1. #1
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    Batteriehühner (Satire)

    Bei näherer Betrachtung und selbst wohlwollender Beurteilung sind Hühner durchaus nicht so liebenswerte Wesen, wie uns diverse Schilderungen von Idyllen auf dem Bauernhof vorgaukeln wollen.

    Man denke nur an die Hühner in den Lege- und Mastbatterien. Allesamt undankbare Geschöpfe. Sie werden mit auserlesenem Futter zu geregelten Zeiten (sogar eine Nachtjause ist eingeplant) und in ausreichender Menge versorgt, brauchen also keine einzige Sekunde und noch weniger einen Gedanken an die sonst so mühsame Futtersuche zu verschwenden.

    Der mitfühlende Geflügelhalter stutzt die Krallen und Schnäbel seiner Schutzbefohlenen, eifrig darauf bedacht, die Streitsucht der Hennen auf humane Weise hintan zu halten. Tagtäglich werden sie mit Hormonen und Medikamenten versorgt, wiederum in dem rührenden Bestreben, dass den Hennen, die der Pfleger alle beim Namen nennen kann (Hendi 1 bis Hendi 14256), nur ja kein Unbill zustoße.

    Und was tun sie, die Hühner? Sie sind aufsässig, lärmen unbegründet Tag und Nacht, legen Eier, von deren innerer Anwendung abzuraten ist und liefern Fleisch, das Männern stattliche Brüste wachsen lässt.

    Solchem Undank kann man nur mit einem Boykott begegnen. Man kaufe keine Eier und kein Hühnchen aus Batteriehaltung, dann werden diese Vögel schon sehen, wie weit sie kommen.

    Ibrahim (Ingo Baumgartner)

  2. #2
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    Hallo Ibrahim,
    Also für eine Satire finde ich deinen Text reichlich unkomisch. Wo sind besondere Vergleiche, lustige Seitenhiebe und Wortspielereien??
    Kann sein, dass ich irgendetwas nicht begreife, aber so gibt der Text für mich keine Begründung für seine speziell satirische Existens - er verrät mir nichts.

    Hilfst du mir mit Verständnis?


    Guten Morgen
    GuyB
    "Eureka, I'm gonna get myself a loudspeaker"

  3. #3
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    Hallo Guybrush!

    Also ich habe durchaus Verständnis, wenn dir die Sache nicht gefällt. Aber es wimmelt geradezu von Seitenhieben, die ganze Geschichte ist ein einziger Seitenhieb.

    Hühner undankbar, gewährte Nachtjause (Zwangsfütterung), keine Futtersuche (was würde ein Huhn lieber tun als das?), Krallen und Schnäbel stutzen (reiner menschlicher Wahnsinn) Fütterung mit Hormonen und Medikamenten (gröbste Tierquälerei), Kennen beim Namen (Huhn 1 - 14256), rührende Bemühungen des Pflegersum das Wohl des Huhnes (auch kein Seitenhieb?) Hühner sind aufsässig (sind sie aufsässig, weil sie aus Verzweiflung lärmen?)

    Wenn du da keine Satire herauslesen kannst, lieber Guybrush, dann hast du noch nie einen Text verstanden, oder du hast eine ausgefallene Art von Humor, denn komisch ist dieser hier schon. Das heißt noch immer nicht, dass dir die Geschichte gefallen muss, das verlangt niemand. Danke jedenfalls fürs Kommentieren. Lg Ingo
    Ibrahim (Ingo Baumgartner)

  4. #4
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    Hi Ingo,

    ev. handelt es sich hier um ein multikulturelles Missverständnis.

    Ich finde deine Satire sehr gelungen, und ich hab´s ja immer schon gesagt: Hendi 1 bis Hendi 14395 gehört einmal ganz ordentlich der Federhintern versohlt. Solln sie doch froh sein, wer will schon den ganzen Tag zwischen Schweinen, Ziegen und Gänsen am Misthaufen spazierengehen - und das bei jedem Wetter draußen *brrrr*

    lg
    Eva
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  5. #5
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    Hallo Eva!

    An einem Tag gleich ein Gedicht und ein Geschichtchen von dir kommentiert, das nenn ich einen schönen Tag. Zu den Hühnern, ich wollte so bitterböse sein, wie ich nur konnte - ohne dies direkt anzusprechen, eben zynisch, satirisch. Sollte das tatsächlich nicht hinüberkommen, dann muss ich mich zuerst einmal bei allen Hühnern des In- und Auslandes entschuldigen. Lg Ingo
    Ibrahim (Ingo Baumgartner)

  6. #6
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    He Ingo!

