1. #1
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    Post Die Legende von Anwynn IV

    Hallo ihr Lieben !
    Nachdem ich eine kleine Pause einlegen musste um mir über den weiteren Verlauf meiner Geschichte noch einmal Gedanken zu machen, habe ich nun den vierten Teil endlich fertiggestellt und hoffe (selbstverständlich) auf eine Menge Kommentare dazu !! *zwinker*

    in diesem Sinne also :

    Die Legende von Anwynn IV

    "Von Osten her drohen Osmanen,
    von Norden die russische Macht.
    Im Westen und Süden die Berge,
    ein Teufel der hämisch uns lacht !

    Verdammt seien diese Hyänen !
    Die Krallen gespitzt, voller Gier,
    erwarten sie lauernd ihr Opfer,
    weit fort von dem eignen Revier.

    Ich seh keinen Weg, keine Lösung,
    so rüstet die steinerne Stadt.
    Ihr Knechte, bereitet die Pferde,
    wir setzten den Gegner Schach-Matt.

    Ruft Fynn, meinen treuen Begleiter,
    berichtet von meinem Entschluss,
    dass er mir mit Worten und Taten,
    zu Ross in den Kampf folgen muss."

    So eilen die Diener und Mägde,
    und rufen die Nachricht umher.
    Zu bringen den Rittern die Kunde,
    das Krieg hier im Lande nun wär.

    Auch Fynn lauscht bald diesem Bestreben,
    von Kämpfen und blutender Macht.
    Er greift nach der schimmernden Klinge
    die ihm von den Boten gebracht.

    Und schreitet gemessenen Schrittes,
    durchs Schloss hin zum lärmenden Saal,
    wo Ritter laut Taten sich brüsten,
    von großer und grausamer Zahl.

    Am Ende der Tafel sitzt thronend
    der König mit rotem Gesicht.
    Der Hofmann hört wie er betonend,
    vom Sieg seiner Heerscharen spricht.

    "Mein Herr," ruft er laut und kniet nieder,
    "Ihr schicktet nach meinem Geleit.
    Versprach ich Euch einst meine Kräfte,
    bin nun ich zu kämpfen bereit.

    Doch bin ich nicht Knecht, noch ein Ritter,
    und käm einem Narren nur gleich,
    gemessen an anderen Männern,
    vor denen in Ehrfurcht ich weich."

    "So sollt ihr mich dennoch begleiten,
    als Wächter und Ratsmann zugleich.
    Wir schlagen die feindlichen Länder,
    mit einem gewaltigen Streich.

    Nun setzt euch zur festlichen Tafel,
    und feiert den kommenden Sieg.
    Josell , komm erfreu unsre Herzen
    und singe ein liebliches Lied."

    So lässt sich der Mann alsbald nieder,
    im Blick nichts als freundlicher Schein,
    er trägt eine glänzende Maske,
    von silbernem Elfengebein.

    So warm scheint der Tochter die Miene,
    doch sieht sie noch mehr als den Trug.
    Den Ton seiner leisen Verbitt’rung,
    vernimmt sie inmitten von Lug.


    Nightinbird
    Geändert von Nightinbird (26.11.2006 um 16:35 Uhr)
    "Mein Schwert , den Schild leg ich nun nieder .
    Den Krieg ... führ ich nie wieder !" (Der Wilde Wald - Tonke Dragd)

  2. #2
    Flamme ist offline Krauseminze, Minze, krause
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    hallo Nightinbird

    oh, das habe ich wohl gestern übersehen - asche über mein haupt
    es hat ja diesmal ausnahmsweise etwas länger gedauert, aber das Werk entschädigt mich - gefällt mir wirklich sehr jetzt geht es also in den Krieg? hm... mal sehen, was du noch so aus der story machst

    mir sind sogar keine(!) Rechtschreibfehler aufgefallen - klasse Leistung

    ein paar gaaaanz kleine stellen stören mich ein wenig an diesem ansonsten schönen Gedicht:

    wir setzten den Gegner Schach-Matt.
    das will mir angesichts der ansonsten fast durchgängigen mittelalterlich gehaltenen Sprache nicht so richtig gefallen. Klar gab es schach auch damals, aber der Ausdruck schach-matt klingt mir irgendwie zu modern und ich glaube nicht, dass ein adliger sich so ausgedrückt hat (diesen Part spricht ja der König).

    Er greift nach dem schmiedernen Eisen,
    das wort schmiedernen gefällt mir nicht wirklich (falls es das überhaupt gibt ). außerdem das Wort eisen... warum nicht Klinge? (es ist ja das Versende, dass sich sowieso nicht reimen muss). mein Vorschlag also:
    Er greift nach der schimmernden Klinge,
    die ihm von dem Boten gebracht


    Doch bin ich nicht Knecht, noch ein Ritter,
    und käm einem Narren nur gleich,
    gemessen an anderen Männern,
    vor denen voll Ehrfurcht ich weich."
    die Strophe gefällt mir sehr. ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber ich würde das voll durch ein in ersetzen - das klingt mir ein wenig gehobener.

