Thema: Twilightzone

  1. #1
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    Twilightzone

    Die späte Mußestund will sie genießen,
    mit Leichtlektüre, leiser Jazzmusik,
    ihr Liebster kocht für sie das Abendessen,
    entspannt und lächelnd lehnt sie sich zurück.

    Zufrieden nimmt sie Lesestoff und Brille -
    ganz plötzlich - wilder Schmerz in ihrer Brust,
    kann nicht mehr atmen und sich nicht bewegen,
    ein Schrei entweicht ihr...Agonie und Frust.

    Ein Strahlenmeer, ein Spektrum aller Farben,
    ein Rausch der Melodien, Klangesfülle...
    sie hebt sich, ledig aller Erdenschwere,
    die Seele löst sich von der Menschenhülle.

    Der Lichtklangsphäre fliegt sie schon entgegen,
    sieht Vater, Mutter, Bruder, besten Freund,
    sie stehen dort, im Strahlentanz und lächeln...
    Materie der Seelen sich vereint.

    Ein Blick zurück - ihr Liebster schluchzend auf den Knieen,
    er fühlt ihr Kosen nicht, vermag sie nicht zu sehn...
    Leb wohl...die Zeit schließt Wunden, trocknet Tränen,
    noch nicht bereit - doch es war meine Zeit, zu gehn.
    Geändert von Lailany (19.12.2007 um 22:55 Uhr)

  2. #2
    Falderwald Guest
    Liebe Lailany,

    ein sehr berührendes Gedicht.
    Du zeigst uns hier, wie schnell es doch passieren kann, daß ein Mensch ganz plötzlich und unerwartet aus unserer Mitte gerissen wird.
    Eben war er noch fröhlich und hatte sich etwas vorgenommen und schon ist's aus und vorbei, die Seele hat den irdischen Körper verlassen.
    Das alles schilderst du in beeindruckenden Bildern, die ein trauriges Gefühl hinterlassen.

    Die spaete Mussestund' will ich geniessen,
    mit Leichtlektuere, leiser Jazzmusik,
    mein Liebster kocht fuer uns das Abendessen,
    entspannt und laechelnd lehn' ich mich zurueck.

    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX

    Zufrieden nehm ich Lesestoff und Brille -
    ganz ploetzlich - wilder Schmerz in meiner Brust,
    kann nicht mehr atmen und mich nicht bewegen,
    ein Schrei entweicht mir...Agonie und Frust.

    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX
    xXxXxXxXxXx
    xXxXx...XxXxX

    Ein Strahlenmeer, ein Spektrum aller Farben,
    betoerend' Melodien, Klangesfuelle...
    ich schwebe, ledig aller Erdenschwere,
    die Seele loest sich von der Menschenhuelle.

    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXx

    Der Lichtklangsphaere fliege ich entgegen,
    seh' Vater, Mutter, Bruder, besten Freund,
    sie stehen dort, im Strahlentanz und laecheln...
    Materie der Seelen sich vereint.

    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX
    xXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX

    Ein Blick zurueck - mein Liebster schluchzend auf den Knieen,
    er fuehlt mein Kosen nicht, vermag mich nicht zu sehn...
    Leb wohl...die Zeit schliesst Wunden, trocknet Traenen,
    noch nicht bereit - doch es war meine Zeit, zu gehn.

    xXxXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxX
    xXxXxXxXxXx
    xXxX-xXxXxXxX (besser: noch nicht bereit - doch war es meine Zeit zu geh'n)

    Jawoll, auch die Metrik-Analyse zeigt keine Fehler, obwohl ich beim ersten Lesen doch manchmal ins Stocken geriet.
    Aber wenn so etwas passiert, dann mache ich halt eine Analyse, damit ich mir ganz sicher bin, bevor ich anfange zu meckern

    Also insgesamt ein sehr ansprechendes Werk, welches aber meines Erachtens auch durchaus gut in "Trauriges" aufgehoben wäre, weil mir das Spirituelle ein wenig zu kurz kommt.
    Das ist aber jetzt keine negative Kritik, sondern nur mein persönliches Empfinden.

