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  1. #1
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    Vermisster Traum

    Vermisster Traum

    Im Laternenschein vergehen
    die Statisten dieser Nacht,
    Denn im optischen Nirwana
    Schlage ich die wahre Schlacht

    Ein Gedanke bildet Schilde
    Gegen Reden ohne Sinn,
    Obendrein, geplante Worte
    Rüsten auf zum Neubeginn

    Durchgespielt wurd all dies häufig,
    Doch von Nebel nur umgeben.
    Dich – vermissten Traum – entlasse
    Ich im Morgengraun ins Leben
    Geändert von Ensimismado (02.01.2007 um 16:46 Uhr)
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
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  2. #2
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    Hey Ensi,

    da hast du mal wieder etwas wirklich schön geschrieben.
    Besonders die erste Strophe gefällt mir unheimlich.

    Aber müsste es in S1Z2 nicht Statisten dieser Nacht heißen?

    Und in der dritten Strophe bezieht sich Z2 doch auf auf Z1, oder? Da bin ich mir grad nicht sicher.

    Ansonsten, ja, was soll ich noch sagen? Es gefällt mir, obwohl ich denke, dass ich schon weitaus schöneres von dir gelesen habe.

    Liebe Grüße,
    Dark Rain
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    ~ So Baby, please kill me! Oh Baby, don't kill me! ~


    Gesammelte Werke

  3. #3
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    N'Abend Dark Rain,

    nun das Werk ist sicherlich nicht das typische Hoffnung bzw. Fröhliche Gedicht, so wie man es sonst meist in dieser Kategorie findet. Es hätte durchaus auch Teilweise in Gesellschaft und Nachdenkliches gepasst.

    Hab in S3 noch nen Punkt eingeflochten, dann sollte das besser erkennbar sein, in S1 heißt es allerdings schon "diese" weil es auf die Nacht bezogen ist.

    War nur mal eben ein kleines Werk nebenbei was mir so einfiel, also nichts atemberaubendes, aber ich denke von der Aussage her recht interessant, von der Umsetzung her in Ordnung, also warum nicht veröffentlichen.

    Gruß,
    Flo
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  4. #4
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    Hi Flo,

    fein, ich kann mal wieder bei dir verixen

    Im Laternenschein vergehen
    Mir Statisten diese Nacht,
    Denn im optischen Nirwana
    Schlage ich die wahre Schlacht
    XxXxXxXx
    XxXxXxX
    XxXxXxXx
    XxXxXxX

    Ein Gedanke bildet Schilde
    Gegen Reden ohne Sinn,
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    Rüsten auf zum Neubeginn
    XxXxXxXx
    XxXxXxX
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    XxXxXxXx
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    XxXxXxXx
    XxXxXxXx


    Wozu nun habe ich mir die Arbeit gemacht?
    War eh klar, dass ich keinen Fehler finde
    Metrisch und sprachlich perfekt.

    Der Inhalt mag mir auch zu gefallen; du zeigst hier sehr schön die
    Verzweiflung um die Sehnsucht nach einem Traum, der am Tag Realität zu werden scheint.

    (Minifehlerchen hat dir Darki schon gezeigt)

    Lieben Gruss,
    Katzi
    Geändert von Chavali (22.11.2006 um 21:49 Uhr)
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


    ~WÖRTERWUNDERTÜTE~

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    auf alle meine Texte!

  5. #5
    yaira Guest
    Hallo Flo,

    schön, etwas von dir zu lesen. S 3 gefällt mir ausgesprochen gut, vor allem die letzten beiden Verse sind zuberhaft und hallen nach.

    Mit S1 habe ich kleine Problemchen:

    Im Laternenschein vergehen
    Mir Statisten diese Nacht,
    Mir vergehen Statisten? Mir ist diese Konstruktion nicht ganz klar. Mir vergeht der Hunger, la, aber Statisten? Ich kann das mit viel Mühe in ein Bild pressen... aber vielleicht erklärst du es mir nochmal!?

    Denn im optischen Nirwana
    Schlage ich die wahre Schlacht
    Im Nirvana eine Schlacht schlagen scheint mir sehr unlogisch. Schließlich ist Nirvana die endgültige Erlösung. Und was soll dann das "optische" Nirvana sein?
    Nee, diese Strophe scheint mir nicht ganz stimmig, außer diese seltsamen, beinahe paradoxen Bilder folgen einem Konzept, das ich nicht erkennen kann.

    Liebe Grüße
    yaira

  6. #6
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    Nun, mal schauen, ob ichs dir näher bringen kann.