    "So sollt ihr mich dennoch begleiten,
    als Wächter und Ratsmann zugleich.
    Wir schlagen die feindlichen Länder,
    in einzigen Streiche zugleich.
    zugleich - zugleich: gleich hast du schon in der Strophe davor angewendet - ein wenig zuviel des Guten
    So sollt ihr mich dennoch begleiten,
    als Wächter und Ratsmann zugleich.
    Wir schlagen die feindlichen Länder
    in einem gewaltigen Streich.

    das wäre mein Vorschlag

    So warm scheint der Tochter die Miene,
    doch sieht sie noch mehr als den Trug.
    Den Funken der leisen Verbitt’rung,
    gewahrt sie inmitten von Lug.
    kleiner Vorschlag: statt gewahrt durchschaut
    die Strophe bringt mich zum Grübeln... Josell durchschaut Fynns Maskerade, den Betrug und erkennt seine Motive? (verbitt'rung?) - wenn dies so ist, verhält sie sich erstaunlich gelassen, denn immerhin plant er ja, ihren Vater zu töten... oder meinst du es so: der König ist angesichts der Übermacht der Feinde verzweifelt, lässt sich aber nichts anmerken, um den Leuten Mut zu machen, doch Josell durchschaut es, lässt sich aber ebenfalls nichts anmerken

    da bin ich mal gespannt, wie es weitergeht
    liebe grüße
    flamme
    edit: oh, ich sehe gerade, dass du an diesem Tag noch ein 2. Gedicht gepostet hast - laut den Grundregeln ist aber nur eins erlaubt... man wird dir zwar sicher nicht den Kopf abreißen (ist ja nur eine Kleinigkeit) - ist nur ein kleiner Hinweis für die Zukunft
    Geändert von Flamme (26.11.2006 um 13:25 Uhr)


    Sag nichts dagegen, gewiß, Du kannst alles widerlegen, aber zum Schluß ist garnichts widerlegt. (F. Kafka - Das Schloß)

  3. #3
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    Hallo Flamme !!
    Ich dank dir sehr für die Analysierung meines Textes und die vielen Vorschläge ! Ich werd selbsterständlich nochmal drübergehen und sie auch sehr berherzigen !!
    Das mit dem zugleich , war mir bereits aufgefallen und ich bin irgendwie auf keine andere Wendung mehr gekommen und hab es stehen gelassen , in der Hoffnung , das ihr noch einen Vorschlag für mich habt !

    Der Funke , den sie inmitten seiner Gleichgültigkeit gewahrt bringt Josell zum Nachdenken ! Sie sieht mehr in ihm . Sie weis noch nicht was es ist , aber sie sieht einen Grund , sie bemerkt das etwas dahinter ist , die Verbitterung spürt sie , aber sie kann nicht sagen woher sie kommt und welchen Ursprung sie hat !

    Ich dank dir sehr für deinen Kommentar und freu mich wenn es dir gefällt !!
    Lieber Gruß ,
    Sylvia

    PS. hab es nun nocheinmal ein bisschen überarbeitet !!
    Geändert von Nightinbird (26.11.2006 um 16:35 Uhr)
    "Mein Schwert , den Schild leg ich nun nieder .
    Den Krieg ... führ ich nie wieder !" (Der Wilde Wald - Tonke Dragd)

  4. #4
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    Hallo nightingbird,

    habe in letzter Zeit immer nur mal so soradisch reingeschaut und ein paar kleine Komments hinterlassen.
    Dabei ist mir leider diese Fortsetzung entgangen

    Auch diesmal ist nciht viel Zeit für eine detailierte Betrachtung.
    Ich stimme daher erstaml im groben Flamme's Vorschlägen zu.
    Vor allem das Schach-Matt stört ein wenig.
    Zudem klang der Inhalt bisher sehr fantasiereich. Durch die Osmanen und "Russen" klingt es etwas historischer. In welche Epoche würdest du die Erzählung denn einfügen? Ich denke, wenn historisch, dann auch etwas genauer.

    Ansonsten aber inhaltlich wieder einmal sehr interessant.

    Bis auf wenige (bereits von Flamme genannte) Ausnahmen, passen auch die Reime wieder schön ins Bild.

    Gespannt wartend auf die Fortsetzung, verbleit

    Garahn
    Blicke zurück, um zu lernen.
    Schaue nach vorn, um zu träumen.
    Halte inne, um zu leben.

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