Thema: Sie sagten...

  1. #1
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    Unhappy Sie sagten...

    Sie sagten
    Sie sagten:
    „Die Zeit heilt alle Wunden.“
    Doch sie verrieten nicht,
    dass auch Narben schmerzen können.

    Sie sagten:
    „Irgendwann wirst du vergeben können.“
    Sie sagten nicht,
    dass ich nie vergessen würde.

    Sie sagten:
    „Die Stille ist heilsam.“
    Sie erwähnten nicht,
    dass sie auch schrecklich einsam ist.

    Sie sagten:
    „Lebe dein Leben!“
    Sie sagten nie wie.
    Geändert von still waiting (03.12.2006 um 21:03 Uhr)
    Que serà, serà

  2. #2
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    Sehr schönes Gedicht!

    Ich kann die Situation seeeehr gut nachvollziehen,ich stecke selber drinnen.
    Du hast sehr viele Gefühle da rein gepackt. Gefällt mir sehr gut,du malst auch "schöne" Bilder.

    Mach weiter so, gefällt mir sehr gut!
    Du Bist, Du Warst, Du Wirst Nie Sein!


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  3. #3
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    Danke schön!
    ich muss sagen ich war sehr lang in dieser situation dieses nicht-vorwärts-und-nicht-rückwärts-können. da hab ich immer das gefühl ich müsste schreien oder platzen und dann kommen solche sachen raus...
    Que serà, serà

  4. #4
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    Und ich muss sagen das dir das sehr gut gelungen ist das in Worte zu packen

    Ich hoffe nur das auch die anderen,denen sowas nicht passiert ist,das genauso verstehen und auffassen wie es gemeint ist!
    Du Bist, Du Warst, Du Wirst Nie Sein!


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  5. #5
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    Danke für das Lob!

    Ich glaube es ist so das die allerwenigsten um eine solche Situation drumrum kommen. Ich glaube jeder steckt irgednwann mal drin, die einen erleben sowas vielleicht nur ein Mal. andere viel zu oft.

    Ich freu mich natürlich auch wenn jemand was auszusetzen hat, Verbesserungsvoschläge sind gern gesehen!

    lg
    still waiting
    Que serà, serà

  6. #6
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    Hallo still waiting

    Macht mal Platz, Mädel, für ne alternde Diva.
    Lasst uns das Kindchen mal anschauen:

    Die Aussage, die du bringst, ist klar. Vor allem, weil hier fast täglich Gedichte mit dieser und ähnlicher Aussage gepostet werden. Einige um Längen besser, viel etwa gleich gut - und noch einmal so viel noch arg viel schlechter.
    Denn wirklich gut ist der Text noch nicht.
    Er lebt fast nur von der Aussage, vom nachempfinden können, was da steht. Wenn der Leser (ich bin fies und schreib explizit dazu: die Leserin) sich auch noch in einer ähnlichen Situation befindet, ist das Lob gewiss - weil eben 'nachvollzogen' werden kann.
    Sprachlich ist der Text dann wieder sehr simpel aufgebaut. Aussage und Widerspruch. Das ist schon mal ein Stilmittel, leider eines, dass nicht weit hilft, weil es so einfach ist. Jeder kommt mal auf die Idee, so zu schreiben...
    Mich persönlich stören mittlerweile die fehlenden Satzzeichen, vor allem, weil du am Ende das Fragezeichen setzt wie einen Schrei...
    Auch die Kapitälchen sind nich nötig - man liest deutlich, dass es eigentlich um die Frage des überlebens geht.

    Schön finde ich die erste Strophe - denn die schmerzenden Narben sind nicht ganz so ausgelaugt vom vielen Gebrauch wie der Rest.

