Thema: Selbst

  1. #1
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    Selbst

    Man sagt man braucht ein dickes Fell,
    In der Gesellschaft heutzutage,
    Gerechtigkeit die große Frage,
    In dieser ach so kalten Welt.

    Man meint es gehe einem schlecht,
    Selbst wenn die Zahlen and’res sagen,
    Und gerne hört man sich dann klagen,
    In Deutschland ist’s halt ungerecht.

    Man weiß, dass später neues kneift,
    So lausch ich weiter den Parolen,
    Und was man gern würd’ wiederholen,
    Hat man voll Inbrunst schon bekeift.

    Hängt Eure Fahnen in den Wind!
    Ich lass die Leute einfach reden,
    Folgt dem urmenschlichen Bestreben,
    - Und wenn wir selbst nur nackte Affen sind.

  2. #2
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    Yo Jamzee,

    mein Kommentar ist mit Sicherheit nicht sonderlich qualifiziert, aber das Leben ist schließlich kein Wunschkonzert. höhö...
    Mit dem Thema kann ich was anfangen, mich nerven diese Stammtischparolen auch, die gerade von Massenmedien (wie "Bild") kommen, die sich für die Stimme des gemeinenVolkes halten. Leider fängt dann eben ein großer Teil des Volkes an, diese Meinung vorbehaltlos zu schlucken.

    - Und wenn wir selbst nur nackte Affen sind.
    Da stellt sich mir eine Frage, wieso trittst du in der letzten Zeile, scheinbar absichtlich, den Lesefluss in die Tonne? Damit diese Zeile zu den "nackten Affen" passt? Klär mich auf.

    Gruß
    Demon to some-Angel to others

  3. #3
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    Hallo Uncut,

    danke erstmal für deinen Kommentar und dass du es gelesen hast. Schön dass du mit dem Thema was anfangen kannst und zumindest die Grundfrage ähnlich siehst.

    Zu deiner Frage:
    Ich halte es für ein recht legitimes Mittel an einem Punkt des Gedichtes den Lesefluss bewusst zu verändern. Diese steht natürlich im gewollten Kontrast nur dann, wenn zuvor alles flüssig läuft. In diesem Fall schiebe ich bloß zwei zusätzliche Silben ein und bleibe sogar im gleichen Betonungswechsel. Intention? Betonung, vorallem dieser Satz soll hängen bleiben. Also habe ich mir gedacht indem man den Rhythmus gezielt etwas ändert, liest man ihn allein öfter. Und da hoffe ich auf einen reinen Wiederholungseffekt beim Gedächtnis . Ich hoffe du kannst mit der Begründung in dem Fall leben.

    JamZee

  4. #4
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    Hallo Jamzee,
    Ich hab gegraben und dieses gefunden.
    Es macht mir lange solche Probleme, wie dein Weitblick im Nebel, wo mir der Selbige immer noch fehlt.

    [QUOTE=Jamzee]Man sagt man braucht ein dickes Fell,
    In der Gesellschaft heutzutage,
    Gerechtigkeit die große Frage,
    In dieser ach so kalten Welt.

    Alle Strophen fangen mit man an, aber es gibt eine Steigerung: sagt (andre sagen ich höre), meint (die kollektive Meinung, bestimmt duch die Medien),
    weiß (ich bin mir sicher 100 Fliegen können sich nicht irren, dass Scheiße gut schmeckt )

    Man meint es gehe einem schlecht,
    Selbst wenn die Zahlen and’res sagen,
    Und gerne hört man sich dann klagen,
    In Deutschland ist’s halt ungerecht.

    Man weiß, dass später neues kneift,

    Ab jetzt geht es um das LI, das vorher Betrachter war. Es hört weiter zu.

    So lausch ich weiter den Parolen,

    Das was jetzt kommt, kann ich nicht einordnen.

    Und was man gern würd’ wiederholen,
    Hat man voll Inbrunst schon bekeift.

    Ab hier ist es wieder klar.

