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Thema: reizlos

  1. #1
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    reizlos

    reizlos

    Es zieht ein monotoner Klang,
    durch schwarz getränktes Morgenlicht.
    Das Sonnenfeuer wärmt mich nicht,
    in leerer Hülle liegt mein Geist.

    Mein Herz fühlt Gram, fühlt sich vereist,
    wo ist das lächelnde Gesicht,
    das aus Erinnerungen spricht,
    ich fühl, wie Sehnsucht in mir steigt.

    Fühl mich dem Neuen zugeneigt.
    Der Freiheit nah und fern der Pflicht,
    die grob in meinen Rücken sticht,
    mich fesselt hier an diesem Ort.

    Will von den rostend’ Ketten fort,
    der Einheit und dem Unterricht,
    er hemmt, verbaut die eigne Sicht,
    Erfahrung bleibt durch ihn verwehrt.

    So wart ich hier- satt und genährt,
    vom Wissen, das man fast erbricht.
    In Träume leg ich mein Gewicht,
    und hoff es reicht zum Fliegen.

    liebe Grüße
    Geändert von Infinity (30.11.2006 um 17:06 Uhr)
    "Zeit die wir uns nehmen, ist Zeit die uns etwas gibt" (Ernst Ferstl)

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  2. #2
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    huhu infinity
    also das ist wirklich toll geworden
    ein dickes kompliment von mir
    es liest sich wunderschön und das reimschema gefällt mir sehr gut.
    auch der inhalt ist schön und wirklich klasse umgesetzt.

    sehr gern gelesen

    liebe grüße
    rose
    Zum Schwarzen Rosengarten (Werkeverzeichnis)


    frisch aus meiner Feder Seelenbrand im Stundenschlaf, Göttertanz, Seelenduett,
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben
    Hermann Hesse

    *schwarzeRose*

  3. #3
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    Hey du ,

    Es zieht ein monotoner Klang,
    durch schwarz getränktes Morgenlicht.
    Das Sonnenfeuer wärmt mich nicht,
    in leerer Hülle liegt mein Geist.
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    die strophe gefällt mir.
    die männlichen kadenzen sind passend.

    Mein Herz fühlt Gram, fühlt sich vereist,
    wo ist das lächelnde Gesicht,
    das aus Erinnerungen spricht,
    ich fühl die Sehnsucht in mir steigt.
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    in der letzten zeile hier ein "wie" statt "die".

    Fühl mich dem Neuen zugeneigt. <- hier würde ich ein Komma am Schluss setzen
    Der Freiheit nah und fern der Pflicht,
    die grob in meinen Rücken sticht,
    mich fesselt hier an diesem Ort.
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX

    Will von den rostend’ Ketten fort,
    der Einheit und dem Unterricht,
    er hemmt, verbaut die eigne Sicht,
    Erfahrung bleibt durch ihn verwehrt.
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX

    So wart ich hier- satt und genährt,
    vom Wissen, das man fast erbricht.
    In Träume leg ich mein Gewicht,
    und hoff es reicht zum Fliegen.
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXx
    toller schluss! und auch die Zeile 2 gefällt mir hier.

    "reizlos"
    wieso schreibst du eigentlich den titel klein?
    dein gedicht enthält wut, oder?
    ich les hier von einem menschen, dem es schlecht geht.
    einem schüler oder so, würd ich jetzt vermuten.
    aber bleibt diesem wirklich erfahrung verwehrt? ich glaube nicht.
    was mir sofort auffällt, du hast einen paarreim benutzt, ob der hier passend ist. hätt lieber den kreuzreim verwendet, bei einem solchen thema.
    außerdem dann die starke zusammengehörigkeit durch die gliederung zerstört.
    was ich für keine schlechte idee halte.
    warum ist das gedicht in hoffnung und fröhliches?
    ich seh keine hoffnung mehr.
    sehr gerne gelesen.

    auf ein baldiges
    liebe grüße
    Onkie

  4. #4
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    Hallo infinity,

    dein Gedicht gefällt mir gut.
    Ich finde es besonders interessant, dass sich das LI offensichtlich sehr bewusst ist, dass es in seiner jetzigen Situation abgesichert (gut genährt) ist. Es besteht zwar der Wunsch auszubrechen, jedoch bleibt alles ein Traum. Das LI ist sich nicht einmal sicher, ob es wirklich einmal mit der aktuellen Umwelt brechen wird (und hoff es reicht zum Fliegen). Das LI ist ein typischer (Tag-)Träumer. Die gesellschaftlichen Ketten sind nicht so fest (sie rosten ja schon), um das LI wirklich festhalten zu können, WENN es denn ausbrechen wollte!