    "vergehen mir Statisten", sie nehmen an Wichtigkeit ab, sie gehen quasi gegen null, denn ihre Präsens ist nicht mehr wichtig für den wirklichen Inhalt. Ein Film ohne Statisten, das geht normalerweise nicht, jetzt schon. Weshalb? Nun, ganz einfach:
    Wegen dem optischen Nirwana. Ein Nirwana ist ein Zustand der Zustandslosigkeit, übertragen auf das optische also eine nicht sichtbarer Zustand. Daher auch die irrelevanten Statisten, die einen Tagsüber quälen können.

    So, vielleicht siehst du die Strophe jetzt anders, oder aber ich muss nochmal dran feilen.

    Jedoch schon mal vielen Dank für die Antwort.

    Gruß,
    Flo


    edit: Hups, hab ich katzi glatt unterschlagen.

    Danke fürs verixen, immer schön nochmal bestätigt zu bekommen, dass die Metrik passt. Und ein noch größeres Danke für dein Lob. Vielleicht komm ich auch mal wieder in ne kreative Phase, so wie du sie grade hast, dann wirste öfter verixen können.

    Gruß,
    Flo
    Geändert von Ensimismado (22.11.2006 um 22:10 Uhr)
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  7. #7
    yaira Guest
    Hm, das mit dem "Vergehen" hab ich mir schon so gedacht. Der Ausdruck ist in meinen Augen zwar etwas ungeschickt, aber... was soll's.
    "Optisch" versteh ich jetzt besser.
    Aber was ist mit den Kämpfen in Verbindung mit dem Nirvana? Kommt dir das nicht auch ein bisschen unlogisch vor?

    Oje, ich nehm's heut wieder sehr genau, aber du verträgst das, stimmts

    Grüße
    yaira

  8. #8
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    Och natürlich, zeigt doch nur, dass du dich mit dem Text auseinandersetzt.

    Ich würde behaupten, wenn ein Nirwana eine Zustandslose Form ist, ein optisches Nirwana etwas zustandloses Optisches, dann ist das im Grunde nichts anderes als ein Traum, welcher selber zustandslos ist, und nicht sichtbar.

    Flo
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  9. #9
    yaira Guest
    Ich verstehe immer noch nicht wie der Begriff Nirvana mit "Kampf" verbunden werden kann. Das widerspricht sich doch, oder nicht?

  10. #10
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    Weshalb? Es ist ein gedanklicher Kampf, also nichts weiter als etwas theoretisches, nicht materielles, etwas sich im Traum abspielendes. Das optische Nirwana ist nichts weiter als eine verklausolierte Form eines Traumes.
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  11. #11
    yaira Guest
    nun gut, ich geb auf
    Ich persönlich kann einfach den buddhistischen Hintergrund bei diesem Begriff nicht ausschalten, aber das ist wohl mein Problem *lach*
    Trotzdem nochmal ein Kompliment für S3, die gfällt mir sehr gut.

  12. #12
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    Ja ich glaube du siehst das zu verengt auf die buddhistischen Hintergrund gemünzt, jedoch gibt es da auch auf psychisch-existenzieller Basis den Gedanken des Verlöschen falscher Wirklichkeitsvorstellungen, was im Grunde genommen gleichzusetzen ist mit dem Aufwachen aus einem Traum, nur auf Ebene des Wachsein. Kompliziertes Thema, zumal das Nirvana nun mal nicht exakt zu beschreiben ist.
    Aber danke nochmal fürs Lob, wenn du einigermaßen mit S1 leben kannst wärs noch schöner.



    Edit: So, aufgrund einiger Unsicherheiten betreffend der Interpretation möchte ich mal meine Intention des Gedichtes aufschreiben:

    Vermisster Traum

    Schon hier wird klar, das Ganze spielt sich nicht im realen ab, sondern hat zumindest teils etwas mit dem Unterbewusstsein/Bewusstsein, der geistigen Ebene einer Person zu tun.

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    Und die erste Strophe war ja dann auch gleich mal der größte "Streitpunkt". Nun relativ einfach gestrickt noch V1, der Laternenschein füllt hier gleich zwei Punkte aus. Zum einen ist er ein Hinweis auf die Situation in der das Ganze spielt --> in der Nacht. Zum anderen aber drückt der Laternenschein auch quasi einen Lichtblick, einen Hoffnungsschimmer aus. Verdrängt er doch zumindest punktuell Dunkelheit.
    Die Statisten, ich ging vorher schon mal kurz drauf ein. In dieser Nacht also werden sie verdrängt, sie vergehen dem lyr. Ich, es schiebt sie beiseite. Nicht mal mehr als Requisite können sie dienen.
    Und nun der Streitpunkt. Das optische Nirwana, auch hier wieder zwei Sachen, die es ausdrückt. Zum einen eine Umschreibung für eine Zustandslosigkeit, etwas nicht sichtbares, nicht näher definierbares. Ebene eine Art Traum, welcher gleichzeitig aber eine gewisse Erkenntnis birgt. In diesem Traum schlägt das lyr. Ich eine Schlacht, welche gleichzusetzen ist mit einem Entwicklungsprozess.


