Thema: Sehnsucht

  1. #1
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    Sehnsucht

    Das hier ist mein erstes Gedicht. Ich habs vor ein paar Monaten schon geschrieben und inzwischen auch andere, aber das hier ist mein erstes.

    Ohnmächtige Sehnsucht

    Ich sitz und seh die Tage sinken,
    Sitze hier, gedenke Dein!
    Frühlingsblüten, Sonnenblinken,
    Herbstwald-bald schon wird es schnei´n.

    Lange Nächte, viele Stunden...
    Seh das Leben ziehn dahin,
    Und ich brenne, doch gebunden
    Bin ich. Wo nur ist der Sinn?

    Wie kann ich die Fesseln schneiden
    Die zu sehn mir nicht gelingt,
    Schicksals Willkür stets erleiden
    Dazu mich das Leben zwingt?

    Starke Unrast nagt am Herzen
    hindert blinde Akzeptanz
    Wechselbad von Glück und Schmerzen
    grad noch siegt der Hoffnung Glanz.

    Doch des Sommers Tage fliehen
    rauben alle Freude mir.
    Mit den Vögeln will ich ziehen
    fliegen will ich, hin zu Dir!

  2. #2
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    Die frage ist doch eher wo fühle ich mich Zuhause oder nicht?
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    Aloha
    Also dieses Gedicht finde ich richtig gut.
    Manche Reime klingen etwas Holprig, find eich zumindestens aber Ansonsten toll.
    Zu Metrik und so weiter (oder wie auch immer das heißt Äussere ich mich mal nicht weil ich davon keine Ahnung habe ^^.
    Wir wollen nicht die Wahrheit hören. Wir wollen nur die Lüge hören die unser Herz am wenigsten Verletzt.

  3. #3
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    Hallo Mondblume und Willkommen im Forum,

    wenn man andere Erstlingswerke in diesem Forum betrachtet so sticht Deines deutlich hervor. Das Thema, dass du gewählt hast ist nicht unbedingt neu und die sprachliche Umsetzung ist nichts außergewöhnliches, aber dennoch denke ich, hast Du ein solides und schönes Gedicht geschrieben.

    Nichtsdestotrotz gibt es einige Kritikpunkte an deinem Werk.

    An einigen Stellen verbiegst Du die Sätze um deinen Reim zu retten, so geschehen bei S2,V2; S3,V4 und S5,V2. Solche Stellen stören mich persönlich und ich stolpere an diesen Stellen auch ganz gerne mal.

    Vielleicht noch einige Worte zur Metrik:

    xXxXxXxXx - 9
    XxXxXxX - 7
    XxXxXxXx - 8
    XxXxXxX - 7

    XxXxXxXx - 8
    XxXxXxX - 7
    XxXxXxXx - 8
    XxXxXxX - 7 (Hier bin ich mir allerding etwas unsicher, mit der Betonung)

    XxXxXxXx - 8
    XxXxXxX - 7
    XxXxXxXx - 8
    XxXxXxX - 7

    XxXxXxXx - 8
    XxXxXxX - 7
    XxXxXxXx - 8
    XxXxXxX - 7

    XxXxXxXx - 8
    XxXxXxX - 7
    XxXxXxXx - 8
    XxXxXxX - 7

    Es scheint mir alles in allem metrisch sauber. Das ist auch etwas, was man bei Neulingen selten findet. Allerdings sollte sich das noch mal jemand mit mehr Erfahrung ansehen, damit ich hier keinen Schwachsinn erzähle.

    Ein guter Rat, der Reim von Herz auf Schmerz ist hier etwas verpönt, weil es wohl der erste Reim ist, der auch jedem Möchtegerndichter sofort einfällt. Ansonsten sind Deine Reime sauber, wenn auch nicht die originellsten. Aber sowas kommt, meiner Erfahrung nach, mit der Zeit. Nun kenne ich ja deine neuen Werke noch nicht, bin aber schon gespannt darauf, also wird sich zeigen, ob ich damit richtig lag.

    Gern gelesen und kommentiert

    Liebe Grüße

    Unkraut
    Die Logik ist zwar unerschütterlich, aber einem Menschen der leben will, widersteht sie nicht.
    Der Proceß - Franz Kafka


    Gewitternacht (partiell) vor Grönlands Küste | Scheinbar regungslos | Auftakt

  4. #4
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    herzlich willkommen!!!
    auch mir gefällt dein werk...und unkraut hat schon recht...(wenn ich da an meine anfänge denk...Gräul) oder auch immer noch,naja mir liegt es wohl einfach nicht so...
    es ist wohl noch ein bischen holprig zu lesen(wie ja auch schon genannt)

    lass dir doch einfach nächstesmal ein interessanteres thema einfallen...wenn es in gleicher schöner gedichtsform kommt werde bestimmt viele gern mal was von dir lesen

    ganz liebe grüße

    D.
    genieße jeden Moment denn man weiß nie wann er zu ende ist

  5. #5
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    Hallo ihr zwei, lieben Dank für euer freundliches willkommen und die Kommentare!*freu*

    @ Shadow_Dark:
    Hast recht, manche Reime klingen noch nicht so ganz gelungen. Könnte ja eigentlich mal eine zweite Fassung schreiben, nun da ich zumindest geringfügig mehr Erfahrung hab.
    Jedenfalls herzlichen Dank für dein Lob.