    Der Ausklang des letzten Verses ist sehr schön gemacht (...Xx im Vergleich zum vorherigen Schema) und lässt das Ende daher in gewisser Weise "offen".

    Beim folgenden Vers stimme ich aber mit dem bereits offengelegten Metrum nicht ganz überein:
    So wart ich hier- satt und genährt,
    "satt" erlangt aufgrund seiner Bedeutung in diesem Vers automatisch eine betonte Aussprache (bei mir persönlich). Daher passt zwar der - hinein (Pause zwischen den beiden Hebungen), allerdings ergibt sich dann bei mir für den Rest: XxxX.
    Die Betonung xXxXxXxX erforderte bei mir schon häufigeres lesen (was bei diesem Gedicht auch Spaß gemacht hat ). Insgesamt finde ich die Umsetzung des Metrums hier aber nicht einwandfrei.

    Bei "ich fühl die Sehnsucht in mir steigt." würde ich zudem ein Komma einfügen: Ich fühl, (wie) die Sehnsucht in mir steigt.

    Dennoch gerne gelesen. Daumen hoch.

    Gruß

    Garahn
    Blicke zurück, um zu lernen.
    Schaue nach vorn, um zu träumen.
    Halte inne, um zu leben.

  5. #5
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    Da melde ich mich doch gern einmal selbst zu Wort. Schön, dass ihr auf mein Gedicht geantwortet habt. Verzeiht mir, dass ich erst jetzt antworte, aber momentan hab ich einfach zu wenig Zeit für alles *seufz*. Aber nun einmal mein Echo zurück

    Liebe Rose: Danke dir, für deine so positiven Worte. Ich hätt nicht gedacht, dass mein Gedicht doch so gefällt. Umso mehr hab ich mich über deinen Kommentar gefreut

    Lieber Onkie: Schön von dir zu lesen Danke, dass du dir die Mühe mit dem X-en gemacht hast. Ich selbst kann es leider nicht so gut, auch wenn ich mir mal wünschen würde, es endlich hinzukriegen.
    Zum Titel... ja, eigentlich ist die Großschreibung in einem Titel gebräuchlicher. Ich selbst habe aber dem Wort "reizlos" mehr Monotonie verleihen wollen und schrieb den Titel daher klein... ob mir mein Versuch geglückt ist... hmm... ich werds jedenfalls so stehen lassen denn es war bewusst gewählt und ich find's noch immer passend.
    Was die Wut angeht... ja, in gewisser Weise ist es Wut. Eher aber auch dieses Unwohlsein, Demotivierung... vielleicht ein bisschen Melancholie, Traurigkeit und Wehmut. Vielleicht kommt auch alles zusammen. Aber natürlich hast du Recht, dass es dem LyrIch nicht so geht, wie es sich es wünschen würde.
    Dass es sich um einen Schüler handelt liegt nahe. Hier ist es auch tatsächlich so gemeint, denn ich selbst habe hier einmal meine Gedanken verdichtet. Die Erfahrung die ich meine, bezieht sich nicht auf irgendwelche Erfahrungen aus dem Schulleben, dem Schulstoff oder dem alltäglichen Leben, wie es ein Schüler lebt, der noch daheim wohnt... nein, es handelt sich hier um die Erfahrungen, die man benötigt um in der großen Welt da draußen sich zurecht zu finden. Von den Banalitäten des Wäschewaschens und eigenen Haushalt -führens bis hin zum Klären von Geldangelegenheiten oder dem Besuch beim Arbeitsamt, Zahnarzt oder der eigenen Bank.
    Das mag komisch klingen, aber letztendlich lernt man all diese Dinge nicht im Unterricht und die Sicherheit, gibt einem auch kein großes Allgemeinwissen sondern lediglich die Erfahrung, die man bereits gesammelt hat. So ist das zu verstehen.
    Was Paarreim und Gliederung angeht... ich wollte einmal gern etwas anderes als den Kreuzreim verwenden, denn ich nehme ihn sehr häufig in Anspruch und wollte einmal sehen, ob ein Paarreim tatsächlich nur für humoristische Werke geeignet ist Ich bin mit meinem Ergebnis selbst eigentlich sehr zufrieden.
    Nun auch noch die Frage Hoffnung oder Trauriges? Eigentlich passt es eher ins Traurige. Aber im Gegensatz zu dir, habe ich noch einen Hoffnungsschimmer. Die Sehnsucht treibt das LyrIch weiter voran, die Hoffnung auf eine Änderung der Situation, dass es irgendwann mal weiter voran geht, man frei ist... "und HOFF es reicht zum Fliegen".... die Zeile allein war es mir wert, das Gedicht in diese Rubrik zu schieben.
    Danke dir für deine Mühe und deinen Kommentar. Wir lesen uns

