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Thema: Schweig!

  1. #1
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    Schweig!

    Schweig,
    ich will nichts hören,
    du lügst.
    Schon lange glaub ich
    deinen Schwüren
    nicht mehr.

    Sprich,
    ich will es wissen,
    lüg mich an.
    Schon immer glaubt ich
    deinen Worten.

    Schweig!
    Jetzt rede ich.
    Ich hab nichts zu sagen.
    Ich bin stumm,
    bin taub,
    und blind.
    *
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  2. #2
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    Liebe katzi!

    Nun hab ichs mal geschafft, erste zu sein!


    Ein schweres, ich moechte sogar sagen, ein zorniges Werk.

    Klare harte Worte zum lyrDu, die keinen Widerspruch oder Ausreden zulassen.
    Das lyrIch verbittet es sich, sich weiterhin beluegen zu lassen.
    Es hat genug davon.

    Sehr gelungen und mein highlight:
    'Jetzt rede ich....ich habe nichts zu sagen.'

    Das lyrIch will nicht nur nichts mehr hoeren, es hat auch nichts mehr zu sagen, erachtet es als verschwendete Zeit.

    'Ich bin stumm, bin taub und blind'...
    alle Schotten sind dichtgemacht. Das lyrIch betrachtet die Sache fuer beendet.
    Man kann die laehmende Stille zwischen den beiden Protagonisten erfuehlen.

    Starke Worte aus Deiner sonst so sanften Feder, liebe Katzi.
    Wunderbares Werk, ohne Schnoerkel und Weichzeichner...praegnant und endgueltig.

    Nix gibts rumzumosern, es hat rundum gefallen, auch die Form der Praesentation und Schriftwahl, die bei diesem Gedicht hier aeusserst aesthetisch wirkt.

    Liebe Gruesse von
    der Ev

  3. #3
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    Liebes Kätzchen,
    oder ist da im Endeffekt jemand blind, taub und stumm vot Trauer. Da hat sich endlich jemand durch gesetzt, hat seinen Standpunkt klargemacht mit dem Ende, das es einen Schlußpunkt gab und muß nun mit seinen eigenen toten Sinnen klarkommen, denn so fühlt es dich nun an. Ohne dem Gefühl der Liebe ist man innerlich tot, des Lebensinhalts beraubt.
    Lailany hat recht senn sie schreibt , dass dein neues Werk schnörkellos ist, aber pasend zum Thema.
    Jetzt wo ich es noch einmal gelesen habe,kommt es mir auch vor wie ein Zwiegespräch mit sich selber. Einmal die Stimme die sagt, ich liebe ihn, ich glaube dir jedes Wort. (So wie eine Geliebte ihrem Liebhaber zuhört)
    Und einmal die andere innere Stimme, er hats schon so oft gesagt , erlügt mich wieder an. (Wieder die Geliebte mit ihren Selbstzweifel wenn er wieder einmal fort geht)

    Liebes Katzi, ich halte es auch für gelungen

    deine Babsi

  4. #4
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    Liebste Ev,

    Deine Interpretation ist perfekt gelungen und ich freue mich, dass du die Erste bist

    Manchbal bin ich selber erstaunt, was man so wenigen Worten alles aussagen kann.
    Danke fürs Ansehen, kommentieren un dein Lob.

    Liebes Babsi,

    fein, dass auch du meinen Text für gelungen hältst
    Schnörkellos - ja das sollte es auch sein, denn ob Dialog mit dem Partner oder inneres Zwiegespräch,
    mag jeder für sich selbst entscheiden.

    Liebe Grüsse euch beiden,
    Katzi
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  5. #5
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    hallo supikatzi,

    ein hinundher, ein ichweißnichtwasichwill, am ende ein schulterhängenlassen so habe ich das LI in deinem ausdrucksstarken gedicht entdeckt,

    wer kennt das nicht

    gern gelesen :0)
    "Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen."
    Mark Twain

  6. #6
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    Hallo Supikatzi!