    Hängt Eure Fahnen in den Wind!
    Ich lass die Leute einfach reden,

    Dein LI hat Verständnis und hält sich raus. Mischt es sich nicht ein? Aber das war wohl nicht Gegenstand deines Gedichtes.
    In unserer Welt gibt es sicher eine Menge, was zu beklagen ist, aber bitte nicht deshalb, weil es gerade einen Hype in den Medien hat. Und wenn man etwas zu sagen hat, dann etwas Qualifiziertes, das zu den Fakten (Zahlen) passt.
    Muss ich jede meiner Aussagen auf ihre Bedeutungshaftigkeit abklopfen?
    Das interessiert mich jetzt persöhnlich.

    Manchmal stehlen sich Worte aus meinem Mund, der schnellen Pointe wegen.
    Haben sie einemal die Umfriedungen meiner Lippen überwunden, so lassen sie sich nicht wieder einfangen und stiften Unheil.

    Vielleicht liege ich ja diesmal näher an deiner Wahrheit, du scheinst Rätsel zu lieben.

    liebe Grüße Herbstblatt

  5. #5
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    Liebes Herbstblatt,

    leider hatte ich in letzter Zeit zu wenig selbiger um micht ausgiebig G.com zu widmen. Allerdings ließ der Sturm meine abendliche Veranstaltung ausfallen und schon habe ich ein paar Stunden wieder gewonnen

    Das mit der Steigerung zum Strophenbeginn hast du schön erkannt, das sollte natürlich ein sprachliches Mittel sein. Vielen Dank auch für dein allgemeines Lob. Leider möchte ich auch hier, aufgrund spärlicher Kommentare bisher (man gibt die Hoffnung nie auf ) die Sache schon aufzulösen. Ich würde dies aber gern per PN übernehmen - auch wenn die Sache schon eine Weile her ist. Falls noch Interesse bestehen sollte, dann schick mir einfach eine kurze Nachricht.

    Ansonsten würde ich sagen, dass du hier mit deinem Ansatz dich von meiner Intention entfernst. Und achja, ich liebe einfach geschriebene Gedichte welche in ihrer Gesamtheit ein "komplexes" Gesamtbild ergeben, das sich nicht sofort erschließen lässt. Allerdings würde ich persönlich dieses hier nicht in die Kategorie einordnen. Aber die Vorliebe schlägt doch meist durch.

    Vielen Dank für deinen Kommentar! Man liest sich später...

    LG

    JamZee

  6. #6
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    Hallo Jamzee,

    ja, so ist unsere Geselschaft wohl...
    Du verschnörkelst nichts, verschönerst nicht, du stellst eine Meinung sohinwie sie ist und sprichst in Reimen und sauberer Form, zum Thema passend.

    Man sagt man braucht ein dickes Fell,
    In der Gesellschaft heutzutage,
    Gerechtigkeit die große Frage,
    In dieser ach so kalten Welt.


    Hier durchbrichst du einmal dein Reimschema und machst aus ABBA ein ABBC, allerdings nicht weiter störend...

    Man weiß, dass später neues kneift,
    So lausch ich weiter den Parolen,
    Und was man gern würd’ wiederholen,
    Hat man voll Inbrunst schon bekeift
    .

    Kann es sein, dass im 3ten Vers eine Silbe zu viel ist? Ich bin mir nicht sicher, hört sich aber für mich so an...

    Ein gut gelungenes Geselschaftsstück trotz allem!
    Liebe Grüße,
    Tiffany

  7. #7
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    Selbst

    Hallo Jamzee,

    wird wohl langsam Zeit, dass ich auch ein Gedicht von dir kommentiere, und da dieses hier mich durchaus anspicht, warum noch länger zögern..

    Du hast dein Werk mit dem Wort "Selbst" betitelt, so dass ich mal davon ausgehe, dass die darin entwickelten Gedanken deinen persönlichen entsprechen.

    In durchgängig vierhebigen Jamben mit umarmenden männlichen Kadenzen, einzige Ausnahme bildet S4, in der du die letzte Zeile bewusst mit einer weiteren Hebung anders ausklingen lässt, seziert dein erst in S3 auftauchendes LI die derzeitigen gesellschaftlichen Zustände, vor allem setzt es sich aber mit dem steten Gejammere und Gehadere weiter Teile der Bevölkerung auseinander, was in diese Republik eben so üblich georden ist.

