Thema: Befreiung

  1. #1
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    Befreiung

    Wind
    pfeift über die Gerippe
    der Anderen.
    Stacheldraht kann die
    Wahrheit nicht mehr
    aufhalten.

    Lügen
    bleiben im Morast stecken.
    Der Rauch der Schornsteine
    hat sich verzogen.
    Ruß auf den Dächern
    bleibt.

  2. #2
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    puh... wenn die hoffnung stirbt!!! so fühlt sich dein werk an. sehr gern gelesen, aber ungern gefühlt. bekommst ne eins mit sternchen
    lieben gruss
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  3. #3
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    hallo heimliche feder,
    danke dir. ich habe auch das elend beim schreiben gefühlt, es ist ja eigentlich eine positive situation, aber das rundherum ist einfach zu negativ.
    al cori

  4. #4
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    Hallo cori!

    Ein kleines, aber schwergewichtiges Dings hast Du uns da praesentiert.
    Prosa ist nicht mein Metier, daher kann ich zum Formalen nix sagen.

    Zum Inhalt:
    Es geht um eines der schwaerzesten Kapitel der Geschichte, um ein Konzentrationslager.

    Die Gerippe der zu Tode gekommenen Menschen, der Stacheldraht, die Wahrheit, die sich nicht mehr verschleiern laesst...
    Das war wohl das Bild, dass sich den Alliierten dargeboten hat, die sich Zutritt zu diesen Lagern verschafft haben.

    Luegen, die im Morast steckenbleiben...
    hier denke ich an die letzte Phase dieses unseligen Krieges, die deutschen Soldaten in Russland, der Winter, der Morast...das Ende.

    Rauch der Schornsteine...
    diese Lager sind stillgelegt, die Verbrennungsoefen erkaltet, die Verantwortlichen sind laengst weg.

    Russ auf den Daechern bleibt...
    erstmal im woertlichen Sinne, da sich, Berichten zufolge, kilometerweit rund um diese KZ eine dicke, fettige Russschicht ueber alles gelegt hatte, die sich grundlegend von normalem Russ unterschied.

    Und nun die Kernaussage vom ganzen Gedicht, der sprichwoertliche Russ, die Schande darueber, wozu Menschen imstande sind.
    Dass dieser 'Russ' nie vergessen wird, das sollte wohl im Sinne jedes normal empfindenden und denkenden Menschen sein.

    Ein beklemmendes Werk, das in mir die Erinnerungen an das KZ Mauthausen, das ganz in der Naehe meiner Heimatstadt ist und welches ich einige mal besucht habe, sehr deutlich wachgerufen hat.

    Liebe cori, Du hast zum Nachdenken angeregt hier, ein grosses Lob dafuer.

    Es gruesst
    Lailany
    Geändert von Lailany (27.11.2006 um 10:49 Uhr)

  5. #5
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    hallo meine liebe!
    besser hätte ich meine gedanken nicht beschreiben können. der ruß bleibt auf den dächern kleben---- lange zeit danach noch. ja, was soll ich zu deiner erörterung noch sagen? danke, vielen dank.

    @heimliche feder noch: was hast du eigentlich in dem werk gesehen? (vorhin war ich zu müde um es zu erkennen...?)
    Geändert von Waldgiraffe (27.11.2006 um 10:39 Uhr)

  6. #6
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    Liebe Cori,
    ein Gedicht, das wie ein schwerer Stein langsam in morastigen Grund versinkt. Inhaltlich bereits interpretiert, brauche ich da nichts mehr hinzu zu fügen. Ein beeindruckendes, tief berührendes Werk!
    Herzliche Grüße nach Österreich!
    heinzi

  7. #7
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    lieber heinzi,
    danke dir, das ist ja wirklich sehr lieb von dir und es ehrt mich, dass es dir gefällt.
    al cori

  8. #8
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    Hallo cori,

    deine Texte werden immer besser.
    Eine wunderbar treffende Interpretation hat Lailany schon gemacht, der ich mich einfach mal anschliesse.
    Bei ersten Lesen kam mir auch sofort das KZ (ich kenne die Buchenwald-Gedenkstätte) in den Sinn.

    Du hast das ausgezeichent mit eindringlichen Worten beschrieben.
    Gut gemacht.

    Lieben Gruss,
    Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


    ~WÖRTERWUNDERTÜTE~

    Werkeverzeichnis (unvollständig - ruft nach Aktualisierung): Katzenspuren

    ©
    auf alle meine Texte!

  9. #9
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    liebes katzi,
    danke dir. irgendwann wird auch das wort "texte" aus deinen kommentaren wegfallen und dann hüpf ich in die luft vor freude. grins. ich denke, übung macht den meister.
    viele bussis cori

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