    @lyrisches Znkraut(schöner Name, gefällt mir gut )
    Auch dir danke für dein Lob!!

    Danke fürs rausschreiben der Stellen, die holprig sind. Ich werde versuchen, diese Stellen zu überarbeiten...

    Herz-Schmerz: Peinlich..danke für den Hinweis! Aber...hm, ich war ja quasi auch nicht mehr als ein möchtegern Dichter

    Trotzdem, vielen Dank für die Anregungen!! Hab mich sehr gefreut!!

    Edit: (da hab ich wohl einen Kommentar nicht gesehn)
    @ Gesichtslos:
    Auch dir danke für Begrüßung und Kommentar
    Werd mich bemühen, mit dem Thema, aber irgendwie hab ich nicht das Gefühl, dass ich das Thema beeinflussen kann...ich schreib Gedichte in Momenten, wo mich halt ein Thema beschäftigt und verarbeiten will...und dieses Thema beschäftigt einen halt des Öfteren...

    Trotzdem, werd mich bemühen !
    Geändert von Mondblume (22.01.2007 um 20:05 Uhr)

  6. #6
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    Zitat Zitat von lyrisches Unkraut
    Es scheint mir alles in allem metrisch sauber. Das ist auch etwas, was man bei Neulingen selten findet. Allerdings sollte sich das noch mal jemand mit mehr Erfahrung ansehen, damit ich hier keinen Schwachsinn erzähle.
    Ich nehm mir mal heraus zu behaupten da ein wenig Erfahrung zu haben. Und, du hast soweit richtig verixt, also absolut keinen Schwachsinn erzählt. Bis auf den ersten Vers also im durchgängen Trochäus geschrieben und, da widerspreche ich mal, durchaus überall gut zu lesen.

    Noch ein paar Anmerkungen zur Sprache, nicht viel, da es für einen Anfänger wirklich gut ist.

    Ich sitz und seh die Tage sinken,
    Sitze hier, gedenke Dein!
    Frühlingsblüten, Sonnenblinken,
    Herbstwald-bald schon wird es schnei´n.


    V1: "sitz" und "seh", beides hast du wegen der Metrik mit einer Elision geschrieben, sprich Buchstaben weggelassen, geht zwar, ist aber nicht schön.
    V4: Der Herbstwald stört, da er keine wirkliche Funktion innehat, bzw. zu haltlos eingestreut wird. "schnei'n" dann wieder eine Elision, welche für den Reim gestutz wurde, und das ist auch nich so schön.

    Lange Nächte, viele Stunden...
    Seh das Leben ziehn dahin,
    Und ich brenne, doch gebunden
    Bin ich. Wo nur ist der Sinn?


    V2: "Seh" und "ziehn" wieder Elisionen, welche du leicht umgehen kannst: Sehe, das Leben zieht dahin
    Sonst hast du nämlich auch in V2 einen Satzdreher, dahin ziehen wäre richtig, du hast das für den Reim gedreht.

    Wie kann ich die Fesseln schneiden
    Die zu sehn mir nicht gelingt,
    Schicksals Willkür stets erleiden
    Dazu mich das Leben zwingt?


    V2 "sehn" wieder die Elision, V4, das "Dazu" klingt nicht schön.

    Starke Unrast nagt am Herzen
    hindert blinde Akzeptanz
    Wechselbad von Glück und Schmerzen
    grad noch siegt der Hoffnung Glanz.


    V4: Vielleicht lieber des Hoffnungs Glanz, ist sprachlich besser.

    Das wars auch schon, insgesamt bin ich beeindruckt, tolles Debüt, ein Neuling der mich so überzeugt gibt es selten. Ich werd dich wohl weiterhin beobachten.

    Gruß,
    Flo
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  7. #7
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    ich finde das gedicht super schön... echt schön zu lesen

  8. #8
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    @Ensimismado/Flo

    Wahnsinn,vielen Dank für diese genaue Analyse. Ich denke ich werde demnächst mal versuchen, das Gedicht zu überarbeiten anhand dieser Gesichtspunkte!

    @dead soul: Danke für das Lob. Sehr ermutigend

  9. #9
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    Vielen Dank für die Ermunterung

  10. #10
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    äusserst lesenswert ( wie ich finde ). für ein erstlingswerk wirklich eine meisterleistung. denke da könnten sich sogar einige geübte schreiberlinge mal ne ( hihi ) scheibe von abschneiden.
    lieben gruss und alles liebe zum geburtstag ( vieleicht wirds ja irgendwann mal gelesen?! )
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