1. #1
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    Die Gottesanbeterin

    Aus dem leisen Dudukspiel entronnen
    Schleier, die sich wie samte Wachgestalten,
    Über halbschlafgewordnem Schatten halten,
    Und wünschten, sie könnten diese Sonnen,
    Wie Hände hell um ihr Gebete falten.

    Ein schweres Jadetuch mit Öl behängt
    Zeichen, an den Armen ohnegleichen,
    Die Stund um Stund ein Flehen verbleichen,
    Welches sie unbewusst im Traum ertränkt,
    Und nicht sieht, das sie ihr stets hinreichen,
    Ein anderes Entsagen: Das Weichen,
    Von einem Ort, den Gott, nur sie nicht schenkt.






    Guten Abend an das Gedichteforum
    Zebulon
    Geändert von Zebulon (30.11.2006 um 01:07 Uhr)

  2. #2
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    Ich weiß nicht wie vertraut dir das verixen ist. Von daher einfach mal die Erklärung vorweg.

    x = unbetonte Silbe
    X = betonte Silbe

    Aus dem leisen Dudukspiel entronnen
    Schleier, die sich wie samte Wachgestalten,
    Über halbschlafgewordnem Schatten halten,
    Und wünschten, sie könnten diese Sonnen,
    Wie Hände hell um ihr Gebete falten.

    XxXxXxXxXx
    Xx,xXxXxXxXx
    XxxXxXxXxXx
    xXxxXxXxXx
    xXxXxXxXxXx

    Ein paar metrische Holperer haben sich eingeschlichen. Vor allem solltest du drauf achten, dass die Verse entweder alle betont, oder alle unbetont beginnen. Die Reime sind dafür aber gut, gefallen mir.
    Zum Inhalt. Ich glaube eine Duduk ist eine Art Oboe aus dem armenischen Raum?! Ein wenig ratlos bin ich bezüglich der Sonnen, da du sie mit "diese" doch sehr explizit benennst. Da frage ich mich nur. Mit welchen?

    Ein schweres Jadetuch mit Öl behängt
    Zeichen, an den Armen ohnegleichen,
    Die Stund um Stund ein Flehen verbleichen,
    Welches sie unbewusst im Traum ertränkt,
    Und nicht sieht, das sie ihr stets hinreichen,
    Ein anderes Entsagen: Das Weichen,
    Von einem Ort, den Gott, nur sie nicht schenkt.

    xXxXxXxXxX
    Xx,XxXxXxXx
    xXxXxXxxXx
    XxxXxXxXxX
    xXxxXxXxXx
    xXxXxXxxXx
    xXxXxXxXxX

    Auch hier die Metrik ein wenig mit Durchhängern. Hier frage ich mich, weshalb wechselt du das Reimschema? Zudem will sich der Inhalt mir nicht ganz erschließen. Vielleicht auch, weil ich mit Gottesanbeterin wohl zu sehr auf das Tier assoziiert bin und da wohl ein wenig falsch liege.

    Nun, entweder ich hab einfach den Schlüssel nicht so recht gefunden und setze falsch an, oder ich bin zu müde, oder das Gedicht arbeitet an einigen Stellen mit zu vielen Metaphern (für mich). Auf jedenfalls kann ich dir erstmal nur mit der kleinen Analyse bezüglich der Metrik dienen. Für den Rest warte ich mal auf nen Tipp deinerseits und hoffe, dass der Funke dann entfacht wird.

    Gruß,
    Flo
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  3. #3
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    Gottesanbeterin

    Hallo Zebulon,

    bei deinem Titel dachte ich an dieses Insekt, die Fangschreckenart.
    Nun kannst du ja auch eine einfache Frau gemeint haben können, die eben einfach nur GOTT anbetet.

    Ich bin mir sicher, dass du in deinen Text eine tiefere Bedeutung hineingelegt hast,
    die ich aber nicht erkenne, vielleicht magst du ja auflösen.

    Lieben Gruß,
    Katzi
    Geändert von Chavali (04.12.2006 um 12:20 Uhr) Grund: Schreibfehler
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


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  4. #4
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    @ endissimo
    Hab mir deine Bewertung zu Herzen genommen und mal etwas abgeändert.
    Ich hab die "erste" Strophe in Trochäen gemacht, unabhängig des abbab-Reims.
    In der zweiten Strophe hab ich die einen Reime betont und die anderen zusammengehörigen Reime unbetont am Anfang gemacht. Macht sich besser mit den Zeilensprüngen, da ich denk so kommt mehr Dramatik auf.

    DANKE für die Kritik.


    Die Gottesanbeterin

    Aus dem leisen Dudukspiel entronnen
    Schleier, welche samte Wachgestalten,
    Über schlafgewordnem Schatten halten:
    Könnten sie verwünschend diese Sonnen,
    Schließend hell um ihr Gebete falten.

    Ein schweres Jadetuch mit Öl behängt
    Zeichen, an den Armen ohnegleichen,
    Diese Stund um Stund ein Flehen bleichen,
    Das sie sich unbewusst im Traum ertränkt,
    Abends, wenn ihr alle Schatten reichen,
    Scheinend ein Entsagen her im Weichen,
    Von einem Ort, den Gott, nur sie nicht schenkt.



    Zebulon

    Danke nochmal an supikatzi für den Kommentar.
    Geändert von Zebulon (05.12.2006 um 02:58 Uhr)

  5. #5
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    Zitat Zitat von Zebulon

    Danke nochmal an supikatzi für den Kommentar.
    Hm. Bitteschön, gern geschehn
    Aber den Sinn deines Gedichtes versteh ich immer noch nicht, denn davon hast du nichts gesagt;
    hast dich nur ums Handwerkliche gekümmert

    Mit erwartungvollem Gruß,
    Katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


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  6. #6
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    Turnikuti Zebulon !

    Welch wortfettes Zauberkarussel entwindet sich hier zweisätzig !
    Leider bleibt mir nach mehrfachem Anlesen und Fadenverlust nur zu sagen: "ich hab's nicht verstanden"
    Insgesamt aber eher orientalisch als mantis religiosa.

    "Dudukspiel" find ich, hört sich wirklich gut an. Was verbirgt sich dahinter ?

    hab's mir ergoogelt: armenisches Doppelrohrblattinstrument

    Gruß

    Ulrich

    PS. der Herr heißt Ensimismado, also mir kommt's auch spanisch vor
    Geändert von Erebus (04.12.2006 um 14:03 Uhr)

  7. #7
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    Die Duduk ist für mich ein Instrument, dass einfach zur Gottesanbeterin passt.
    @supikatzi
    Die Schleier sind sozusagen nutzlos, da sie sich um der Gottesanbeterin Gebete falten / hüllen könnten, aber sie können nicht, denn sie sind Wachgestalten; keine Sonnen ( die sie vermeinen zu sein); und der schlafgewordne Schatten ist die GA selbst. Die Schleier würden sie verschwinden lassen.
    Und die Duduk spielt ihr Lied zum Enstagen.
    Die erste Strophe spielt, vom Plot her, nach oder in der zweiten Strophe.

    Zebulon

    Nochmals Danke für eure Aufmerksamkeiten!
    Geändert von Zebulon (04.12.2006 um 16:44 Uhr)

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