    Man weiß allerdings nicht so ganz genau, welche Position LI hier einnimmt, denn schon die erste Zeile beginnt ja mt: "Man sagt..." dass man in dieser Gerechtigkeit ein dickes Fell brauche, nicht "Ich sage.." Es spricht hier also eher der Bundesdurchschnitt, wenn ich das mal so flapsig sagen darf.

    Man sagt man braucht ein dickes Fell,
    In der Gesellschaft heutzutage,
    Gerechtigkeit die große Frage,
    In dieser ach so kalten Welt.
    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxX


    Man meint es gehe einem schlecht,
    Selbst wenn die Zahlen and’res sagen,
    Und gerne hört man sich dann klagen,
    In Deutschland ist’s halt ungerecht.
    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxX


    Und auch S2 beginnt mit "Man meint...", was immer noch keine Reflektion des LI zum Thema "Selbst" darstellt, während du auch hier auf die Ungerechtigkeit ganz allgemein im Lande abhebst.

    Man weiß, dass später neues kneift,
    So lausch ich weiter den Parolen,
    Und was man gern würd’ wiederholen,
    Hat man voll Inbrunst schon bekeift.
    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxX


    Hier bin ich mir unschlüssig, was du mit Z3 und Z4 ausdrücken willst, da fehlt mir eine erhellende Info, denn was käme da in Frage, bei dieser Aussage, dass man das, was man gerne wiederholen möchte, inbrünstig schon zuvor bekeift?

    Hängt Eure Fahnen in den Wind!
    Ich lass die Leute einfach reden,
    Folgt dem urmenschlichen Bestreben,
    - Und wenn wir selbst nur nackte Affen sind.
    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxXxX


    LI lässt sich eher spöttisch über die Massen aus, die seiner Meinung nach ihre Fahne ja doch nur immer in den Zeitgeistwind hängt, womit indirekt ausgesprochen wird, dass jene Mangels Durchblick unfähig ist, die große Mehrheit, zu einem eigenen Urteil über diese und andere Sachlage zu kommen.

    Was genau mit dem urmenschlichen Bestreben gemeint sein mag, bzw. mit der Folgezeile, wird offen gelassen. Da es sich aber um eine Aufforderung, einen Imperativ handelt, gehe ich mal davon aus, dass es im Sinne der Kontinuität des Themas nichts anderes bedeutet als: "Macht nur weiter so, ihr werdet schon sehen, wohin euch das alles führt...", oder liege ich damit falsch?

    "Der nackte Affe", ein stehender Begriff des Desmond Morris aus den 70-gern, steht hier wohl für: Nackt bist du geboren, im Laufe deines Lebens zieht dir der Staat per Steuern dein letztes Hemd aus, so dass du wieder nackig ins Grab sinken kannst, was natürlich einer eher sarkastischen Auslegung gleichkommt.

    Habe dein Gedicht sehr gerne gelseen und besprochen.

    Liebe Grüße
    crux

  8. #8
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    Hallo,

    dann mal der Reihe nach. Ladies first crux ...

    @ Scarlets Tiffany

    Vielen Dank für deinen Kommentar und dein Lob. Zu deinen Anmerkungen:

    Fell - Welt...ist zwar kein sauberer Reim, aber wer mich öfters liest (Achtung: keine Schleichwerbung) wird wissen, dass ich schmutzigen Reimen gegenüber offen bin. In diesem Fall ist der Vokal auch so dominant, dass ich es glatt wagen wollte. So erwischts mich eben immer wieder. Ich bin aber froh dass es nicht weiter zu stören scheint.

    In der dritten Strophe stimmt alles mit den Silben. Ich habe mir auch angewöhnt sämtliche Ellisionen zu kennzeichnen. So fallen sie zwar eher auf, aber das macht das Lesen in meinen Augen wesentlich angenehmer. Ich glaube es liegt daran, dass du versucht würd' zu betonen (da ja eigentlich würde Xx) und dies aber den Rhythmus brechen würde. Meine Vermutung, du weißts sicher selbst am besten.

    Vielen Dank fürs Lesen und Besenfen.