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an, auch mir gefällt das Gedicht sehr gut!

    Für mich drücken Deine Worte den inneren Kampf aus, den, wie Ingmar schon erwähnt hat, wahrscheinlich jeder kennt. Man will, kann nicht, sollte nicht, macht es doch...usw.

    Dein Gedicht spricht mich gerade im Moment besonders an.

    Sehr gerne gelesen, Ashtray
    I want to live where soul meets body. (Death Cap For Cutie)

  7. #7
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    Hallo Ingmar,

    vielen Dank für deinen schönen Kommentar, ich habe mich gefreut.
    Genauso ist es.

    Hallo Ashtray,

    freut mich sehr, dass dir mein kleines Dingens gut gefallen hat.
    Diese Zerissenheit ist es, die ich ausdrücken wollte.
    Anscheinend ist mir das gelungen
    Danke auch dir.

    Euch liebe Grüsse,
    Katzi
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  8. #8
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    Schweig!

    Liebe Katzi,
    wie gut, dass ich die Kommentare gelesen habe. So kann ich ebenfalls sagen, dass mir das Gedicht mit seiner Entschlossenheit und Endgültigkeit gefällt.
    Dieser Wechsel - schweig, sprich, schweig - ist voller Temperament.
    "sprich" - ich will noch einmal deine Lügen hören, Worte, die lange geglaubt habe. Sprich noch einmal, lüg noch einmal, damit überzeugst du mich in meiner Entschlossenheit.

    Nun will ich dir noch verraten, was ich ohne Kommentare geschrieben hätte
    Das lyr. ich ist blind und taub vor Liebe. Weiß um die Lügen und doch hört es sie lieber und schweigt, statt zu beenden.

    Ein "hau-mit-der-Faust-auf-den-Tisch-Gedicht", ohne viel Worte.
    Vielleicht gefällt es darum, weil man darin die ganze Entladung des lyr. Ich erspürt.
    Liebe Grüße
    Dana
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

    - Ich bin umgezogen. Meine neue Zuhause-Seite ist in meinem Profil zu finden -

  9. #9
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    Liebe Dana,

    dein Besuch bei mir freut mich ganz besonders.
    Mit der Interpretation ist das immer so eine Sache:
    Ist der Inhalt klar - muss man nicht gross überlegen und man kann sich voll auf die Schönheit der Sprache einlassen.
    Gibt es aber mehrere Sichtweisen, dann soll jeder seine eigene finden, der ich dann auch zustimme.

    Nun sag ich dir was:
    Wenn ich auch dieser oder jener Interpretation zugestimmt habe, so ist doch die deine die wahre,
    die die du geschrieben hättest, ohne die kommis zu lesen

    Blinde Liebe, immer wieder Verzeihen, obwohl man längst weiss, dass Treue aud tönernen Füssen steht.
    Nicht wissen wollen und doch wissen wollen, zerrissen, entttäuscht und unfähig zur Trennung.

    Danke für deinen Beitrag, liebe Dana.

    Lieben Gruss,
    Katzi
    Geändert von Chavali (03.12.2006 um 11:36 Uhr)
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  10. #10
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    Hi katzi,

    Du hast hier ein kraftvolles, auch zum nachdenken anregendes Gedicht niedergeschrieben. Das Wechselbad zwischen bedingunsloser Liebe und dem eigentlichen Wissen, es nicht verdient zu haben(im Sinne von schlechter Behandlung, Enttäuschung usw..) Wunderbar umgesetzt und dargestellt..auch mein Lob

    liebe Grüsse Wunnie
    ___Nicht am Rand-nein-Mittendurch___

  11. #11
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    Hallo Wunnie,

    schön, dich hier zu lesen.
    Freut mich, dass dir mein Text gefällt.
    Er ist zornig und entsagend zugleich.

