1. #1
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    Wie Kaleidoskope


    Wie Kaleidoskope


    Wo, wenn nicht in deinen Augen, ist die Zeit,
    die ich einst verlor ob meines Blickes Sehnen?
    Im Sekundentakt durchtränkte es die Tränen
    - gegen deinen Zauber war ich nicht gefeit

    Seelenspiegel zeigen deine Eitelkeit,
    lassen aber mich das Gute in dir wähnen
    Denn sie sprühen trügerische Bildfontänen,
    wie Kaleidoskope, in die Ewigkeit

    Lange hieltst du mich in deinem Prismenbann,
    doch nun fordert auch die Zeit von dir den Preis:
    Deinen Tod verkünden blinder Spiegel Scherben

    Keine Illusion mehr, die mich täuschen kann,
    doch die vielen Jahre bringen den Beweis:
    Selbst im Tod, zerbrochen, bist du mein Verderben


    ___

    Wie Kaleidoskope


    Wo, wenn nicht in deinen Augen, ist die Zeit,
    die ich einst verlor ob meines Blickes Sehnen?
    Im Sekundentakt durchtränkte er die Tränen
    - gegen diesen Zauber war ich nicht gefeit

    Seelenspiegel zeigen deine Eitelkeit,
    lassen aber mich das Gute in dir wähnen
    Denn sie sprühen trügerische Bildfontänen,
    wie Kaleidoskope, in die Ewigkeit

    Lange hieltst du mich in deinem Prismenbann,
    doch nun fordert auch die Zeit von dir den Preis:
    Deine blinden Spiegel zeigen dein Verderben

    Keine Illusion mehr, die mich täuschen kann,
    doch die vielen Jahre machten mich zum Greis:
    Ich erfuhr erst jetzt, ich musste mit dir sterben

    Zur Info: Eitelkeit hat auch die Bedeutung "innere Leere" die ich in diesem Fall auch benutzt habe
    Geändert von Anti Chris. (18.12.2006 um 00:27 Uhr)
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  2. #2
    yaira Guest
    Hallo Chris,

    oh, das feut mich, dass ich hier den Anfang machen kann (außer ich überschneide mich mit jemandem, denn ich glaube, dieser Kommentar wird ein wenig Zeit in Anspruch nehmen...).

    Wo, wenn nicht in deinen Augen, ist die Zeit
    die ich einst verlor ob meines Blickes Sehnen?
    Im Sekundentakt durchtränkte er die Tränen
    - gegen diesen Zauber war ich nicht gefeit
    XxXxXxXxXxX
    XxXxXxXxXxXx (Ich würde hier eigentlich xXxxX am Anfang lesen, aber es lässt sich schon deinem Metrum anpassen)
    XxXxXxXxXxXx
    XxXxXxXxXxX

    Ich habe in deieser Strophe gleich ein paar Verständnisprobleme: Er düurchtränkt die Tränen. Mit er muss "mein Blick" gemeint sein. Dieses Bild ist mir zwar etwas schleierhaft, aber ich lasse es mir gerne erklären *g*. Seltsam wird es dann in V4: Was ist das für ein Zauber? Ist der Zauber, dass die Tränen vom Blick durchtränkt werden? ich bin hier ein wenig ratlos...
    Ach ja, es fehlt ein Komma hinter Zeit (zumindest das erkenne ich )

    Seelenspiegel zeigen deine Eitelkeit,
    lassen aber mich an Gutes in dir wähnen
    Denn sie sprühen trügerische Bildfontänen,
    wie Kaleidoskope, in die Ewigkeit
    XxXxXxXxXxX
    XxXxXxXxXxXx
    XxXxXxXxXxXx
    XxXxXxXxXxX

    Ich mag die Bilder dieser Strophe sehr. Sie tragen zwar ganz schön dick auf, sind aber nett. Wenn allerings die "innere Leere" gezeigt wird (V1), wie kann der Seelenspiegel dann gleichzeitig Trugbilder zeigen (V3) ?
    ich glaube, die Konstruktion um das Verb "wähnen" ist nicht ganz richtig. das "an" kommt mir falsch vor. Vll. kann da ja jemand noch etwas dazu sagen??