    LG
    yarasa
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

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    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  7. #7
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    So, Zuerst mal Danke für die konstruktive Kritik

    Ich arbeite mich mal durch: Zu dem Kommentar „Leserin“: ich kann mir denken worauf du damit anspielst, du hast wahrscheinlich recht das sowieso alle die schon mal dadurch sind, einen anderen Blickwinkel auf das Gedicht haben, aber ich sag mal so das „starke Geschlecht“ macht auch mal seine Tiefpunkte durch und wird das vielleicht auch nachvollziehen können des Weiteren geht es bei mir nicht um irgendeinen Verflossenen, falls du das meinst, es gibt wichtigeres als so was.. Zugegeben ich hab das nicht explizit hingeschrieben, man kann es also interpretieren wie man will.

    Zu den Stilmitteln: ich hab den Text geändert so sind noch ein paar Stilmittel dazugekommen, aber hier mal die, die drin sind: Antithese, Anapher, Alliteration, Klimax, Homoiotheleuton, Apostrophe, traduxe, Graecismus und ne Metapher wobei ich mir da nicht sicher bin).  ich weiß ich bin ein Freak, ich hab Latein in der Schule und da sind Stilmittel noch mit das beste was man lernt.

    Satzzeichen, waren noch nie so meins das geb ich voll zu. hab ich ausgebessert (ich weiß nur nicht ob das so geht???)

    zu meiner 1./2. Strophe steh ich voll, die anderen beiden... da hast du wohl recht, die sind schlecht.

    Neue Version (bitte kritisieren, absegnen wie auch imemr...):

    Sie sagten:
    „Die Zeit heilt alle Wunden.“
    Doch sie verrieten nicht,
    dass auch Narben schmerzen können.

    Sie sagten:
    „Irgendwann wirst du vergeben können.“
    Sie sagten nicht,
    dass ich nie vergessen würde.

    Sie sagten:
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    Sie erwähnten nicht,
    dass sie auch schrecklich einsam ist.

    Sie sagten:
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    Sie sagten nie wie.

    lg still waiting
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  8. #8
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    Hallo stillwaiting

    Da muss ich doch noch mal

    Nein, mit der Leserin meinte ich mitnichten, dass es sich bei deinem Text um ein 'verflossenes Trauergedicht' handelt,
    sondern um einen Text, der aus der Sicht einer Pubertierenden in einer (oder nach einer) ziemlich akkuten Sinnkrise geschrieben wurde. Purbertierend im Wortsinn von Alter und Entwicklungsstuphe, nicht zu verwechseln mit purbertär, was fast ausschliesslich abschätzig gemeint ist.
    Jungs in diesem Alter und dieser Gemütslage neigen dazu, Aggression gegen aussen zu leben. Mädchen sind introvertiert aggressiv - sie grübeln. Empirisch relevante Verallgemeinerung eines Sachverhaltes.
    Und dass man älter wird, bedeutet nicht, dass man sich nicht mehr erinnert - nur der Blickwinkel ändert, und man kriegt eine gewisse Distanz zu den Dingen

    Du kennst viele hübsche Fremdwörter. Ich kenne, zugegebenermassen, nicht alle. Aber die, die ich kenne und zuordnen kann, sind mir nicht schlüssig. Jedenfalls dünken sie mich immer noch nicht schlau gesetzt - auch wenn es vielleicht bewusst war.

    Antithese => haben wir schon besprochen: brauchbares Stilmittel, aber nicht ganz einfach einzusetzten, damit es nicht ausleiert und langweilt.

    Anapher => alles, was ich zur Antithese gesagt habe, gilt in noch viel höherem Masse für die Anapher. Ohne Variation ist sie unglaublich einschläfernd.

    Alliteration => finde ich in deinem Text keine. Klärst du mich auf, was du in diesem Text darunter verstehst?

    Klimax => wäre wünschenswert, fehlt aber meiner Meinung nach vollständig.

    Metapher => Was würdest du in deinem Text als Metapher bezeichnen? Ich finde keine...

    Die Überarbeitete Form gefällt mir besser, obwohl die Grundschwäche bestehen bleibt. Die Satzzeichen machen sich gut - es ist viel angenehmer zu lesen. Aber Orthographie ist letztlich Kosmetik - und ein 'verunglücktes' Gesicht wird dadurch nur etwas ansehnlicher, aber nicht hübsch.
    Sorry.

