Ich glaub wir sind sehr eng verbunden,
vermögens oft uns zu verstehn.
Wir ähneln uns in Wesen, Zügen.
Das kann ich fühlen als auch sehn.

Doch manchmal mach ich mich verrückt,
ob wir dir genug bieten,
dich geistig oder materiell auch ausreichend begüten.

Dann kauf ich womit andre Kinder sich stilvoll ihre Zeit vertreiben,
bewogen vom geschürten Wahn,
dass du den neusten Tütelkram
auf keinen Fall verpassen kannst.
Wirst doch modern erzogen.

Darauf schaust du mich skeptisch an,
spielst steif, mir zu genügen.
Ich denk verletzt darüber nach,
was hab ich denn nur falsch gemacht
und keiner ist zufrieden.

Dies Spiel das wiederholte sich,
so sinnlos als auch ärgerlich.
Bis ich durch diesen Traum begriff:

Ich sah uns stehn auf langer Flur mit Abstand gegenüber.
Die Unverständnis beiderseits schwebt nebelartig nieder,
stellt sich als Wolke zwischen uns,
versperrt die Sicht nach drüben.
Streck meine Arme aus nach Dir.
Ich sehe und ich hör dich nicht.
Bist unerreicht geblieben.

Am Rand der Wolke tanzt du nun
mit einer ältren Dame.
Verständnis zeichnet deren Blick.
Du lachst beglückt, schwebst mit ihr mit,
berührt sanft eure Arme.

Ihr winkt mir zu, ulkt wild herum,
lernt, spielt, ruht seelig aus.
Es ist so schön mit anzusehn,
schon immer ist das so gewesen,
wie Kind und Oma sich verstehn,
sich einig sanft im Kreise drehn.

Ihr steuert beide auf mich zu.
Du schenkst mir eine Blume.
Die Oma lobt dich ganz verzückt,
weil du so viel erlernen willst,
bist lieb und fantasievoll.

Völlig entspannt erwachte ich aus diesem Traum.
Befreit vom Zwang mich ständig selber zu befragen,
was ich als nächstes bieten kann.
Hab doch beim Trämen schon erkannt,
dass dich ganz andre Dinge weitaus mehr zufrieden machen.
Für die Erfahrung empfind ich tiefen Dank.

Du kleiner Mensch beeindruckst doch,
so liebevoll und hilfsbereit,
mehr als durch Trend und Zeitzensur,
durch eigene Persönlichkeit.