    Danke dir für dein Lob

    Lieben Gruß,
    Katzi
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  12. #12
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    Hallo Supikatzi, ich war gerade auf den Pfaden eines Weihnachtsgedichtes (wollt mich drübermachen eins zu schreiben), da lese ich dein Gedicht und die nachfolgenden Echos.

    Natürlich klingt dieses Gedicht auch in mir, das Resultat ist aber ein anderes, was die Vorgänger empfunden haben.


    Liebe, Sie ist der Schlüssel für dieses Gedicht. Denn das „Schweig“ ist in Wirklichkeit ein „Kampf der Gefühle“ Empfindungen. Der Titel schweig könnt auch sein, „ Kampf der Gefühle“

    Somit ist auch kein „Nein“ zu erkennen. Kein resolutes „Schweig“, sondern ein fragendes „warum“

    Eine starke Liebe lässt diese Erkenntnis, ich werde belogen und hingehalten, nicht zu. Denn man gibt hier jemand absichtlich Schonzeit. Man lässt erkennen, das man getäuscht wird und hofft das gegenüber erkennt es und besinnt sich dieser Liebe, bzw. den Liebesschwüren.

    Bin taub bin blind

    Genau das sagen diese Worte aus.
    Gedicht zeigt einen momentanen Kreislauf der Liebe. Dieser Kreislauf ist eine Phase eines Lernens.

    Resümee:
    Nur betroffene, sehen den Spiegel des Schmerzens. Den Aufschrei der Liebe.
    Gut geschrieben.
    Geändert von horstgrosse2 (04.12.2006 um 13:31 Uhr)

  13. #13
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    Lieber Horst,

    vielen lieben Dank für deinen Beitrag und deine Gedanken.
    Freut mich sehr, dass dir mein kleines Teil gefällt

    So wie du den Text interpretierst, ist er für dich richtig;
    ich habe ihn bewusst so gehalten,
    dass jeder für sich etwas mitnehmen kann.

    Lieben Gruß,
    Katzi
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  14. #14
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    Hey Supikatzi!!
    Auch mir gefällt das Gedicht sehr gut!! Dieses zerrissene zwischen "sei endlich still ich kann es nicht mehr hören" und "sag es noch einmal, ich möchte dir doch so gerne glauben" kann ich gerade im Moment gut nachvollziehen... In dem Gespräch oder Selbstgespräch dreht es sich eben um einen sehr lieben Menschen, bei dem man sich fast sicher ist, dass er mit einem spielt und nicht ehrlich ist. Und doch ist es der größte Wunsch.
    Großes Lob!! Sabsi

  15. #15
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    Hallo Samtpfötchen

    kleine Überraschung am frühen Morgen, denn ich lese ein kratzbürstiges, gar ein trotzig-aufbegehrendes, aber auch Unentschlossenheit ausstrahlendes Gedicht aus deiner sonst eher sanften Feder, und das gefällt schon mal für sich. Allein der wie ein Peitschnknall wirkende Titel "Schweig!", der noch zwei Mal als Strophenbeginn wiederholt wird, bewirkt ein Aufhorchen.

    Auch mir offenbart sich dein LI eher als schwankend-ambivalent in seinen offensichtlich zerrissenen Gefühlen dem LD gegenüber, dem es scheinbar in gewisser Weise bisher hörig war oder von dem es sich zwar lösen möchte, die emotionalen Bindungen aber noch die Überhand zu haben scheinen.

    Jedenfalls eine wohl häufiger vorkommende Situation in von Lug und Trug belasteten Beziehungen.

    Die dritte Strophe könnte man auch als nonverbales Selbstgespräch des LI auffassen. Dein Werk lässt also verschiedene Sichtweisen zu, was seiner Qualität sicherlich keinen Abbruch tut.

    Gut gemacht Katzi, I really do like it.

    Liebe Grüße
    crux
    Geändert von crux (05.12.2006 um 09:31 Uhr)

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