    Lieber Garahn: Auch dir danke ich für deine überraschend positiven Worte ich war mir eigentlich fast sicher, dass nun doch der negative Kommentar folgen würde. Schön, dass ich mich getäuscht habe.
    Deine Interpretation hat mich sehr gefreut, denn sie stimmt mit meinen Gedanken weitgehend überein besonders deine Ideen zum "genährten Zustand", die ich zuerst nur auf das Wissen bezogen habe... doch nun wie du es selbst sagst auch in einen neuen Zusammenhang bringen kann, der mich sehr anspricht. Auch was du zu dieser Zeile sagst klingt einleuchtend. Ich werde noch einmal über eine kleine Änderung nachdenken, dem Metrum wegen (ich hoffe ich krieg's hin )
    Was die Zeile mit dem Komma angeht... hab ich gern übernommen... ebenso wie das "wie"... es gefiel mir besser... danke dir dafür. Schön, wenn dirmein Gedicht trotz "kleiner Schönheitsfehler" gefallen konnte. Bis dann


    Wir lesen uns.
    liebe Grüße
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  6. #6
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    Hallo liebe Teefee,

    kennst du das Buch "Unterm Rad" von Herman Hesse?


    Es ist das einzige Buch dessen Bedeutung ich bis heute in mir trage.

    "Wissen ist Macht!"

    Ein weiser Spruch und doch nur oberflächlich, eben zeitabhängig.
    Was nützt einem Wissen, wenn man selbst nichts Neues hinzufügen kann?
    Wenn einen Bücher erschlagen, Worte abschnüren und Gedanken nicht einschlafen lassen.

    Wo liegt der Reiz bei der Sache, wo das Ende?

    Ich selbst bin ein naiver Mensch, stelle mich nur ungern vor den Vorhang des Lebens. Manchmal bin ich über Theoretisches mehr erfreut als über die bevorstehende Praxis. Aber das Leben besteht eben aus Reaktionen, Ströme, nicht nur aus Feststellungen, trockenen Fakten.

    Manchmal muss man einfach an einem heißen Tag in einen kühlenden See springen, selbst wenn man keine Badehose hat oder überhaupt weis ob man es darf.

    Liniar ist gar nichts was atmet.
    Wissenschaft ist eben = Wissen schafft
    und nicht nur Wissensstand.

    Hat mir gefallen, mal ein anderer Stil denn du genutzt hast.
    Eindringlich, einleuchtend, ein durchdachter Teegenuss.


    Ganz liebe Grüße f.D.
    In die Massen zu schreien, ist wie in der Stille zu schweigen.
    Neuste Texte:
    Hörbares-Lied: Rote Lippen

    Mein Werkeverzeichnis:
    Die Lyrikwelt des richtig Falschen

    Lesetipp:

  7. #7
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    Lieber Denker,

    danke dass du dich hier blicken lässt. Es freut mich sehr, dass dich dieses Gedicht anspricht.

