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  1. #1
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    Kriterien für ein Sonett

    Was sin eigentlich Kriterien für ein Sonett?

    Also meiner Meinung nach besteht ein Sonett auf 2 Quartetten und 2 Terzetten und einem festen Reihmschema, weiß des jetzt grad net auswendig.

    Allerdings hab ich letztens gehört das jedes gedicht das 14Zeilen hat ein Sonett ist, was meint ihr dazu?
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  2. #2
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    Also, allgemein gilt:

    14 Zeilen, unterteilt in 2 Quartette und 2 Terzette, Reimschema: abba abba cdc dcd. In den Terzetten kommen Variationen vor, ebenso kann im zweiten Quartett cddc vorkommen.
    Immer 5-hebiger Jambus.
    Auch inhaltlich können Regeln angewandt werden, so im klassischen italienischen Sonett, dass in These, Antithese und Synthese aufteilt.

    Wie weit man diese Form ausdehnen darf ist eine gute und umstrittene Frage. Ich selbst habe das Sonett nämlich erst kennengelernt, als mein Deutschlehrer uns ein 14-zeiliges Gedicht vorlegte und darunter die strengen Regeln für ein Sonett schrieb, nur um uns zu sagen, dies sei ein Sonett.

    Meiner Meinung nach kommt es ganz darauf an.
    Wenn der Inhalt einen Grund gibt, mit Reimschema und Metrik zu brechen, kann man es durchaus als Sonett bezeichnen (wobei ich finde, wenigstens die Strophenaufteilung muss beibehalten werden).
    Ist aber die Auflösung des Schemas völlig willkürlich und ist auch nicht durch den Inhalt zu erklären, so würde ich es nicht mehr Sonett nennen.

    Ein Sonett ist nun mal ein strenges Gedicht. Und nur begründete Abweichungen, die einen Sinn haben, können sich noch Sonett nennen.

    Gruß! G.T.

  3. #3
    Flamme ist offline Krauseminze, Minze, krause
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    Zitat Zitat von G.T.
    Immer 5-hebiger Jambus.
    Bist du dir da sicher? So weit ich weiß, ist doch der Alexandriner die vorherrschende Versform, also ein sechshebiger Jambus mit Zäsur in der Mitte. Die Zäsur wird sicherlich häufiger weggelassen, aber sechs Hebungen halte ich eher für Sonettstandart als fünf. Oder irre ich mich da?

    gruß
    flamme


    Sag nichts dagegen, gewiß, Du kannst alles widerlegen, aber zum Schluß ist garnichts widerlegt. (F. Kafka - Das Schloß)

  4. #4
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    Soviel ich weiß, gibt es einen Unterschied zwischen einem italienischen Sonett und dem französischen/deutschen.
    Das strenge Korsett des ital. Sonetts besteht aus dem hier bekannten Pentameter, sprich: jambisch mit entweder weiblichen Kadenz(Elfsilber) oder männlicher Kadenz (10 Silben).
    Und beim deutschen/französischen Sonett ist es so, wie es Flamme bereits schilderte.
    Lieben Gruß,
    Kugel
    "Kunst ohne Ethik ist Kosmetik"
    (Marina Abramovic)

  5. #5
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    ja also es gibt ja auch noch das englische bzw. Shakespear Sonett, das hat drei Quartette und ein Duplett (oder so ähnlich)

    ne also ich find das wichtigste Kriterium ist die aufteilung in Strophen und und die Synthese zwischen Inhalt und Forum, das Rheimschema sollte auch beachtet werden, die Metrik halte ich nicht für soooo wichtig, klingt dann zwar besser verzehnfacht aber den Aufwand
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  6. #6
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    joa, aber es reichen definitiv nicht nur 14 Zeilen für ein Sonnett!
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  7. #7
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    @Flamme:
    Stimmt, Alexandriner gibt's auch, der wurde aber eigentlich nur im Barock verwendet, ursprünglich ist der 5-Heber usus...

    @Kugeletc.:
    Der Pentameter IST doch der Jambus. Wo liegt der Unterschied? Und der wird nur allzu oft auch im deutschen angwendet... Seit Schlegel wieder, der mit ihm das barocke Ideal abgelöst hat.