    Zitat Zitat von Ibrahim
    Hühner undankbar, gewährte Nachtjause (Zwangsfütterung), keine Futtersuche (was würde ein Huhn lieber tun als das?), Krallen und Schnäbel stutzen (reiner menschlicher Wahnsinn) Fütterung mit Hormonen und Medikamenten (gröbste Tierquälerei), Kennen beim Namen (Huhn 1 - 14256), rührende Bemühungen des Pflegersum das Wohl des Huhnes (auch kein Seitenhieb?) Hühner sind aufsässig (sind sie aufsässig, weil sie aus Verzweiflung lärmen?)
    Du hast natürlich recht. Auch ich kann Ironie erkennen, sogar Sarkasmus erahnen, aber das macht für mich noch keine Satire aus. Da das Thema (mal ganz ernst gesprochen) reichlich unkomisch ist, bedarf es natürlich einer gewissen Geschicklichkeit um es dennoch lustig wirken zu lassen. Die sehe ich (du ahnst es) hier nicht.

    Wenn du da keine Satire herauslesen kannst, lieber Guybrush, dann hast du noch nie einen Text verstanden, oder du hast eine ausgefallene Art von Humor, denn komisch ist dieser hier schon. Das heißt noch immer nicht, dass dir die Geschichte gefallen muss, das verlangt niemand. Danke jedenfalls fürs Kommentieren. Lg Ingo
    Lustig das du meinst "ich hätte noch nie einen Text verstanden"
    --> bist du nicht kritikfähig??

    Um zu erfahren, was eine Satire ausmachen kann, empfehle ich dir mal einen einfachen Blick auf Wikipedia. Dem aufmerksamen Leser fällt dann vermutlich auf, was in deinem Text nicht zu finden ist.

    Humor hab ich durchaus und vor allem jede Menge Phantasie.
    "Eureka, I'm gonna get myself a loudspeaker"

  7. #7
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    Hallo Guybrush!

    Das Thema ist so lustig, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Und das soll es. Aber zu Wikipedia, du wirst dir doch zum Verfassen eines Textes keine Anleitungen von irgendwoher holen. Einheitsbrei gibt es doch schon genug. Wenn ein Schreiber seinen Text als Satire empfindet, dann sollte man vielleicht versuchen, Satirisches darin zu entdecken. Vielleicht wird man fündig. Lg Ingo
    Ibrahim (Ingo Baumgartner)

  8. #8
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    Da wo du nich bist =)
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    muharharhar

    Ich kann net mehr aufhörn zu lachen xD
    Toller text !!
    Mein Liebling ist diese Stelle:
    Solchem Undank kann man nur mit einem Boykott begegnen. Man kaufe keine Eier und kein Hühnchen aus Batteriehaltung, dann werden diese Vögel schon sehen, wie weit sie kommen.
    Das ist genau das was man den Leuten rät... nur sind die Gründe extremst durcheinander geraten^^
    Ich finde das als Satire ganz gut gelungen. (schonmal "Katholikenproblem-lösen" gelesen? ich letztens, ein Flugblatt vor ein paar Jahren in Norddeutschland, das ist irgendwie ähnlich)
    Fakten werden einfach umgedreht, jeder der mal 1-2 Repotagen drüber gesehen hat weiß das diese Hühner mit sicherheit kein schönes Leben haben und das auch diese zusatzstoffe keineswegs gut sind.

    Aber ich kann dir da nur zustimmen:
    Wer den Komfort von den Höfen nicht ausnutzt, sich gar noch beschwert und minderwertige Ware abliefert, trotz bester behandlung, dem sollte Eiskalt der Rücken zugewandt werden!! Die machen sich ein schönes leben und tun nichts anständiges dafür? Pah!! Schreckliche Egoisten diese Hühner!!
    Wie viel Blut muss vergossen werden, um die Wolken rot zu färben?

  9. #9
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    Hallo Daihatschi und juno!

    Danke fürs Lesen und Kommentieren! Hätte ich die Geschichte nicht als Satire gekennzeichnet, hätte ich - und da bin ich mir ganz sicher - Zuschriften erhalten, ob ich denn Batteriehühner wirklich als glückliche Hühner betrachtete. In meinen Augen ist der Text eine durchgehende Satire, jeder einzelne Satz davon. Ob die Geschichte als gut oder schlecht empfunden wird, ist da wieder eine ganz andere Sache. Ich bestehe sozusagen nicht auf "gut" aber auf "Satire" . Lg Ingo
    Ibrahim (Ingo Baumgartner)

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