Thema: Blickwinkel

  1. #1
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    Blickwinkel

    Du warst noch übrig
    von gestern Abend.
    Übernächtigt
    sahst du
    auf mein Parkett
    und hieltest an
    deinen Schuhen
    fest.

    Ich hatte es eilig,
    suchte
    zwischen Vorhängen
    meine Unschuld -
    vergeblich.

    Deine Spuren
    auf dem Rotweinglas
    wandern meinen Hals empor
    und fesseln
    meine Augen -
    jetzt,
    da du gegangen bist.
    Geändert von Francine (01.12.2006 um 17:05 Uhr)
    Now, for the Poet, he nothing affirmeth, and therefore never lieth:
    for as I take it, to lie, is to affirm that to be true, which is false.

    An Apology for Poetry - Sir Philip Sidney


  2. #2
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    Da wollte ich mal gucken, ob die Wolle was neues hat

    hmm schwierige Sache... kann das sein, dass da eine zu ungeduldig war ? Und ein anderer irgendwie in eine Ecke getrieben wurde ? ...grübel

    Ich komme wieder!

    Gruß vom Kerlchen32

  3. #3
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    Liebes kerlchen32!

    Hm... meine Leser wollte ich nicht verlegen machen, aber anscheinend ist genau das der Fall. Nun es ist ohnehin ein alter Fetzen, der mir wohl definitiv nicht mehr steht. Und das Ausbleiben der Reaktionen zeigt mir mehr als deutlich, was ich schon vermutet hatte: Das war nicht gerade einer meiner wörtlichen Glücksgriffe. Trotzdem danke ich dir für die Reaktion. Die Gefühle, die ich hier vermitteln wollte, scheinen nicht bis zum Leser durchzudringen. Auf ein nächstes Mal.

    Liebe Grüße
    Now, for the Poet, he nothing affirmeth, and therefore never lieth:
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  4. #4
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    Hallo Wolle

    Ich lese den Text als den Morgen nach dem One-Night-Stand, wenn plötzlich etwas wie Sehnsucht sich einstellt. Sehnsucht nach einer doch zufällig gewählten oder sogar eher zufällig passierten Wahl einer Begegnung, die doch folgenlos bleiben sollte...

    Ich finde den Text sehr ausdrucksstark und stimmig.
    Auch wenn ich völlig daneben liegen sollte - so gelesen passt der Text und die Sprache und die Bilder.

    LG
    yarasa
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

    Eine Art Grundsatzpapier zu meinen Kritiken
    yarasas Fingerübungen

    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  5. #5
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    Blickwinkel

    Liebe wolle,
    mich hält dein Gedichttext auch schon eine Weile und lässt mich nicht los.
    Bin zur Zeit nicht allzu forumsaktiv und außerdem werde ich gegängelt mit ständigem Rauswurf .
    Mich sprechen die Zeilen sehr an.
    Jemand, den man kaum wahrnimmt, der sich durch "längeren Aufenthalt" bemerkbar macht und weg ist, wie alle andern.
    Jenes Besinnen, Empfinden und Vermissen - erst danach, als er nicht mehr da ist. Das Erspüren, es gab viel mehr zu sagen, zu erzählen. Gefühle, danach entdeckt und "verpasst".
    Ein beeindruckendes Gedicht, mit Tiefe.
    Liebe Grüße,
    Dana
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

    - Ich bin umgezogen. Meine neue Zuhause-Seite ist in meinem Profil zu finden -

  6. #6
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    Hi Wolle,

    ich denke doch, dass dein Text hier ein Glücksgriff ist, wenn auch ein kleiner. Für mich tut sich das Bild einer etwas versoffenen Partynacht auf mit einer folgenden One-Night-Nummer.

    Danach am Morgen sieht das lyr. ich etwas klarer und sehnt sich nun doch nach mehr Nähe und Zärtlichkeit, auch nach der bestimmten Person, mit der es sich wahrscheinl. in der Nacht davor bloß körperlich ausgetauscht hat.

    Gefällt mir, sehr melancholisch mit bittersüßem Nachgemschack.

    Liebe Grüße
    Eva
    EvaAdams

    (c) Mein Werkverzeichnis: Unterm Feigenbaum = überholungsbedürftig, aktuelles bitte unter Profil nachsehen


    Die WÖRTERWUNDERTÜTE ist da!

    Mein Buch Leitersprossen

  7. #7
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    Ihr Lieben,

    es freut mich, doch noch ein wenig mehr Rückmeldung zu diesen Zeilen bekommen zu haben.

    Hmm, letztlich steckt in diesen Zeilen ein bisschen von allen drei Sichtweisen. Wobei ich yarasa Recht geben möchte, was das "eigentlich folgenlos bleiben sollen" angeht, und Dana, was das "nachträgliche Erspüren" sowie das "verpasst haben" anbelangt. Melancholisch ist wohl die passende Klassifizierung. Das LI ist nachdenklich, aber nicht traurig - eher wehmütig.

    Ich danke euch Dreien für euer Lesen, Verstehen und eure Worte.

    Liebe Grüße
    Now, for the Poet, he nothing affirmeth, and therefore never lieth:
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