    Gerne gelesen und kommentiert, es hat mir gefallen...


    Liebe Grüße

    Bis bald

    Falderwald

  3. #3
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    Meine liebe Lailany,

    keiner weiss, was uns im Zwielicht erwartet.

    Du baust mit berührenden und dramatischen Worten eine Spannung auf,
    die - man ahnt es - im Tod enden wird.

    Die letzte Strophe liess mich fast schluchzen.
    Wenn ich mir vorstelle, dass ich.....dass bei mir...

    Ich finde keine Sprache für dieses Wortwerk.

    Die letzte S ist besonders tragisch:

    Ein Blick zurueck - mein Liebster schluchzend auf den Knieen,
    er fuehlt mein Kosen nicht, vermag mich nicht zu sehn...
    Leb wohl...die Zeit schliesst Wunden, trocknet Traenen,
    noch nicht bereit - doch es war meine Zeit, zu gehn.

    .............................

    Zum Glück sind wir alle gesund und munter, hoffe ich, und deswegen sage ich dir,
    dass mir deine fiktive Beschreibung sehr gefallen hat.

    Wie Faldi denke ich auch, dass es sehr gut (besser) in "Trauriges..." passen würde.
    Ich kann mir denken, weshalb du es hier gepostet hats:

    Die Beschreibung der Zwielicht-Zone, der Übergang vom Leben zum Tod - er hat schon was Mystisches.


    Lieben Gruß,
    Katzi
    Geändert von Chavali (21.11.2006 um 14:12 Uhr)
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


    ~WÖRTERWUNDERTÜTE~

    Werkeverzeichnis (unvollständig - ruft nach Aktualisierung): Katzenspuren

    ©
    auf alle meine Texte!

  4. #4
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    Hallo Lailany!
    Ein sehr detailliertes Bild hast du uns aufgezeigt vom Übergang zum Tode. Es ist immer witzig zu sehen, dass alle ungefähr die gleiche Vorstellung davon haben, wie sich alles zutragen wird. Zum größten Teil, weil es uns in Filmen so gezeigt wurde und aus Berichten der Koma-Zeugen uns eingeimpft wurde. Natürlich kann niemand sagen, wie es wirklich ist. Und es hört sich ja auch schön und plausibel an. Das Bild, welches du malst ist erdrückend und fingerzeigend. Lebe jeden Tag, als wenn es dein letzter wär, fällt mir da ein. Ich hoffe, es liegt noch bei uns allen in weiter Ferne, diesen neuen Abschnitt zu entdecken und erforschen. Und ob wir dann immernoch Gedichte schreiben und sie spirituell weitergeben an jemanden wie uns, das steht auch in den Sternen.
    Wie immer gern gelesen und mit lieben Grüßen versehen
    Der Strassenreimer
    (Du wärest nicht der Strassenreimer,
    wenn am Ende noch ein Vogelzwitschern zu hören gewesen wäre,
    eher hätte dir der fliegende Freund auf den Kopf gemacht.) Tessa

    Stolpersteine (alles aus Reimerhand)

  5. #5
    ria.roos Guest
    Hallo liebe Lailany,

    wieder so ein Gedicht, was unter die Haut geht.
    Von Metrik habe ich kaum Ahnung aber der Inhalt spielt für mich eine ganz besondere Rolle. Deine Wortwahl ist ausgezeichnet und beeindruckend, wenn nicht gar beängstigend deutlich.
    Das ist so aus Deinem Empfinden geschrieben; ja, so wäre das Dahinflüchten annehmbar, wenn es nicht Menschen gäbe, die wir hinter uns lassen müssten.
    Ich kann mit Worten hier nicht ausdrücken, was ich gerade denke.
    Dein Gedicht habe ich sehr gern gelesen,
    es hat mich unheimlich zum Nachdenken angeregt!