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    Obendrein geplante Worte
    Rüsten auf zum Neubeginn

    Der Grundgedanke dieses Prozesses bildet einerseits einen gewissen Schutz, das lyr. Ich schottet sich gegen sinnlose Reden und Gedanken seiner Umgebung ab, um sich nicht zu beeinflussen lassen. Es plant viel mehr selber zu handeln, einen Neubeginn zu starten und legt sich schon Worte zurecht, mit der es diesen Neubeginn starten wird/kann.

    Durchgespielt wurd all dies häufig,
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    Dich – Vermisster Traum – entlasse
    Ich im Morgengraun zum Leben

    Diese Grundidee ist dem lyr. Ich scheinbar nicht neu, es hat dies vielmehr schon häufig durchgespielt. Jedoch verborgen, und auch nur schemenhaft, sich selber noch nicht klar werdend, was es genau möchte. Dies alles war ein lange andauernder Traum, etwas was das lyr. Ich länger schon beschäftigt, es jedoch bisher nicht klar strukturiert und greifbar für das lyr. ich haften blieb. Jetzt erst scheint es bereit eben diese Erkenntnis auch am nächsten Tag noch zu haben und zu beherzigen.

    So, vielleicht ist jetzt ein wenig mehr verständlich.

    Gruß,
    Flo
    Geändert von Ensimismado (25.11.2006 um 01:15 Uhr)
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  13. #13
    Registriert seit
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    Hallo Flo,

    durch den optimistischen Schluss - denn das LI ist gewillt,
    den Zustand des Erkennens herbeizuführen -
    ist die Rubrik sicher ganz recht gewählt.

    Nach deiner Erklärung ist mir auch einiges klarer.
    Vielleicht hast du es mit den Bildern dieses Mal ein wenig zu gut gemeint.

    Ansonsten - ich mag deine Texte - die meisten jedenfalls.

    Lieben Gruss,
    Katzi
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  14. #14
    Tessa Guest
    Lieber Flo,

    ich finde die Rubrik durchaus richtig gewählt.
    "Lebe deinen Traum", er erwacht, reift, wird eines Morgens in die Tat umgesetzt.
    Das Nirvana ist auch passend: dem Austritt aus dem Zyklus des Seins, dem Kreislauf von Werden und Vergehen, der Wiedergeburten, des Leidens. Der Traum soll das Leben werden.

    Mit den Statisten hatte ich auch erst Probleme,
    sehe sie nun aber als die Menschen um uns herum.
    Statisten, die in Filmsequenzen unseres Lebens eine mehr oder weniger große Rolle spielen.
    Wir sollten entscheiden. Denn oft sind ihre Rollen falsch besetzt und gar unwichtig, Statisten eben.
    Doch glauben wir bei Entscheidungen gerade "sie" befragen zu müssen, ihr Urteil abwartend.
    Nun schwebte der vermisste Traum im Nebel, eine lange Zeit.
    Bis zu diesem Tag.

    Mir gefällt das Bild, die Thematik und ihre Umsetzung.
    Wirklich gern gelesen, wie oft sterben doch die Träume.

    Ganz liebe Grüße,
    Tessa

  15. #15
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    N'Abend ihr beiden,

    @katzi na wenn dir meine Texte meistens gefallen, dann kann ich ja nicht ganz schlecht schreiben. Mag sein, dass die Bilder diesmal vll. in S1 etwas ungewöhnlich sind, aber ich glaube das muss hierbei wirklich jeder selber entscheiden, ob er was mit anfangen kann. Aber wenn dann die Erklärung schließlich hilft und der Leser trotzdem noch mein, dass das Werk gut ist, na dann freuts mich doch.

    Liebste Tessa,
    Sehr schön, du hast genau das nochmal kurz und bündig wiedergegeben, was meine Intention war. Hast sie also voll getroffen und bestätigst mich damit, dass ich das Thema einigermaßen umsetzen konnte. Freut mich dich unter diesem Werk zu lesen.

    Gruß und gute Nacht,
    Flo
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