tage der stille
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mitte januar, ein tag mit sonnenschein, kein schnee
und milde, fast wie nach frühling duftende luft

so scheint es mir wie am morgen eines sommertags
erwacht aus einen traum, um noch ein wenig zu schlummern

ganz langsam öffne ich, zagend noch die augen,
ein sonnenstrahl trifft leicht blendend meine müde seele

es ist wieder so ein tag, der nicht vieler wörter bedarf,
an dem ich zurückfliehe, in die stille meiner welt

nur ganz leise höre ich den lärm der ruhelosen,
sich immer drehenden und wendenden menschen,

weit weg, unangenehm, dumpf-hallend scheint klang
der vielen, viel zu lauten stimmen

mächtig und glanzvoll sinkt die sonne herab
und langsam nähert sich die nacht,

die dunkelheit verdrängt das licht,
ganz langsam kommt die nächtliche kälte

das Stilleben im harmonischen glanz des winters
wie sanfte und zärtlich-zitternde, kleine melodien,

der blick zu den sternen zeigt mir meine winzigkeit
ich schließe die augen und träume dahin

ich erwache am morgen und genieße die stille,
nur noch ein wenig - bevor ich zurückkehre in den sturm

dort wo meine fußstapfen im schnee verwehen,
gerade als ich paar schritte nur gegangen bin.

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