    Das Buch von dem du erzählst, kenne ich nicht aber wohl den Spruch "Wissen ist Macht"... (den ich im Übrigen als sehr wahr empfinde... aber wie du es sagst, zeitabhängig, situationsabhängig)

    Wie du es schreibst gebe ich dir natürlich Recht. Ebenso traurig ist es aber auch, sein Wissen, dass man erlernt nie bzw. noch nicht praktisch anwenden zu können. Es gibt Dinge, die stehen in keinem Buch... und gerade die sind die Wichtigsten. Ich bin Schülerin, lebe in einem kleinen Nest und besuche eine (wahrscheinlich) ebenso kleine Schule... hier ist das Leben geregelt und sicher... aber gerade das, machst die ganze Sache schrecklich. Man lebt, aber erlebt nicht. Alles Wissen, bekommt man engetrichtert wie eine dicke Mastgans... bis man nicht mehr kann. Die Zeit die ich zum lernen opfere könnte ich soviel besser investieren, und was gerlehrt wird, empfinde ich größten Teils als unwichtig... zumindest für mich. Ich darf, auch wenn ich mir über mein späteres Berufsleben noch nichts allzu klar bin, nicht entscheiden, was ich für später benötige... dafür liegen die Ketten viel zu eng. Ich lerne so weit gefächert, dass ich mir mit dem vielen Wissen das Wissen, was ich eigentlich benötige, verbaue... denn ich kann nicht alles in mich aufsaugen. Irgendwann fahren dei Antennen ein, der Mund wird zu trocken und schreit nach Wasser...

    Dann ist der Sprung in den kühlen See wahrscheinlich das Beste... das ist er wahrscheinlich immer

    Danke dir Denkerlein.

    liebe Grüße
    "Zeit die wir uns nehmen, ist Zeit die uns etwas gibt" (Ernst Ferstl)

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  8. #8
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    Hallo Infinity,

    auch ich möchte meine Hochachtung vor diesem Werk zum Ausdruck bringen - ach, wie geschwollen klingt denn das? - also, super geworden!

    Vor allem das Handwerkliche ist dir wirklich ganz ausgezeichnet gelungen und dass du da mit Witz sehr inspiriert zu Werke gehst, ist mir schon des Öfteren aufgefallen. Immer wieder ein Genuss, wenn jemand mit der Sprache so gut umgehen kann wie du.

    Ein klitzekleines metrisches Problem habe ich in der letzten Strophe, erste Zeile, da sich mein Sprachgefühl dagegen verwehrt, "satt" unbetont auszusprechen. Aber das fällt nicht groß ins Gewicht, denn natürlich kann man dieses Wort auch unbetont aussprechen, v.a. da man zu diesem Zeitpunkt schon im Rhythmus drinnen sein sollte. Ich kann's halt nicht ...

    Aber noch einmal: Ein wirklich tolles Gedicht, das dir da gelungen ist. Vielen Dank für diese Bereicherung des Forums!

    Viele Grüße

    Thomas
    "Man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben fähig ist."
    Jorge Luis Borges


    Mein Wiedereinstiegsgedicht nach all der Zeit: So ist mein Herz ein dunkler Teich

    Meine Werke und meine Empfehlungen.

    Freiwillige Selbstverpflichtung 3:1

    Und hier noch auf Wunsch von Nachteule etwas von ihm (als Dank für die Hilfe im Mod-Faden): Nachteule

  9. #9
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    Lieber Thomas,

    Oh welch Worte, welch Worte... "Hochachtung", "super", "Bereicherung des Forums"... puhh da komm ich ja aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Es freut mich natürlich ungemein, dass mein Gedicht eine solche Wirkung erzielt... gerechnet, hätte ich damit aber bestimmt nicht.

    Was das "satt" betrifft... ja da magst du ganz recht haben, es springt ein wenig aus dem Metrum... daher auch mein (wie nenn ich ihn am Besten) Bindestrich, der als minimale Verschnaufpause gedacht war, sodass man gerade dieses Wort betont aussprechen darf... ich weiß nicht, ob er seine Wirkung erzielt hat, wohl leider nicht ganz doch ich denke, diese kleine metrische Unreinheit ist es nicht mehr Wert ausgebessert zu werden... dafür ist auch schon zuviel Zeit verstrichen.