    @DaSch+ferdi:
    Ich finde: Metrik macht das Sonett erst aus! Das ist es ja gerade: Eben eine festgelegte Form.
    Und "mehr Aufwand" entschuldigt nicht, es weg zu lassen. Im Gegenteil! Ist doch viel schöner, etwas länger dran zu sitzen und dann ein einfach nur schön und flüssig klingendes Werk zu bekommen.
    Mit der Zeit wird es auch seeehr einfach! Einen Pentameter zu "erzwingen" ist nicht halb so schwer wie immer gesagt wird!
    Ich finde viel eher, dass die inhaltliche Struktur am Sonett das "Unwichtigste" ist, und dass man mit ihr am ehesten brechen darf.
    Geändert von G.T. (20.12.2006 um 12:54 Uhr)

  8. #8
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    G.T.,
    mein Kommentar richtete sich an Flamme, um zu sagen, dass sowohl der Alexandriner,
    als auch ein italienischer Elfsilber (im Deutschen bekannt als jambischer Pentameter) möglich ist,
    soviel ich zu wissen scheine.
    Ich habe mich wohl unverständlich ausgedrückt.
    Geändert von Kugel (20.12.2006 um 14:02 Uhr)
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    (Marina Abramovic)

  9. #9
    yaira Guest
    Nur kurz:

    ein fünfhebiger Jambus ist nicht automatisch ein Pentameter. So was sollte man nicht einfach durcheinanderwerfen sonst kommen am Ende irgendwelche missverständlichen Halbwahrheiten dabei raus

  10. #10
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    Wenn du den klassischen Pentameter meinst hast du recht, allerdings wird gemeinläufig auch der normale 5 hebige Jambus als Pentameter bezeichnet.
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  11. #11
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    @ferdi
    was ich sagen wollte ist das nicht einfach jedes Gedicht das 14Zeilen hat, Sonett genannt werden kann, so wie das meine Englisch Lehrerin z.B. behauptet
    Meine Gedichte findet ihr auf meiner Hompage (siehe Profil), die sind hier NICHT zu finden. Ich freu mich über jeden Besuch.

  12. #12
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    Was ist denn der Unterschied zwischen Pentameter und 5-Jambus?

  13. #13
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    Könnt ihr mir das genauer erklären? Ich kapier das nie. Was kann ein Pentameter denn noch sein?

  14. #14
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    wikipedia sagt:

    Klassischer Pentameter [Bearbeiten]

    Der klassische Pentameter, der von wenigen Ausnahmen abgesehen nur in Verbindung mit dem Hexameter vorkommt, besteht im quantitierenden, d.h. auf der geregelten Abfolge langer und kurzer Silben beruhenden Versmaß des Griechischen und Lateinischen aus sechs Daktylen, von denen der dritte und der sechste jeweils 'einsilbig katalektisch' sind, d.h. nur aus einer einzigen langen Silbe ohne nachfolgende kurze Silben bestehen und den Vers dadurch rhythmisch in zwei parallele, durch Diärese (Zäsur) getrennte dreifüßige Halbverse (Tripodien) untergliedern:

    _ _
    - u u | - u u | - || - u u | - u u | -

    Hierbei dürfen der erste und der zweite Daktylus jeweils auch durch einen Spondeus (zwei lang gesprochene Silben) ersetzt werden.

    Im akzentuierenden Versmaß des Deutschen wird das klassische Versmaß durch eine entsprechende Folge von betonten und unbetonten Silben nachgebildet, wobei aber anstelle von Spondeen, die aktzentuierend schwer nachzubilden sind, vielmehr Trochäen (eine betonte Silbe gefolgt von einer unbetonten) verwendet werden:

    - u (u) | - u (u) | - || - u u | - u u | -

    Die Zählung des klassischen Pentameters als "fünffüßiger" Vers dürfte in der Antike dadurch aufgekommen sein, dass der Vers als zwei 'halbe Hexameter' (Hemiepes) aufgefasst und hierbei die beiden katalektischen Füße als jeweils 'halber' Fuß zusammengezählt wurden, oder auch durch falsche Messung, bei der unter Missachtung der Diärese die beiden aufeinanderfolgenden Längen als ein Spondeus zusammengefasst und die nachfolgenden Silben als zwei Anapäste (zwei kurze Silben gefolgt von einer langen) gedeutet wurden.
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
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  15. #15
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    Ahaaa! Endlich klingelt's! Nicht mal meine Lateinlehrerin konnte mir das so hübsch erklären, wie ihr. Die faselte nur von Jambus...

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