Thema: Nachleuchten

  1. #1
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    Nachleuchten

    Nachleuchten

    Der Tag hat sich gerollt -
    in Schuhen:
    die Treppe hoch

    Im Teller
    schwimmen
    gestampfte Kugeln:
    braun

    Die Kinder
    schwimmen
    in Bunten

    Es ist der Monat danach
    und das Gelb passt
    zu den blonden Haaren

    Dazu total blau
    grundiert:
    IKEAter
    Geändert von Andvari (03.12.2006 um 14:34 Uhr)

  2. #2
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    hmm es tut mir leid aber dein gedicht spricht mich nicht sehr an.Finde es unstrukturiert und die Reime sind auch nicht so besonders.

    Sry

    MFg
    Wer half mir wider
    Der Titanen Übermut,
    Wer rettete vom Tode mich,
    Von Sklaverei.
    (J.W. von Goethe)

    Ich komme!Ich komme! (aus Ganymed:J.W. von Goethe)

  3. #3
    Johan Guest
    Hallo Andvari,

    Ups – was Reime doch so alles aussagen können. *grinzz*

    Mir gefallen die braunen Kugeln. Braun ist eine sehr warme Farbe. Nur das ’gestampft’ stört mich, weil man dann ihre Form nicht mehr erkennen kann. Mir wären ’geformte Kugeln’ lieber gewesen. Auch hätte ich die erste Strophe mit der letzten verbunden:
    Total blau grundiert
    hat sich der Tag die Treppe hochgerollt.
    Schuhspuren auf den Stufen

    Die letzte Strophe wäre dann gewesen:
    Es ist der Moment danach
    und das Gelb passt zu den blonden Haaren
    IKEA im Sonderangebot

    Im Zeitraffer – ich mag deine Reime. Du hast deine Linse scharf eingestellt und Punkte zu einem Muster verwoben, das inspiriert für Neues.

    Danke für’s Lesen!

    Lieben Gruß
    Johan

  4. #4
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    Hallöchen,

    @NeuPoetSteven
    Danke für deine profunde Kritik zu dem Text. An den Reimen kann man nun wirklich nichts aussetzten. Alle Reime, die im Gedicht Verwendung finden, sind sehr sauber und auch an Originalität nicht zu überbieten . Sag mal: Würdest Du auch zu Kojak gehen und ihm anstelle einer Dauerwelle einen Mittelscheitel vorschlagen?

    @lines
    Danke . Ja, avantgardistisch ist es in der Tat nicht und bei den braunen Dingern wurde mir auch ziemlich übel - muss ich zugeben.. Die Umstellung der beiden Strophen sehe ich nicht so ganz, das überlege ich mir noch mal. Umso mehr verstehe ich, dass du die „Verballornisierung“ von IKEA kritisierst. Ich habe hier eine vermeintlich zweite Ebene reingewurstelt, die es für den Leser wohl gar nicht gibt (für viele gibt es wohl nicht mal eine erste Ebene .): Der (I)k(e)ater eben, der sich einstellt, wenn man nach einem Monat bereits zusammenzieht. Dass dies als plumpes Reinwursteln empfunden werden kann, verstehe ich.

    Vielen Dank für dein Re und lieben Gruss .

    @johan
    Hmm, für mich ist das gestampftes Fleisch in Kugelform . Wenn du schon mal dort gegessen hast, dann weißt du, was ich meine...bzgl. deinem „Sonderangebot“ gehe ich auch noch mal über die Bücher, evtl. ändere ich den Schluss.

    Liebe Grüsse

    Andvari

  5. #5
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    Hallo Andvari

    Mir gefällt der Text fast durch's band - nur den Schluss hatte ich anfänglich nicht verstanden. Der braucht zu viel Erklärung, um eigenständig gut zu sein

    Mir gefallen die 'Fleischchügeli' und die Kinder, die in den buten schwimmen - die beiden Hauptgründe, warum Eltern kleinerer Kinder in Massen ins IKEA störmen, die billigen Möbel folgen erst auf Rang 3...
    Daher, ein sehr genau beobachtetes Stück Alltag, und wie man sieht - in ganz Europa ähnlich erlebt. Das nennt man Globalisierung der Banalitäten.

    LG
    yarasa
    Saitenweise Ideen
    aber vielleicht leckt das Gehirn so sehr, dass ich auch mal wieder dichtend unterwegs sein werde

    Eine Art Grundsatzpapier zu meinen Kritiken
    yarasas Fingerübungen

    Die Frederick-Maus hat mich schon als Kind nachhaltig verdorben. Von da an wollte ich Dichterin sein.

  6. #6
    Johan Guest
    Hallo Andvari,

    jaja, woraus man nicht alles Lustgewinn ziehen kann. Erstaunlich.

    Lieben Gruß
    Johan

  7. #7
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    Hallo,

    Merssi yarasa
    Der braucht zu viel Erklärung, um eigenständig gut zu sein
    Das hat wohl damit zu tun, dass "Erklären" eine absolute Passion von mir ist. Ich mache das einfach leidenschaftlich gerne. Ich bin aber natürlich vollkommen mit diesem und dem Einwand von linespur einverstanden und werden den Ikeater mülltonnisieren.

    A Gruess - Andvari

  8. #8
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    Sälü.

    Es überrascht ungemein eine neue Stilrichtung bei deinen Gedichten auszumachen (zumindest bei den letzten zwei). Deshalb freut es mich umso mehr, eines davon zu kommentieren. Besonders in diesem Jahr habe ich meine Vorliebe für freie Gedichte entdeckt.

    Das Gedicht liest sich sehr gut, es kommt locker daher, zum spielst du mit Assoziationen (so wie ich das bewertet habe, Bsp. gelb - blond) und diese Prise Spitzfindigkeit macht den würzigen Geschmack des Gedichts aus.
    Obwohl ich nicht das ganze Gedicht bequem, klar greifen kann - ist es möglich einen Bezug aufzubauen, mich von der Stimmung und auch Vielfalt leiten zu lassen. Dieser freie Spielraum gefällt mir sehr gut. Evtl. liesse sich die Verknüpfung zwischen den Strophen noch intensivieren. Ich las es mehrmals, um das Gesamtbild einzufangen.

    Ein interessantes Stück Alltag, welches du präsentierst. (Am besten an der IKEA finde ich immer noch die Schokoladen Cookies aus dem Schweden Shop. ) Gern gelesen.

    Lyeba Grues,
    olaja
    Ich kam am 3. Juni nach Hause mit dem Geruch, / den er nicht ertragen konnte, / er nahm das Fleischermesser und ich schrie, / ging zurück bis zur letzten Wand, / irgendwo in der Nachbarschaft hörte ich das Stöhnen, / von zwei, die sich liebten. Vera Piller

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