    PS: Schönes Foto. Ich wollte den Faden aber nicht weiter unnötig zu spammen und sag dirs hiermit direkt


    @ crux

    Ja, du hast recht: Es wird schon lange Zeit . Ich freue mich aber umso mehr, dass du den Weg hierher gefunden hast und ja, danke für die Blumen die du mitgebracht hast . Nun aber alles der Reihe nach...

    Du hast dein Werk mit dem Wort "Selbst" betitelt, so dass ich mal davon ausgehe, dass die darin entwickelten Gedanken deinen persönlichen entsprechen.
    Erwischt! Dieses Gedicht trägt autobiographische Züge. Jaja, nicht jedes LI aus meiner Feder ist reine Fiktion .

    In durchgängig vierhebigen Jamben mit umarmenden männlichen Kadenzen, einzige Ausnahme bildet S4, in der du die letzte Zeile bewusst mit einer weiteren Hebung anders ausklingen lässt, seziert dein erst in S3 auftauchendes LI die derzeitigen gesellschaftlichen Zustände, vor allem setzt es sich aber mit dem steten Gejammere und Gehadere weiter Teile der Bevölkerung auseinander, was in diese Republik eben so üblich georden ist.
    Hier stimme ich dir komplett zu. Wir jammern so gut wir können und das LI klagt nur etwas geordneter zurück . Schön dass du die Einschiebung von Xx im letzten Vers auch als bewusst gesetzt empfindest.

    Man weiß allerdings nicht so ganz genau, welche Position LI hier einnimmt, denn schon die erste Zeile beginnt ja mt: "Man sagt..." dass man in dieser Gerechtigkeit ein dickes Fell brauche, nicht "Ich sage.." Es spricht hier also eher der Bundesdurchschnitt, wenn ich das mal so flapsig sagen darf.
    Das verwundert mich allerdings. Ich habe mich schon bei Herbstblatts Kommentar gefragt ob es wirklich so uneindeutig ist. Aber mal sehen was du zu den einzelnen Strophen sagst.

    Und auch S2 beginnt mit "Man meint...", was immer noch keine Reflektion des LI zum Thema "Selbst" darstellt, während du auch hier auf die Ungerechtigkeit ganz allgemein im Lande abhebst.
    Hier bist du glaub ich auch auf die gleiche Schiene gefahren. Wie du richtig gesagt hast spricht das LI über das was die Leute sagen. Die Wertung aus der Sicht des LI kommt aber nur scheibchenweise. Weiter zur nächsten Strophe...

    Hier bin ich mir unschlüssig, was du mit Z3 und Z4 ausdrücken willst, da fehlt mir eine erhellende Info, denn was käme da in Frage, bei dieser Aussage, dass man das, was man gerne wiederholen möchte, inbrünstig schon zuvor bekeift?
    Jetzt glaube ich tatsächlich, dass es die falsche Schiene war. Meine Gesellschaftskritik sollte subtiler daher kommen als das alles ist schlecht. Strophe 3 ist hierbei wohl der Wendepunkt auch wenn der Unterton vorher schon kritisch war. Nun geht es um leere 'Parolen' und die Wendehälse. Du kennst sicher das Phänomen, dass manche Leute einfach immer etwas auszusetzen haben. Ich komme aus Sachsen und hier ist es doch bezeichnend wie mancher Stammtisch seine Ansichten im Laufe einiger Jahre um 180° ge'wende't hat. Klar ist nicht alles perfekt, aber wo ist das schon so? Dazu fällt mir gleich ein bewundernswertes Zitat ein:

    Zitat Zitat von Benjamin Franklin
    The man who trades freedom for security does not deserve nor will he ever receive either.
    Ich glaube auch, dass man Freiheit nicht mit scheinbarer Sicherheit aufwiegen kann. Zurück zum Thema. Ich bin der Meinung dass man in politischen Diskussionen den Politikern kaum vorwerfen kann, dass sie inkonsistent daher reden wenn man selbst immer nur gegen das ist was nun bestimmend ist. Wie kann das was früher doch so schlecht und ungerecht war nun als Vision der 'besseren' Gesellschaft herhalten? Ich glaube die Leute sind egal was man tut meist unzufrieden. Selektive Erinnerungen verhageln uns allzu oft die Bilanz - negative emotionale Erlebnisse sind zunächst salienter, je länger sie aber zurück liegen, desto eher können wir sie verdrängen wenn sie nicht gerade traumatisch waren. Schlussendlich kennen wir nur noch die 'gute alte Zeit'. Mein Text versucht zu sagen: Durchbrecht diese automatische Bewusstseinsverzerrung und werd auch der wahren Valenz bewusst . Nach BF möchte nun auch noch jemand anderen zu Wort kommen lassen...