    Liebe Grüße

    ria.roos
    ***

  6. #6
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    @Lieber Falderwald!

    Freut mich, dich begruessen zu duerfen und sage Dankeschoen fuers ausfuehrliche Beschaeftigen.

    Du sagst es, so schnell kann es gehen und dass es fuer den, der fortgeht, auf der 'anderen Seite' besser (vielleicht sogar paradiesisch) ist, damit troesten wir uns Dagebliebenen halt gern.
    Danke fuers xen, es ist mir nicht gelungen, die Metrik durchgehend gleich zu halten, in den einzelnen Strophen hab ichs denn doch geschafft, dass es fuer manche Leser holpert, mag durchaus daher ruehren, dass ich eben doch so einiges anders betone.
    Mir ists sogar bei manchen Deiner Werke mehrmals passiert, obwohl ich weiss, dass sich die Muehe, eine metr. Analyse zu erstellen, bei Dir nie lohnt.

    Deine Verbesserung fuer die letzten Zeile hab ich dankend heute 2Uhr frueh noch vorgenommen, aber zum Antworten war ich nimmer faehig..
    Und wenns was zu meckern gibt, dann nur raus damit, bin immer dankbar fuer Anregungen und Vorschlaege, ich lerne gern.

    Bezueglich der Rubrik, ich hatte schon angesetzt, es in 'Trauriges' zu posten. Da es jedoch mystisch angehaucht ist, wegen dieser Variante der Vorstellungen fuer das 'Nachher', entschied ich mich, es hier reinzusetzen.

    Liebe Gruesse
    von Lailany
    ~ ~ ~

    @Liebe supikatzi!

    Danke auch Dir herzlich fuer Deinen wohlwollenden Kommentar.

    Die letzte Strophe hab ich mit Absicht versucht, so traurig als moeglich zu formulieren, aus dem oben schon erwaehnten Grund.
    Fuer den Zurueckgebliebenen ist es vermutlich deswegen ein so grosser Schmerz, da er nicht weiss, was den geliebten Menschen 'drueben' erwartet.

    Dieses Gedicht hab ich aus mehreren Erfahrungen zusammengestellt,
    die ich machen musste, als ich einige meiner Lieben verlor und die Einleitung fast identisch die Schilderung, als meine Mutter vor vielen Jahren uns verlassen hat.
    Die Zeit heilt wirklich alle Wunden, die Narben bleiben und lassen uns so tiefgreifende Erlebnisse nie vergessen.

    Freut mich, dass es mir gelungen ist, es so rueberbringen zu koennen.

    Herzliche Gruesse
    von Lailany
    ~ ~ ~

    @Lieber Strassenreimer

    Vielen Dank fuers Kommentieren!

    Ich les mit besonderer Vorliebe Buecher, die sich mit diesem Thema beschaeftigen, die Berichte derer, die angeblich schon 'drueben' waren.
    Ob es auch stimmt, was sie erzaehlen, oder nur Effekthascherei ist, bleibt dahingestellt. Ich bin da sehr skeptisch, aber allein die Vorstellung, dass es so ist, wie ich es hier geschildert habe, hat was Schoenes und Beruhigendes.

    Ja, Deiner Aussage schliesse ich mich hundertprozentig an.
    'Lebe, wie wenn jeder Tag der letzte waere'...oft vergessen wir das und verzetteln uns in Kleinigkeiten, die im Rueckblick reine Zeitverschwendung waren.

    Ich kann mich fuer die Idee durchaus erwaermen, dass wir vielleicht als 'Poltergeist' ein paar lyrische Ideen zu Papier bringen, indem wir sie einem Medium in die Birne haemmern...
    Wenn ich so ueberleg, wie sehr meine manchmal raucht beim Schreiben, also,
    ein Goethe poltert bei mir net...

    Spirituelle Gruesse
    von Lailany
    ~ ~ ~

    Liebe ria.roos!