    Liebsten dank in jedem Fall für deinen Kommentar.
    Da freut man sich immer wieder wie ein Honigkuchenpferd

    liebe Grüße
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  10. #10
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    reizlos

    Liebe Infinity,
    der Denker hat einige wichtige Denkanstöße gegeben.
    Dein Gedicht spricht sehr eindringlich, nicht aufdringlich. Und doch sind es nur Worte. Beim Lesen möchte man direkt mithelfen, die Ketten ansägen, die Knoten öffnen - so klar kommen die Bilder 'rüber.
    Ein sehr schönes Gedicht. Dem lyr.Ich wünsche ich für nur eine Weile den Aufenthalt in Träumen und danach nichts wie heran an die Verkettungen.
    Liebe Grüße
    Dana
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

    - Ich bin umgezogen. Meine neue Zuhause-Seite ist in meinem Profil zu finden -

  11. #11
    Tessa Guest
    Liebe Infinity,

    erst einmal ein Lob an das Reimschema, gefällt mir gut.
    Du hast hier ein Thema, sich von "Ketten" und "Pflichten" zu lösen, gekonnt umgesetzt, kann auch nur dem Kommentar vom Denker beipflichten.

    Auch das LI wird den Sprung ins Wasser wagen, viell.nicht heute, aber eines Tages ganz sicher, viel zu wütend klingt der Ruf.

    Wenn sich das LI im Kreis dreht, die Sehsucht nach Ferne und Erleben wächst und in den Vordergrund dringt, dann, ja dann, werden Ketten auch ohne Schlüssel geöffnet, viell.sogar gesprengt und die Knoten werden der Freiheit und dem Leben weichen müssen.

    Wirklich gern gelesen, wünschte dem LI so gern das passende LD und es fühlt sich an, als würde das LI eines Tages auf die Suche gehen, nach Freiheit, Eigenständigkeit und Liebe.

    Ganz liebe Grüße,
    Tessa

  12. #12
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    Liebe Tessa, liebe Dana

    Eure Worte tragen Hoffnung. Sie zeigen mir mal wieder, dass mein Gedicht doch in der richtigen Rubrik gelandet ist...

    Die Ketten eines Tages lösen, den Sprung ins Wasser wagen... ja ich hoffe wie ihr, dass das LyrIch diesen Schritt eines Tages gehen kann... doch bis dahin bleiben jegliche Gedanken an ein "danach" nur ein Traum, der die Sehnsucht weckt.

    danke euch zweien.

    liebe grüße
    infinity
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  13. #13
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    Liebe Infinity,

    möchte es nicht versäumen, mich der langen Schlange unter diesem feinen Gedicht, mit Komplimenten zu Aufbau, Aussage und Form anzuschließen, zumal ich deinem LI nur allzugut nachempfinden kann, denn auch ich wuchs in tiefster Provinz auf, durchlief dort sämtliche Schulen und träumte immer vom Ausbruch aus dieser spießigen Monotonie, las viel über ferne Kulturen und Kontinente und was geschah? Kaum hatte ich fertig studiert, folgten 15 Jahre Berufsleben in zehn Ländern auf vier Kontinenten, was meine jugendliche Sehnsucht nach Ferne und Weite fast überkompensierte.

    Also, was will ich damit sagen, je intensiver wir von der Zukunft träumen, sie regelrecht visualisieren, desto wahrscheinlicher werden die Bilder eines Tage real.

    Könnte jetzt ganze Referate zum Thema "Verfehlte Bildungskonzepte" oder auch "Lehramtsmissverständnisse" schreiben, weil ich davon überzeugt bin, dass unser Schulsystem ein durch und durch krankes ist, zumindest erschreckend suboptimal.

    Dein gewähltes Reimschema finde auch ich auch recht originell und stört für meine Begriffe den Transport des Themas überhaupt nicht.

    Habe dein Werk sehr gerne gelesen und mich an vieles dabei erinnert, was schon lange Zeit zurück liegt.

    Liebe Grüße
    crux

  14. #14
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    21
    etwas reimgeil und daher sprachlich wirklich sehr sauber und rhythmisch leserlich. Doch manchmal hat man das Gefühl, andere Wörter wären inhaltlich gesehen passender, dann würde halt der Reim nicht mehr hinhauen.

    Und der Schluss ist Kitsch.

  15. #15
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    49
    Hallo

    Hat mir sehr gut gefallen.
    Geht auch Gefühlsmäßig sehr Nah.

    Danke und Alles Gute.

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