Thema: Planetenringe

  1. #1
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    Planetenringe

        Planetenringe



        Auch wenn Feuer sich einst legen
        - neuer Mond und kalt die Nacht -
        wenn sich Sonnen fortbewegen

        scheinbar dir die Sterne schwinden
        - und das Zweisam einsam ist
        kannst du dennoch Ruhe finden

        Deine Augen suchen Augen
        finden sie, fast unbedacht
        wenn sie sich in Blicke saugen

        denn der Spiegel kann beweisen
        dass Du völlig bei dir bist
        wenn wir auch um Sonnen kreisen

        Wenn sich deine Ängste regen
        Sehnsucht dich fast haltlos macht
        lebt dein Lächeln auf den Winden

        Und der Blick, der nie vergisst
        dass Planeten zu mehr taugen
        als nur Sterne zu beweisen


    - m. gewidmet -

  2. #2
    apple Guest
    Hallöchen

    Der Schwarzschildradius Deiner Signatur hat mich hier hin gesogen. Ohne Raum und Zeit komme ich mir zunächst recht dämlich vor, zumal ich mich frage, warum ich diesen Text bislang und im Dezember nicht gesehen habe.

    Ich muss Dir nicht zum x-ten Male sagen, dass ich, der Reim und die bösen Xse nicht pflegen, gemeinsam unter der Dusche zu stehen. Das schließt aber Begeistung nicht aus: pfiffig, unüberladen & wortgelenkig, mit stimmigen und starken Bildern.

    Ich habe das Gedicht nun drei mal gelesen, scheiße auf Raum & Zeit und werde einfach hier verharren. Ich finde es schlichtweg großartig, auch wenn es mich von Lesung zu Lesung trauriger macht, als dass es mich - rubrikengemäß - in Frohsinn badet.


    Liebe Grüße
    aus der Rotlichtverschiebung

  3. #3
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    Liebe Anke,

    therzi, die Terzinen liebt,
    lässt hier Sonnen um uns kreisen,
    was ein schönes Bild ergibt,
    will man mit bewusst ganz leisen...

    Tönen den Prozess ansprechen,
    der das Altern in sich trägt
    und auf unsre Außenflächen
    ganz bestimmte Zeichen legt.

    Denn -so les ich deine Zeilen-
    kreise um sie und verstehe:
    Einsam ist der Mensch zuweilen,
    sucht vergeblich warme Nähe.

    Doch ein Lächeln an sich selber
    spiegelt oftmals weit mehr Geist
    als elysisch weite Felder
    reflektieren, was wohl heißt:

    Sei mit dir, erspür die Mitte,
    lasse alle Ängste fahren
    und entspreche deiner Bitte:
    Alter zählt nicht mehr nach Jahren...

    Weiß zwar nicht, inwieweit diese Sicht der Dinge deine Intentionen trifft oder auch nur tangiert, aber mir kamen halt diese Gedanken beim Lesen.

    Frage mich wie schon Simone, wie es sein kann, dass ich dieses starke Werk vom Heiligen Abend 06 bisher übersehen habe, geht doch einfach nicht...

    Liebe Grüße
    crux

  4. #4
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    Lieber Anke,

    dieser Text kommt mir fast wie eine Schwester oder Bruder meines Textes "In den Sternen" vor, den ich neulich schrieb.

    Erzählt er doch auch auf wunderbare Weise eine sehr ähnliche Geschichte. Die Frage, die Du Dir stellst ist wirklich keine Leichte. Traum gegen Wirklichkeit - ohne es negativ sehen zu müssen.

    Können Sterne sich erden ohne den Himmel zu vermissen? Wenn ich es nur wüsste! Ich habe Deinen Text mehr als nur gern gelesen. Wunderbare Worte, die Du in Farbe hier zeigst.

    Gruß vom Stefan

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