    Freut mich immer sehr, Dich zu lesen und Deine lobenden Worte sind natuerlich Balsam fuer die Dichterseele.
    Ich hab mit Absicht das Ganze eher schlicht gehalten, es sollte so rueberkommen, wie es sich eben jederzeit ergeben kann, aus dem Alltag gegriffen.
    Es sollte zum Nachdenken anregen und wenn es das erreicht hat, ist das ein schoenes Lob.

    Vielen Dank fuers Kommentieren!

    Ganz liebe Gruesse
    von Lailany
    Geändert von Lailany (22.11.2006 um 10:07 Uhr)

  7. #7
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    Liebe Lailany,

    shame on me, that's the first thing that has to be said, because it's just sad to stay away that long of this outstanding pearl you once again created.

    Im Gegensatz zu vielen Menschen in meiner Umgebung und weit darüber hinaus, bin ich persönlich zutiefst von der Wahrheit des ewigen Lebens überzeugt. Ich scheue mich auch nicht, hier kurz zu berichten, warum das so ist. Was würdest du (und alle anderen auch) wohl sagen, wenn sie nach dem Tode eines geliebten Menschen zu einem Medium gingen um Kontakt aufzunehmen, was bis hierhin noch nichts bedeuten mag. Aber wenn -wie in meinem Falle geschehen- das Medium (eine mir gut bekannte Frau) die erste von mir gestellte Frage an meine verstorbene Frau prompt und richtig beantwortet, obwohl sie unmöglich selbst die Antwort wissen konnte, denn das konnte zu 100% ausschließlich meine Frau, was dann?

    Ich habe also nicht die geringsten Probleme mit den Dingen des Jenseits, wobei dieser Begriff ja völlig falsch interpretiert wird, denn die Hemissphäre des Feinstofflichen oder wie man den Zustand auch immer bezeichnen mag, ist weder Zeit- noch Ortsgebunden und somit überall, eben grenzenlos. Die Seelen der verlassenen Körper tanzen uns sozusagen geradezu auf der Nasenspitze herum, um einmal mit diesen Vorstellungen von "irre weit weg" aufzuräumen.

    Wüssten die Menschen, dass es ausnahmslos jedem ihrer heimgekehrten Lieben mind. 1000-fach besser geht als jemals zu Lebzeiten der körperlichen Hülle überhaupt denkbar war, ich bin mir sicher, die Trauer und der Schmerz würden sich sehr schnell in Freude und Dankbarkeit verwandeln, da ein baldiges Wiedersehen unbestritten ist.

    Wenn unsere dämliche, christlich geprägte Abendländische Kultur uns nicht systematisch dieses Wissens beraubt hätte, so wäre vielen Millionen Menschen der Trennungs- und Trauerschmerz erspart geblieben. Zu tief haben wir uns alle in die zehn grundlegenden Illusionen hineinmanövrieren lassen und glauben nun den völlig abwegigen Tinnef dieser schwarzen Kuttenbrunzerriege römischer oder sonstiger Provenienz. Für mich der mit Abstand größte Skandal einer religiösen Institution, zumal die Idee der Wiedergeburt im Urchristentum nachweislich noch gelehrt wurde.

    Jeder Mensch hat übrigens mediale Fähigkeiten, nur sind die dafür vorgesehenen Bereiche durch zu lange Nichtanwendung verödet, eingetrocknet sozusagen, wie eben auch ein Muskel schwindet, den man lange Zeit nicht mehr benutzt hat. Lasst euch also bitte nicht von wem auch immer einreden, das alles könne man nicht wissen, nur weil sie selber keinen Zugang zu den Dingen hinter den Erscheinungen haben. Immer schön an Shakespeare denken, ihr wisst schon: Es gibt mehr....

    Liebe Grüße
    crux

  8. #8
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    @Lieber crux!

    No problem, auf einen so tollen Kommentar zu warten, lohnt sich allemal.