    Lange hieltst du mich in deinem Prismenbann
    doch nun fordert auch die Zeit von dir den Preis:
    Deine blinden Spiegel zeigen dein Verderben

    Keine Illusion mehr, die mich täuschen kann,
    doch die vielen Jahre machten mich zum Greis:
    Ich erfuhr erst jetzt, ich musste mit dir sterben
    XxXxXxXxXxX
    XxXxXxXxXxX
    XxXxXxXxXxXx

    XxXxXxXxXxX
    XxXxXxXxXxX
    XxXxXxXxXxXx

    Die Interpunktion scheint mir in dieser Strophe noch nicht vollständig.
    Das LI hat sich sehr lange von der Fassade des LD täuschen lassen. So lange, bis das LD zu als oder schwach wurde, und sie nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Doch scheinbar kam diese Erkenntnis zu spät.

    Insgesamt finde ich dein Sonett schön und interessant. Der letzte Schliff fehlt aber noch in meinen Augen.

    Viele Grüße
    yaira

  3. #3
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    Hallo yaira

    Ich danke dir für deine Kritik,

    ich werde mal versuchen die Unklarheiten zu beseitigen

    Ich habe in deieser Strophe gleich ein paar Verständnisprobleme: Er düurchtränkt die Tränen. Mit er muss "mein Blick" gemeint sein. Dieses Bild ist mir zwar etwas schleierhaft, aber ich lasse es mir gerne erklären *g*. Seltsam wird es dann in V4: Was ist das für ein Zauber? Ist der Zauber, dass die Tränen vom Blick durchtränkt werden? ich bin hier ein wenig ratlos...
    Ach ja, es fehlt ein Komma hinter Zeit (zumindest das erkenne ich )
    Ja ganz genau es ist der sehnsuchtsvolle Blick gemeint. Dieser tränkt die Tränen, also die tränen sind voll Sehnsucht, auf deutsch: Das LI weint aus Sehnsucht^^
    Mit dem Zauber sind die Augen des LD gemeint, die das LI in seinen Bann ziehen.
    Das Koma werde ich sofort hinzufügen, danke

    Ich mag die Bilder dieser Strophe sehr. Sie tragen zwar ganz schön dick auf, sind aber nett. Wenn allerings die "innere Leere" gezeigt wird (V1), wie kann der Seelenspiegel dann gleichzeitig Trugbilder zeigen (V3) ?
    ich glaube, die Konstruktion um das Verb "wähnen" ist nicht ganz richtig. das "an" kommt mir falsch vor. Vll. kann da ja jemand noch etwas dazu sagen??
    Die Seelenspiegel zeigen ja nur dem LI diese Trugbilder, es sieht die Innere Leere gar nicht, weil es eben von den Trugbildern geblendet ist.
    Ja, bei wähnen hab ich auch ein komisches Gefühl gehabt, ist es vielleicht richtiger wenn ich schriebe: "lassen aber mich das Gute in dir wähnen" ?

    Die Interpunktion scheint mir in dieser Strophe noch nicht vollständig.
    Hmm...was fehlt denn? Also Kommas sind denke ich genug da^^...und Punkte mache ich in Gedichten nie


    Also, danke für dein Interesse und fürs Lesen


    LG Chris
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  4. #4
    yaira Guest
    Hallo Chris,

    danke für deine Erklärungen.
    Der Bezug von Zauber zurück auf die Tränen ist mir persönlich etwas zu weit weg wegen der Blickmetaphorik dazwischen, aber das ist wohl nur ein sehr subjektiver Eindruck.

    Ja, bei wähnen hab ich auch ein komisches Gefühl gehabt, ist es vielleicht richtiger wenn ich schriebe: "lassen aber mich das Gute in dir wähnen" ?
    ja, ich denke, das ist richtig.

    Hmm...was fehlt denn? Also Kommas sind denke ich genug da^^...und Punkte mache ich in Gedichten nie
    Stimmt, kein einziger Punkt... da mir das kaum aufgefallen ist, sind sie wochl auch nicht nötig. Ich würde aber noch ein Komma hinter "doch" setzen.

    Grüße
    y

  5. #5
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    Okay, überredet. Hab noch ein Komma gesetzt, dankeschön, und die Sache mit wähnen ändere ich dann auch um.


    Schönen Abend noch,

    LG Chris
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