    Zitat Zitat von Winston Churchill
    Indeed, it has been said that democracy is the worst form of government except all those other forms that have been tried from time to time.
    Hier stimme ich zu. Okay weiter im Text.

    LI lässt sich eher spöttisch über die Massen aus, die seiner Meinung nach ihre Fahne ja doch nur immer in den Zeitgeistwind hängt, womit indirekt ausgesprochen wird, dass jene Mangels Durchblick unfähig ist, die große Mehrheit, zu einem eigenen Urteil über diese und andere Sachlage zu kommen.
    Mangels Durchblick...ja sagen wir es so: Es ist wohl einfacher mit Opposition Stimmung zu machen als durch Zustimmung. Kannst du dir einen Stammtisch vorstellen an dem 10 ausgewachsene Männer (Achtung: Stereotyp) voller Passion die Gesundheitsreform über den grünen Klee loben? Irgendwas stört doch einen immer. Jeder der ein reflektiertes Urteil trifft wird wohl abwägen und gewichten. Die große Masse aber ist dagegen weil sie immer gegen das ist was zZ herrscht. Es gibt eben immer Punkte an denen man sich stören kann.

    Was genau mit dem urmenschlichen Bestreben gemeint sein mag, bzw. mit der Folgezeile, wird offen gelassen. Da es sich aber um eine Aufforderung, einen Imperativ handelt, gehe ich mal davon aus, dass es im Sinne der Kontinuität des Themas nichts anderes bedeutet als: "Macht nur weiter so, ihr werdet schon sehen, wohin euch das alles führt...", oder liege ich damit falsch?
    Zum Großteil spielt da der Abschnitt 'selektive Erinnerung' mit herein. Wir verhalten uns so, weil es automatisch so läuft. Nur durch Bewusstsein kann man diese Tendenz wohl vermeiden. Aber deine Schlussfolgerung sehe ich ähnlich. Wenn eh alles schlecht ist was die Regierung verabschiedet, ist es irgendwo auch menschlich, dass sie den Weg des geringsten Widerstandes geht. Und das ist selten der langfristig beste.

    "Der nackte Affe", ein stehender Begriff des Desmond Morris aus den 70-gern, steht hier wohl für: Nackt bist du geboren, im Laufe deines Lebens zieht dir der Staat per Steuern dein letztes Hemd aus, so dass du wieder nackig ins Grab sinken kannst, was natürlich einer eher sarkastischen Auslegung gleichkommt.
    Hier ist mir wohl ein Stück Bildung abhanden gekommen. Eine interessante Facette in diesem Zusammenhang, leider aber nicht so intendiert. Ansonsten wäre tatsächlich eine sarkastische Zusammenfassung des ganzen. Ich habe damit aber eher unsere recht schnöde Herkunft betonen wollen. Wir sind nicht frei von Fehlern und in manchen Dingen beiweitem nicht perfekt

    Ein recht langer Beitrag muss ich jetzt gestehen. Ich hoffe dass sich irgendjemand vielleicht doch irgendwann mal da durch kämpft.

    Vielen Dank für deinen erhellenden Kommentar crux.

    Man liest sich später...

    LG

    JamZee

  9. #9
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    Hallo Jamzee

    Du scheinst Gedanken lesen zu können, daran hats gelegen, hab es nochmal mit deiner Betonung gelesen, jetzt passt es

    Der unsaubere Reim, wie gesagt, es ist ohnehin nicht weiter störend, aber gut zu wissen!

    Liebe Grüße,
    Tiffany

    offtopic: Vielen Dank für die Blumen

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