Lob! Ich freue mich natürlich darüber!
    "... den Meister anzugreifen ...", nee, liebe Cori, der Weg zum Meistertitel ist steinig und lang. Klar kann man mich angreifen.
    Liebe Grüße,
    heinzi
    Geändert von Festival (20.11.2006 um 15:29 Uhr)

  14. #14
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    stolzschwelltdiebrust. ich dachte schon, meine ständigen operngänge haben etwas ausgelassen! danke, für die info und schön, dass es noch menschen gibt, die goethe (den großmeister!) genauso gerne haben, wie ich.
    schwelg bei werther (auch als großes kind!)...
    ganz fein. vielleicht eine sonderaufgabe... ein gedicht über den werther schreiben? wär das nichts. ich würde mich freuen.
    alles liebe cori

  15. #15
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    Boooh!
    Das traue ich mich nicht. Es gibt Themen, die sind so schwergewichtig besetzt, da kann man nur ran a) wenn man selbst genial veranlagt ist oder b) null Ahnung hat. Ich sitze z.Zt.an etwas anderem, da habe ich mir schon so ein Ding vorgenommen, dass mir wirklich der Kopf raucht. Deswegen kommen zwiwschendurch immer mal so ein paar Fingerübungen. Ach ja, und der Werther - eigentlich zu traurig für mich. Ein kleiner Fehler ist dennoch in Deinen lieben Zeilen: "die Goethe ... genauso gern haben wie ich". So gern wie ich den habe, kannst Du ihn gar nicht haben!
    Liebe Grüße,
    heinzi

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