1. #1
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    Tränen eines Clowns

    Von Ironie des Lebens singt
    Ein Clown der sich zu Tode trinkt
    Der unter Schminkenmaskerade
    Die Trauer seiner Schande trage

    Und keiner sieht durch bunte Farben
    Die Wunden und die Herzensnarben
    Die nur durch komische Grimassen
    Ins Tiefste seiner Seele passen

    So tränkt der Narr, das Ungetüm
    Die bunte Blume am Kostüm
    Im Alkohol und Tränenmeer
    Und wünscht,dass das Erlösung wär

    Erst wenn die Blüte dann verwelkt
    Der Narr dem trüben Tod verfällt
    Dann wird die Menge plötzlich stumm
    Kein Lachen mehr im Publikum

  2. #2
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    hallo lizardking
    hmm das nenn ich mal ne sehr trübsinnige darstellung eines clowns.
    also ich hab ja schon immer was gegen die gehabt...die haben mir schon als kleines kind immer angst gemacht
    ..vermutlich gerade deswegen, weil man unter der schminke nie erkannt hat, was sie wirklich gerade fühlen...sind mir einfach unheimlich
    aber das beeinflusst mich nicht in der beurteilung deines gedichts...
    ich finde es gelungen.
    schön zu lesen, dass die nicht alle immer nur grinsend durch die gegend hüpfen.
    das ende hat schon fast was tramtisches, das hier aber ganz gut passt.

    metrik ist sauber und das reimschema, der paarreim, den ich eigentlich absolut nicht leiden kann, auch.
    hier passt er aber gut und er liest sich auch nicht so langweilig.
    also alles in allem ein schönes trauriges gedicht

    libe grüße
    rose
    Zum Schwarzen Rosengarten (Werkeverzeichnis)


    frisch aus meiner Feder Seelenbrand im Stundenschlaf, Göttertanz, Seelenduett,
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben
    Hermann Hesse

    *schwarzeRose*

  3. #3
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    hallo rose,

    danke dir für die rückmeldung.
    freut mich natürlich sehr, dass du das gedicht trotz der paarreime gelungen findest

    gruß
    lizardking

  4. #4
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    Lieber Lizardking...,
    Ich finde dein Gedicht auch gut gelungen,obwohl manche Reime nicht ganz sauber sind(singt-trinkt)...Hast du dich zufällig von einem Bild inspirieren lassen? ich hab mal eines von einem weinenden Clomn gesehen,der zusammengesunken und abgewand auf einer kiste sitzt...Kenne den titel und Maler leider nicht.
    Eine gute Idee auf jeden fall : )
    Grüße,Rowana

  5. #5
    Florestan Guest
    Hi Lizardking!

    Der traurige Komödiant ist ein häufig verwendetes Bild in der Literatur, dennoch kann ich ihm immer wieder etwas abgewinnen. Es wirkt fast ebenso zynisch, dass du den düsteren Inhalt deines Werkes mit dem einfachem Paarreim und dem so beschwingten Jambus versiehst. Wenn dieser Effekt beabsichtigt war, dann finde ich ihn erst recht gelungen !

    Der Clown als Spieler und Blender kommt hier sehr schön heraus, wobei der kritische Kommentar in S3 auch etwas Herablassendes hat. Der arme Teufel, der glaubt mit seinen oberflächlichen Späßen seine Seele retten zu können, wobei ich mich Frage, was diese schon in S1 erwähnte „Schande“ sein soll? Die Schande des Selbstbetrugs?
    Die letzte Strophe gibt zwar ein abgerundetes Bild, finde ich aber dennoch nicht so stark wie die vorangegangen. Du hast auch den Hang, den Protagonisten am Ende endlich sterben zu lassen, aber wofür. Dass das Publikum jetzt endlich „erkennt“, ist doch sehr unwahrscheinlich, oder? Die haben sich bis dahin schon einen neuen Entertainer gesucht, um im Bild zu bleiben

    Gerne gelesen und Gruß

    Florestan

  6. #6
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    1
    Moin^^
    Wahnsinn, dieses Gedicht beeindruckt mich
    Ich finde es wahnsinnig schön geschrieben.
    Lob

    LG,
    Kate

  7. #7
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    Super geschrieben, ich würde sagen weiter so......

  8. #8
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    Irgendwo eben (:
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    181
    Huhu^^
    Das ist wieder mal ein Gedicht, das mir richtig gut gefällt
    Da hab ich nicht mal etwas auszusetzen.
    Na, dann eben einmal nicht *seufz* xD

    Und jetzt im Ernst: Tolles Gedicht. Weiter so! *anfeuer*

    LG,
    RoSe

  9. #9
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    Zunächst einmal ein großes Dankeschön für die Kommentare und Kritiken.
    Freut mich wirklich wahnsinnig, dass es vielen gefällt .

    @ Rowana : Um ehrlich zu sein war es eher ein Song von den Kinks ("Death of a Clown") ,der mich zu dem Gedicht inspirierte.
    Kenne zwar auch ein Bild von einem traurigen Clown,darauf ist aber nur sein verweintes Gesicht zu sehen


    @ Florestan : Die Verwendung des Jambus war dann doch eher unbewusst.
    Bin auf dem Gebiet des Gedichteschreibens noch eher neu,und kenne mich daher mit den verschiedenen Versmaßen noch nicht so dolle aus bzw. traue mir da auch noch nicht so viel zu

    Mit dem Ende des Gedichts muss ich dir recht geben.
    Bin selbst nicht ganz zufrieden damit, werde es also auf jeden Fall noch einmal überarbeiten.

    Ich finde der Begriff "Selbstbetrug" passt im Bezug auf die Schande,die der Clown in sich trägt, wirklich gut.
    Er muss sich also selbst betrügen, und wie du sagst "oberflächliche Späße" machen, um sich dahinter zu schützen und verstecken zu können.
    Die Zuschauer wollen gar nicht wissen,was wirklich in ihm vor sich geht.
    Sie wollen nicht den Widerspruch des traurigen Clowns, und lassen ihn somit seinen Kummer und seine Gefühle nicht zeigen.
    (Vielleicht kann man sagen,dass er in eine Schublade gesteckt wird)
    Natürlich verletzt es den Clown, dass er nur als dieser Spaßvogel anerkannt wird.


    Es sind aber bestimmt viele Interpretationen möglich
    (z.B. könnte man das Ganze auch als Kritik an Menschen sehen,die nur noch hinter ihren gefühlskalten Fassaden leben,und "Außenseiter" (der Clown),die es wagen, Gefühle zeigen zu wollen, nicht akzeptieren)

  10. #10
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    11
    Hallo lizardking!

    Ich kann nur sagen super und ich hoffe das meine Gedichte auch mal so gut werden.Da hier sonst schon alles gesagt worden ist bleibt mir nur ein Bravo zu sagen.
    LG rosenstolz

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