1. #1
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    Mein Jungbrunnen

    Wie sehr du mir doch ähnlich bist,
    mit allem, was du machst,
    wenn du weinst, wenn du lachst,
    wenn du schläfst und wenn du wachst.

    Wie sehr du mir doch ähnlich bist,
    mit deinem Engelsblick,
    treu, naiv, voller Glück,
    mutig vorwärts, nie zurück.

    Wie sehr du mir doch ähnlich bist,
    mein kleines Ebenbild,
    narbenfrei, frech und wild,
    jung und stark, von Drang erfüllt.

    So sehr erinnerst du mein Sohn,
    mich an die Kindeszeit,
    Wissensdurst, Ehrlichkeit,
    Frohnatur, Zufriedenheit.
    (Du wärest nicht der Strassenreimer,
    wenn am Ende noch ein Vogelzwitschern zu hören gewesen wäre,
    eher hätte dir der fliegende Freund auf den Kopf gemacht.) Tessa

    Stolpersteine (alles aus Reimerhand)

  2. #2
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    Meine Söhne sind mir zwar nicht ähnlich, aber trotzdem hat mich ihre Natürlichkeit und ihre Art, alles neugierig anzunehmen als Kleinkinder sehr fasziniert. Auch wie unbekümmert sie immer waren, ihr Tun hatte nie ein Ziel, es war einfach nur die Freude daran.

    Die einfachen Verse passen sehr gut zum Thema und man liest sich flüssig durch dein Werk. Sehr schöne Zeilen, für einen der an der Liebe zweifelt .

    mich an die Kindeszeit, - hier würde ich eher Kinderzeit schreiben

    Gern gelesen und herzliche Grüße
    Eva
    EvaAdams

    (c) Mein Werkverzeichnis: Unterm Feigenbaum = überholungsbedürftig, aktuelles bitte unter Profil nachsehen


    Die WÖRTERWUNDERTÜTE ist da!

    Mein Buch Leitersprossen

  3. #3
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    Hallo Strassenreimer,

    hat mir sehr gut gefallen dein Gedicht.

    Alles liest sich schön in einem Stück und meiner Meinung nach holperts nirgends ( aber leider hab ich von Metrik keine Ahnung )

    Ja, ja in unseren Kindern leben wir weiter und so werden wir auch niemals ganz verschwinden.

    Gerne gelesen und viele Grüße
    Schnuck
    Lerne zuhören und du wirst auch von
    denjenigen Nutzen ziehen, die dummes Zeug reden.
    Platon

  4. #4
    Tessa Guest
    Lieber Reimer,

    eine Liebeserklärung an deinen Sohn, zauberhaft.
    Die Bilder malst du liebevoll, ohne Schnörkel, mit Gefühl.
    Sicher hast du ihn eine Weile betrachtet, beim Spielen, beim Schlafen, beim Konzentrieren, wie er die Zunge hin und her schiebt und angestrengt über ein Machwerk brütet, viell. popelt oder ganz laut atmet, so frei und ungeniert. Und dann hast du das Gedicht geschrieben, mit diesen Bildern im Kopf. Könnte mich irren, doch so stelle ich es mir vor.

    Wissensdurst, Ehrlichkeit,
    Frohnatur, Zufriedenheit.
    Wegen dieser Zeilen und der Art der Beschreibung, liebenswert.
    Gern gelesen, gern gedacht. Wirklich schön.

    Ganz liebe Grüße,
    Tessa

  5. #5
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    Lieber Strassenreimer,

    ich mag dein Gedicht sehr, denn es spricht von einem gesunden Vater-Sohn Verhältnis, von Achtung und Bewunderung für den lütten Sohnemann, den der Papa mit einigem Stolz bei seinem Tun beobachtet, sich in Vielem in ihm wiedererkennt und Vergleiche zu seiner eigenen Kinderzeit anstellt. Mit ruhigen klaren Worten zeichnest du ein schönes Bild der Zufriedenheit und einer sehr sympathischen innerfamiliären Harmonie.

    Liebe Grüße
    crux

  6. #6
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    Hallo Eva, Schnuck, Tessa und crux!
    Diesmal ist es sogar wörtlich zu nehmen. Wenn man die Fotos meines Sohnes und meine alten Fotos gegenüberstellt, fragt man sich wirklich wer wer ist. Und ja, ich habe ein gesundes Verhältnis zu meinem Sohn. Aber wir wären keine Väter, wenn wir von unseren Söhnen nicht auch zu viel verlangen würden. Ich wollte ihm mit diesem Gedicht auch mal zeigen, dass ich stolz auf ihn bin mit all seinen Fehlern und dass ich auch nicht anders früher war. Das vergisst man allzu schnell. Doch es ist immer wieder schön, dass einem so kleine? (9) Scheisser zurückholen und einem die Frohnatur, den Wissensdurst, die Ehrlichkeit und die Zufriedenheit vermitteln. Das vergisst man und sollte so daran erinnert werden, weil es die Werte sind, die ein schönes Leben ausmachen.
    Vielen Dank für eure Meldung
    Liebe Grüße vom Strassenreimer
    (Du wärest nicht der Strassenreimer,
    wenn am Ende noch ein Vogelzwitschern zu hören gewesen wäre,
    eher hätte dir der fliegende Freund auf den Kopf gemacht.) Tessa

    Stolpersteine (alles aus Reimerhand)

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