    Es freut mich ausserordentlich, dass Dich meine Twilightzone zum Philosophieren angeregt hat, da mir Deine Ausfuehrungen einen kleinen Einblick auf Deinen Standpunkt zu diesem Thema gewaehrt hat.
    Ich kann jedes Deiner Worte nur bestaetigend begruessen, meine Meinung geht mit Deiner hundertprozentig konform.
    Ich bin Realist und Skeptiker und Gegner von Berichten, die offensichtlich Geldmacherei und Schmafu sind und auch viel Unheil anrichten koennen.
    Da ich aber einige Erfahrungen aehnlicher Natur wie diese von Dir beschriebene machen durfte, bin auch ich ueberzeugt davon, dass es ungleich mehr gibt, 'als das Auge sieht'.
    Zur Kenntnis nehmen tu ich vieles, glauben tu ich aeusserst wenig.
    Dass mit diesen 'uebersinnlichen' Dingen leider viel Unsinn getrieben wird und es ein lukratives Geschaeft ist, ist nicht zu leugnen, jedoch zu verpoenen.
    Und, wie Du mit Recht sagtest, besonders religioese Institutionen haben diese Unwissenheit und hoffnungsvolle Glaeubigkeit der Menschen auf diesem Gebiet schamlos fuer ihre Zwecke ausgenutzt.

    Wenn ein geliebter Mensch fuer immer von uns geht, ist der tiefe Schmerz und die Trauer, die wir empfinden, unser ureigenstes Problem. Im Grunde genommen beweinen wir uns selber und die Tatsache, dass dieser Mensch uns verlassen hat.
    Zu versuchen, an ihn zu denken, wissend, dass er alle Widrigkeiten nun hinter sich gebracht hat, faellt uns schwer. Daher ist Trauer zum Grossteil Egoismus, man laesst sich von seinem eigenen Seelenschmerz absorbieren, das liegt in der Natur des Menschen.

    Seit meiner Schulzeit, wo Religion noch ein Pflichtfach war (was ich sowieso als unverschaemte Bevormundung und versuchte Gehirnwaesche erachte) und mir eine eigene Meinung gebildet hatte, will ich mir das Geschwafel nicht mal mehr anhoeren. Es erschien mir als Kind schon einseitig und unglaubwuerdig.
    Dass Spirituelles existiert, davon bin ich durch eigene Erfahrungen ueberzeugt worden.
    Muessig zu sagen, dass diese mit den Luegenmaerchen der Kirche absolut nix gemein hatten.
    Wie sich der Mensch den Uebergang und das Leben nach dem Tode vorzustellen beliebt, ist jedem selbst ueberlassen. Mein Gedicht hier umreisst nur eine Moeglichkeit von unzaehligen.
    Fuer unsere Vorstellung stehen uns eben bloss menschliche Massstaebe zur Verfuegung.

    Dieses Thema ist unerschoepflich und hochinteressant. Ich hoffe, dass wir bald einmal die Gelegenheit haben werden, uns persoenlich darueber auszutauschen.

    Ich bedanke mich aufs allerherzlichste fuer Deinen interessanten Kommentar und Dein Lob zu meinem Gedicht.

    Liebe Gruesse
    von Lailany
    ~ ~ ~

    @Liebe diechallenger!

    Aus Deinem Kommentar erfahre ich, dass auch Du durch eine Begebenheit davon ueberzeugt wurdest, dass es nach unserem Abgang hier in einer anderen Dimension weitergeht.
    Das ist eine unschaetzbar wertvolle Erfahrung, da es uns ganz neue Perspektiven fuer das Fuehren unseren irdischen Lebens aufzeigt.

    Herzlichen Dank fuer Deine Stellungnahme und Lob.

    Liebe Gruesse
    von Lailany

  9. #9
    Schwirl Guest

    Hallo Lailany :)

    Du beschreibst, und steigerst von Strophe zu Strophe die Spannung, den plötzlichen Tod.

