(inspiriert von Goethes „Tagebuch“)

für C. A.



Die Liebe und ihr schlimmster Albtraum waren
in meine stillsten Räume nachgekommen.
Ereilten mich und wollten offenbaren,
dass wenn man höchste Berge hätt´ erklommen,
im Glauben nicht im Echten, wie erfahren,
in Ungerechtigkeit verstrickt, benommen
durch alle quälend Tage sich gerettet
und doch den größten Einsatz hat verwettet.

Ich wollt ich Bauer hätt´s sofort erahnt, die Dinge,
die mir fortan Verstand und Seel verbrannten.
Es loderte und glühend heiß die Klinge
sich meiner Haut erbarmte, doch genannten
wohl nicht sich schämend Menschen ich nun bringe
den Streit, den sie bisher nur lauschend kannten.
Den beiden ungeniert und unbekümmert
hatt es mit Macht den schnellen Traum zertrümmert.

Ich kann´s noch immer deutlich vor mir sehen.
Von reinem Wollen ist hier nicht die Rede.
Gar unbeholfen stolpernd musst ich wehen,
mein Herz, es stockte leiernd und jedwede
vielleicht gehabte Sympathie wollt gehen
und wich der Trauer einer bitt´ren Fehde.
Gereinigt schien ich von dem Ballast meines
mir eignen Traums. Ich wollt nur dich, sonst keines.

Ich wollt nur dieses Mädchen, nur dies eine.
Und uns´re Sehnsucht war´s, die uns noch einte.
Du sagtest: „Ich bin dein und nicht die seine.“
Ich tat dann was zu tun ich nunmehr meinte
und sprach wie Herr von Goethe: „Schatz, nun weine!
So wein um mich, wie ich das End verneinte!“
Ein Glück, war ich so stark wie nie zuvor
und eine große Liebe stieg in uns empor.

Wir liebten uns mit heit´rer labend Wonne,
entgegneten den Menschen Trotz und Laune.
Dein Lächeln strahlt bis heute wie die Sonne.
Bereu ich´s? Nein! Das Leid ist nun im Zaume.
Und rufst du mich zu dir, mein Schatz, ich komme.
Mit dir zu sein, wir leben uns´re Träume.
Ich bin voll Zorn durch Schmerz und Leid gegangen
und hab mit dir mein größtes Glück gefangen.



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