1. #1
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    Der Clown und sein Publikum

    ihr lacht ich tanze
    ich stürze ihr lacht
    munter spring ich auf
    tanzen lachen stürzen
    aufstehen
    ich führe auf ihr schaut
    ich führe mich auf
    mein Alter meine Jugend
    und werde vor euch steif
    lache tanze stürze
    ihr weicht zurück
    ich werde vor euch steif und blutig
    ihr weicht zurück
    ich lache tanze stürze
    ich lache
    Geändert von LordJim (21.11.2006 um 09:56 Uhr)
    Wie eine Klippe sollst du unbekannte und ungewöhnliche Wörter meiden (Julius Caesar de analogia)

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  2. #2
    Flamme ist offline Krauseminze, Minze, krause
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    hallo LordJim

    mir gefällt die Idee in deinem Gedicht - ein clown, über dessen show (aus demütigungen seiner selbst) das publikum lacht. der tragische Teil ist das schicksal des clowns, der seine show zu weit treibt und die Menge plötzlich verschreckt. er stürzt und verletzt sich ernsthaft (steif und blutig), doch er lacht und macht seine show weiter, obwohl diese nun keinen sinn mehr hat, da das Publikum ja nun verschreckt ist (oder ist es dadurch erst recht interessiert? - wer weiß... )

    die art wie du dieses eigentlich heitere Thema vom zirkusclown darstellst, regt auf jeden fall zum nachdenken an - gefällt mir

    gruß
    flamme


    Sag nichts dagegen, gewiß, Du kannst alles widerlegen, aber zum Schluß ist garnichts widerlegt. (F. Kafka - Das Schloß)

  3. #3
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    Hallo Falmme, danke für deine freundlichen Worte. Allerdings habe ich gar nicht einen gedemütigten Clown gemeint. Ich habe, deshalb steht es auch bei Mythische usw. an einen Ritualclown gedacht, manch nennen die auch unpräzise trickster, das sind Clowns, die bei bestimmten Riten auftreten und einerrseits durch ihre Tölpelhaftigkeit lachen erregen, andereseits durch Obszönität (ich fürchte, das meinte ich mit steif) und durch aggressive selbstverletzung (blutig) das Publikum zugleich erschrecken. Nun, es war ein Experiment....
    Wie eine Klippe sollst du unbekannte und ungewöhnliche Wörter meiden (Julius Caesar de analogia)

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  4. #4
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    ach sooo... ich habe mich schon gewundert, warum du es gerade hier gepostet hast. Von einem Ritualclown (oder wie auch immer man ihn nennt) habe ich noch nie etwas gehört... naja, seis drum. Das mit dem steif habe ich irgendwie noch als eine Art der Verletzung angesehen, daher hat es mich bei meiner These auch nicht gestört
    Der Titel war hauptsächlich ausschlaggebend für mich - da denkt man (also zumindest ich) eher an einen Zirkusclown. Naja, dennoch finde ich das Gedicht gelungen - einfache Worte zwar, aber die Show des Clowns, die zum Ende hin immer anstößiger wird und die (gewollten) Reaktionen des Publikums beschreibst du damit gut, wie ich finde


    Sag nichts dagegen, gewiß, Du kannst alles widerlegen, aber zum Schluß ist garnichts widerlegt. (F. Kafka - Das Schloß)

  5. #5
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    Hallo LordJim,

    mir gefällt die Idee, die hinter deinem Stück steht richtig gut...
    Nur würd ich mir wünschen, dass ein wenig mehr System in das Stück kommen würde.. Diese super Idee, aber noch schöner zu lesen... (:
    Gern gelesen und komentiert,
    Tiffany

  6. #6
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    Hallo, Scarlets Tiffany,
    Das war auch für mich ein Experiment. Mir ging es schon darum, das Distanzlose zwischen Publikum und dieser besondere Art des Clowns auszudrücken, deshalb wird das "ich" und das "ihr" immer wieder hart nebeneinandergestellt und verwoben.
    Aber ich würde, da ich ja auch was lernen und mich verbessern will, schon gerne wissen, was du mit mehr System meinst. Auf der metrischen Ebene? Oder findest du, dass die Inhalte zu sehr durcheinandergerüttelt sind?
    Vielen Dank jedenfalls für deinen freundlichen Kommentar!
    LordJim
    Wie eine Klippe sollst du unbekannte und ungewöhnliche Wörter meiden (Julius Caesar de analogia)

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  7. #7
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    Hallo LordJim,
    das du das ich-ihr immer so hart gegeneinander gestellt hast, gefällt mir gut, empfinde ich auch nicht als störend oder so, was ich meinte war, die Metrik.. Garnicht mal Reime, aber vielleicht ein Silbenanzahl-Schema...
    Jetzt hat man ein wenig das Gefühl vor ein paar hingeworfenen Sätzen/Halbsätzen zu sitzen auch wenn dieses Gefühl beim lesen schnell verschwindet...
    Nein, der Inhalt find ich garnicht zu sehr auseinander gerüttelt, ich find es past sehr gut so! (:
    Liebe Grüße,
    Tiffany

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