    Die späte Mußestund' will ich genießen,
    mit Leichtlektüre, leiser Jazzmusik,
    mein Liebster kocht für uns das Abendessen,
    entspannt und lächelnd lehn' ich mich zurück.

    Mir gefällt die Athmosphäre, das gemütliche und die vorhandene Lebensqualität.

    Zufrieden nehm ich Lesestoff und Brille -
    ganz plötzlich - wilder Schmerz in meiner Brust,
    kann nicht mehr atmen und mich nicht bewegen,
    ein Schrei entweicht mir...Agonie und Frust.

    Du beschreibst hier einen Herzanfall, und die damit verbindene Hilflosiglkeit.
    ein Schrei entweicht mir...Agonie und Frust.
    Warum machst du Punkte?
    ein Schrei entweicht mir - Agonie und Frust.
    Da gehen die Gedanken nicht weiter, vielleicht ein Gedankenstrich


    Ein Strahlenmeer, ein Spektrum aller Farben,
    betörend' Melodien, Klangesfülle...
    ich schwebe, ledig aller Erdenschwere,
    die Seele löst sich von der Menschenhülle.

    Du beschreibst die Phase der Zwielichtzone mit schönen Bildern )

    Der Lichtklangsphäre fliege ich entgegen,
    seh' Vater, Mutter, Bruder, besten Freund,
    sie stehen dort, im Strahlentanz und lächeln...
    Materie der Seelen sich vereint.

    Auch hier verwendest Du anschauliche Bilder, obwohl wir es ja alle nicht genau wissen wie das Ende wohl wird, mir gefällts

    Ein Blick zurück - mein Liebster schluchzend auf den Knieen,
    er fühlt mein Kosen nicht, vermag mich nicht zu sehn...
    Leb wohl...die Zeit schließt Wunden, trocknet Tränen,
    noch nicht bereit - doch war es meine Zeit, zu gehn.

    Der Abschied ist so zeitlos, fast nüchtern, der Sterbende schenkt dem Verblieben noch Trost. Das ist wunderbar.

    Gerne gelesen und drüber nachgedacht von sy.

  10. #10
    Registriert seit
    Jun 2007
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    28
    Liebe Lailany!

    die Hast der Zeit entwindet täglich,
    uns kostbar-´gläsern Lebensstunden.
    Gewohnheit stimmt oft unverträglich,
    zu jenen die uns lieb verbunden.

    Verdirb nicht Zeit in Krieg und Fede,
    recht zittrig ist des Menschen Glück.
    Denn bitter reut man böse Rede,
    der Tod nimmt Feldpost nicht zurück.

    Deine Zeilen mahnen mich recht erschütternd daran,
    wieviel Zeit wir haben einfach verrinnen lassen.
    Ohne dem leisesten Versprechen auf ein neuerliches Wiedersehen.
    Mit einem bittersanften Wangenkuss, Dein firefly.










    der Tod nimmt feldpost nicht zurück

  11. #11
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    3.115
    Weil ich, @ Lailany, keine Ahnung von unserem Sein nach unserem Erdenleben habe, ist Dein *Twilightzone* für mich einfach reine, Deine Dir zustehende Seelenfantasie. Wäre es tatsächlich so wie Du es in der vorletzten Strophe wunderbar Mut machend und Trost spendend beschreibst, dann sehen alle die sich mögen und vermissen ja wieder.
    Schön wäre, Du hättest Recht.
    Solange ich es nicht besser weiß, betrachte ich in jedem Augenblick meine gesamte Welt mit allem und jedem das und den sie enthält als einen Teil von mir, d.h. alles ist ich und ich bin alles.

    Mit trotz Unsicherheit sicherem liebem Gruß, wenigviel
    Geändert von wenigviel (11.09.2007 um 21:32 Uhr)
    wenigviel


    Es kann sein, alles ist anders als wir es wahrnehmen und erkennen und doch müssen wir es uns glauben.

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