    Aber: Ich finde es toll, dass du auch auf diese Art von Kritik reagierst, dich engagiertst und argumentierst. Auch wenn ich deine Argumentation nicht teile, ist dein angemessener Umgang mit Nachfragen und 'Ablehnung' mehr als die halbe Miete, Fortschritte zu machen.

    LG
    yarasa

    edit:
    über die genaue Bedeutung der Apostrophe hab ich mich schlaugegooglet => auch diese finde ich hier höchstens Ansatzweise, denn eigentlich spricht das LI ständig zum Leser, um über 'sie' zu 'tratschen'. Das LI wendet sich 'ihnen' nicht zu.
    Was die anderen rethorischen Mittel sein sollten, haben mir weder Wiki noch google verraten können. Sorry
    Geändert von yarasa (29.11.2006 um 21:15 Uhr)
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  9. #9
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    Hallo Yarasa!

    Danke für die erneute Antwort! Ich bin leider erst heute dazu gekommen, mich nochmal zu äußern!

    Gut, da hatte ich dich wohl ein bisschen falsch verstanden, macht ja nix.Pubertierend... okay, deine Einstellung, ich glaube zwar ich bin da inzwischen drüber hinaus. Ich bin auch schon etwas "gealtert", vielleicht nicht im Bezug auf meine 16 Jährchen aber ich hab schon ziemlich viel durch, eine gewisse Distanz (die für meine Alter, wenn man es so will, relativ groß ist) habe ich wohl entwickelt. Das Grübeln ist wohl war, eine ziemlich nervenaufreibende Beschäftigung, der ich gerne nachgehe, wie ich gar nicht abstreiten will. das mit der Sinnkrise, vielleicht liegt es ja wirklich an meinem Alter das ich die Dinge anders (und langsamer) verarbeite als Ältere, vielleicht liegts auch daran das ich ne Pessimistin bin. (ein kleiner Vergleich: Ich habe meine letze krise still verarbeitet war "introvertiert", während meine Mutter wegen der gleichen Sache, geschrieen, geheult und einen Nervenzusammenbruch nach dem andren hatte, passt das in das Bild das du von Pubertierenden malen willst? wie du es definierst ja, oder?)

    Die Klimax ist zeimlich schlaff, das sehe ich ein, aber meiner meinung nach doch vorhanden.
    Anapher: werd ich mir geren merken und das nächste mal einbringen.
    Alliteration: da zähl ich jetzt mal ganz einfach solche "Sie sgaten"-sachen udn "lebe...leben" dazu, ja das wirft jetzt keinen vom Hocker aber wenn man stur ist dann sind das schon welche.
    Mein Plan dich mit den Fremwörtern zu erschlagen ist also aufgegangen, solche kranken Sachen kennt sonst auch wirklich niemand, aber ich hab ne Lateinlehrerin die auf rethorik und alles was die Römer da so im angebot hatten bestand.

    ansehnlich ist im vergleich zu verunstaltet immerhin ein kleiner fortschritt!

    ich hab speziell den letzten Ausruf als Apostrophe verbucht, da mir diese von meienr Deutschlehrerin so definiert wurde.

    lg still waiting

    PS.: Homoiotheleuton: gleiche Endung
    traduxe: gleiches W. in anderer grammatischer Form
    Graecismus: Leben lebend, Kämpfe kämpfend, sowas-weiß jetzt nicht wie ich das ausdrücken soll.
    wie gesgat, sowas ist nich sehr üblich kann man aber fast in jedem x-beliebigen Gedicht irgendwo nachweisen
    Que serà, serà

  10. #10
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    Zitat Zitat von still waiting
    Sie sagten
    Sie sagten:
    „Die Zeit heilt alle Wunden.“
    Doch sie verrieten nicht,
    dass auch Narben schmerzen können.

    Sie sagten:
    „Irgendwann wirst du vergeben können.“
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    Sie sagten:
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    „Lebe dein Leben!“
    Sie sagten nie wie.

    Ich bin sehr beeindruckt von dem, was du da geschrieben hast!!
    Dankeschön!!

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