1. #1
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    zurück in die Gegenwart

    Heute verlassen meine Tränen deinen Weg
    Mein Jetzt rückt wieder in die Gegenwart
    Das Vergangene bleibt wieder gestern (nicht heute ... )
    Und die Zukunft liegt endlich vor mir
    ... Nebenbei ... wo warst du eigentlich ?
    Als die Wolken aufrissen, und ich die Hand ausstreckte, warst du einfach da

  2. #2
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    72
    Hallo Nachthimmel,

    Der Text thematisiert die emotionale Abkopplung eines Lyr. Ichs vom lyr. Du, dergestalt, als das sich das lyr. ich nicht mehr in einer trauernden Haltung zum lyr. Du befindet. Untermauern lässt sich die Vermutung durch Heranziehung von Vers1. Die Tränen, welche für die emotional, negative Verbindung zum lyr. du stehen, verlassen den Weg desselben. Der „Weg“ steht für das Leben des lyr. Du, von welchem sich das lyr. Ich dann löst.
    Vers2 wirkt, semantisch betrachtet, zunächst unlogisch, da das Jetzt und die Gegenwart zwei identische Dinge sind. Genauer betrachtet ist im Gedicht jedoch von einem personalisierten jetzt die Rede (Mein Jetzt), welches nicht mit der „objektiven“ Gegenwart zu verwechseln ist.
    Dieses „Zurechtrücken“ der persönlichen Chronologie wird auch in den nachfolgenden Versen konsequent fortgeführt. Die personalisierte Vergangenheit kongruiert wieder mit der Objektiven und die Zukunft nimmt wieder ihren chronologisch, natürlichen Platz ein.
    Schlussendlich wird das Gedicht mit einer Frage des lyr. Ich abgeschlossen, welche noch einmal die Loslösung des lyr. Ich vom Lyr. Du bekräftigt. „...Nebenbei... Wo warst du eigentlich?“ – Das klingt wie ein gelöster – ja fast heiterer – „nun bin ich unabhängig von dir“ - Ausruf.

    Formal wirkt der Text wie konventionelle Umgangssprache, wobei auf die Verwendung auffälliger, rhetorischer Figuren verzichtet wird. Ferner wurde auf ein geordnetes Metrum, oder gar die Verwendung von Reimen, verzichtet. Die Verse könnten auch ohne Umbrüche einfach hintereinander weg geschrieben sein und würden dabei keiner Wirkungsvariabilität unterliegen.

    Fazit: Der Text ist inhaltlich relativ einfach zu verstehen und greift ein „herkömmliches“ Thema auf. Formal gibt es keine, abgesehen von den verwendeten Metaphern, „typisch lyrischen“ Aspekte. Der Umgangston lässt das Gedicht in seiner Wirkung „schwächeln“. Der Leser fühlt sich emotional kaum involviert und findet sich in einer gleichgültigen Stimmung wieder.

    Liebe Grüsse
    Georgie

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